Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Vortrag zur Kunstgeschichte
Große Namen der Kunst: Adolph Menzel
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 9. Februar 2017, 14 Uhr

Vortrag zur Architekturgeschichte Berlins
Philipp Gerlach
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BB
Sonntag, 12. Februar 2017, 11 Uhr

Vortrag zur Berliner Geschichte und Berliner Archichtektur
Berliner Wohnungsnot vor 100 Jahren
In Zusammenarbeit mit der Urania
Freitag, 24. Februar 2017, 15.30 Uhr

Architekturführung Berlin
Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
Stadtführungen Gerhild Komander
Sonnabend, 25. Februar 2017, 11 Uhr

150x150 Mies

 

Vom Kaufhaus zum Tacheles
Fotografien der Friedrichstraßen-Passage
Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum, Beamtenhaus
bis 4. April 2017

SB 0 qu100Das Berliner Schloß

Fünfhundert Jahre Berliner Geschichte an einem Ort

 

 

Das Berliner Schloß war von 1451 bis 1918 die landesherrliche Residenz der regierenden Markgrafen und Kurfürsten der Mark Brandenburg, der Könige in und von Preußen sowie der Deutschen Kaiser aus dem Haus der Hohenzollern.

Ein „Stadtschloß“, wie oft zu lesen ist, hat es in Berlin nie gegeben. Es handelt sich bei dieser Bezeichnung um einen Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts willkürlich von Potsdam nach Berlin übertragenen Begriff. So lange Berlin Residenzstadt war, gab es kein weiteres Schloß außer Schloß Monbijou. Monbijou wiederum lag in der Spandauer Vorstadt, also bis 1737 außerhalb der Stadtgrenze. Deshalb kann das Berliner Schloß mit keinem anderen Bau verwechselt werden. Berlin-Gäste wissen das mittlerweile besser als manche EinwohnerInnen.

Als mit der Bildung der Stadtgemeinde Berlin 1920 Berlin zu seinem heutigen Umfang anwuchs, kamen zwar weitere Schlösser in das Stadtgebiet, sie alle aber besitzen Eigennamen, die eine Verwechslung ausschließen.
Das Berliner Schloß existiert nicht mehr. Es befand sich an der Stelle des Palastes der Republik gegenüber vom Berliner Dom und nahm auch den großen Teil des jetzigen Schloßplatzes ein.


sb 5Die Hohenzollern bauen ein Schloß
1443 Baubeginn der Residenz in Cölln unter Kurfürst Friedrich II.
1451 Einzug des Kurfürsten in das Schloß

Die Rekonstruktion von Albert Geyer aus dem Jahre 1936 zeigt die vermutete Schloßanlage des Kurfürsten Friedrich II. Unten im Bild fließt die Spree.

Darüber liegen die Schloßbauten am Flußufer entlang, links davon der Schloßplatz - heute der Straßenraum zwischen Palast der Republik und Marstall dies- und jenseits der Rathausstraße.

Links oberhalb der Bildmitte befindet sich das Dominikanerkloster - etwa auf dem Gelände des Staatsratsgebäudes, das heute die Hochschule beherbergt. Der Cöllner Stadtgraben umfließt Kloster- und Schloßbezirk.

 

Sächsische Renaissance als Vorbild

ab 1538 Umbau des Schlosses nach sächsischem Vorbild (Torgau) unter Kurfürst Joachim II. durch Caspar Theyss nach Plänen von Konrad Krebs

Unter den Nachfolgern Joachims II. werden zahlreiche Veränderungen und Erweiterungen vorgenommen, die wesentlichen unter Kurfürst Friedrich Wilhelm und seiner Gemahlin Louise Henriette, bekannt als der Große Kurfürst.
Er kehrt 1646 mit seiner Gemahlin Louise Henriette von Nassau-Oranien in das durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges verwahrloste Schloß zurück. Das Kurfürstenpaar lässt durch Johann Sigismund Elsholtz und andere den Lustgarten herrichten. Johann Gregor Memhardt errichtet das Lusthaus, Johann Arnold Nering die Orangerie und im Schloss die Kapelle der Kurfürstin. Am Ende des 17. Jahrhunderts besteht das Schloß aus zwei aufeinander folgenden Höfen, etwa in der Ausdehnung des barocken Baus. Den einen Hof umschließen jedoch Wirtschaftsgebäude.


sb 81665-70 Michel Matthias Smids erbaut den Marstall in der Breiten Straße. Er ist nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nur in reduzierter Form wieder errichtet worden.

1681-85 Im Querflügel des Berliner Schlosses läßt Kurfürst Friedrich Wilhelm den Alabastersaal einrichten.

1687 Baubeginn des Galerieflügels, auf dessen Grundmauern ab 1747 der neue Berliner Dom entsteht


sb 6Ein Schloß für den König in Preußen
1698-1706 Neugestaltung des Schlosses unter Kurfürst Friedrich III. / König Friedrich I. durch Andreas Schlüter
1706-1713 Forsetzung der Bauarbeiten durch Nilsson Eosander von Göthe

In dieser Zeit entsteht eine der großartigen barocken Schloßanlagen in Europa. Architektur, Skulptur und Ausstattung der Paraderäume liegen in den Händen des Bildhauers Andreas Schlüter. Eosander folgt in der äußeren Architektur dem Plan Schlüters, der das eigentliche Schloßgebäude in der Größe verdoppelt.


1745 Friedrich II. läßt sich und mehreren Familienmitgliedern Wohnungen im Schloß ausstatten.
1787-90 Carl von Gontard richtet König Friedrich Wilhelm II. die Königskammern ein.

1825 Karl Friedrich Schinkel entwirft Wohnräume für Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.) und Kronprinzessin Elisabeth.
1845-53 Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow führen nach dem Entwurf Schinkels die Schloßkuppel aus.

Das Bild zeigt das kaiserliche Schloß mit dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I. von Reinhold Begas auf der Schloßfreiheit. Links hinten ist der Renaissancebau der Schloßapotheke zu erkennen, der für die Anlage der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) etwa zur Häfte abgerissen wurde.
Er wird bei den Planungen für die Rekonstruktion des Schlosses nicht berücksichtigt.

 

sb 11Die Republik zieht in das Schloß
9. November 1918 Karl Liebknecht ruft vom Balkon des Portals V* die freie sozialistische Republik Deutschland aus.

ab 1921 Einrichtung des Kunstgewerbemuseums in den Paraderäumen des Schlosses
1927 Gründung der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten mit Sitz im Berliner Schloß

3. Februar 1945 Das Schloß brennt nach einem Luftangriff in großen Teilen aus.

1945 bis 1950 Nutzung der intakten Schloßräume für Verwaltung und Ausstellungen
Überreste der Bauplastik werden geborgen. Sie befinden sich in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen Berlin und im Märkischen Museum.

1950/51 Sprengung des Schlosses

1963 Das Schloßportal IV wird in das Staatsratsgebäude eingesetzt, weil man glaubt, von diesem Portal habe Liebknecht die Republik ausgerufen. Die königlichen Insignien und der preußische Adler werden entfernt.

 

sb 3Das Bild zeigt eine Installation mit Lichtern in den Schloßkellern, die in den neunziger Jahren ergraben wurden - September 2000.


1973-76 Auf einem Teil des Schloßgeländes entsteht der Palast der Republik.

2006 Der Abriß des Palastes der Republik zugunsten einer Teilrekonstruktion des Schlosses beginnt. Er wird als „Rückbau“ bezeichnet.

 

sb 9Literatur:

Guido Hinterkeuser: Das Berliner Schloß: der Umbau durch Andreas Schlüter, Berlin 2003

Ulf Bankmann: Das Bild einer aztekischen Gottheit im Berliner Schloß, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 99, 2003, H. 3, S. 546-552

Albert Geyer: Geschichte des Schlosses zu Berlin, Bd. 1: Die kurfürstliche Zeit bis zum Jahre 1698, Berlin 1936. Bd. 2: Vom Königsschloß zum Schloß des Kaisers (1698-1918), bearbeitet von Sepp-Gustav Gröschel, 3. Auflage Berlin 2001

Regina Hanemann: Das Berliner Schloß. Ein Führer zu einem verlorenen Bau, Berlin 1992

Goerd Peschken und Hans-Werner Klünner: Das Berliner Schloß, Frankfurt a. M. / Berlin 1982, 2. Auflage 1991

Tilo Eggeling: Königsschlösser Museumsschlösser. Entstehung, Geschichte und Konzeption der Preußischen Schlösserverwaltung, Berlin 1991

Lieselotte Wiesinger: Das Berliner Schloss. Von der kurfürstlichen Residenz zum Königsschloß, Darmstadt 1989

Nicolas Raoul: Ist das Schloß Kurfürst Friedrichs II. 1540 ganz abgebrochen worden?, in: Zeitschrift des Vereins für die Geschichte Berlins 54, 1937, H. 3, S. 58-63

 

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Berlin im Blick

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1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.

1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

1297 Das Dominikanerkloster in Cölln wird gegründet.

1657 11. Juli Kurprinz Friedrich (I.) wird in Königsberg geboren.

1747 Müggelheim wird gegründet.

1747 bis 1750 Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.

1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1847 19. November Die Berliner Stadtverordnetenversammlung tagt erstmals öffentlich.

1867 Berlin wird Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1877 Berlin zählt eine Bevölkerung von einer Million Menschen.
Zum ersten Mal werden Sozialdemokraten aus Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt.

1937 1.1. Das "Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" macht die Stadt zum Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes".

1967 Der Alexanderplatz wird neu gestaltet.
2.6. Bei Demonstrationen gegen den Besuch des Schahs von Persien Reza Pahlewi erschießt der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnsorge an der Deutschen Oper.

1977 21.9. West-Berliner Gäste können wegen des Mangels in der DDR große Mengen Kaffee in die DDR einführen.

1987 750-Jahrfeier Berlin in Ost und West
Smog-Alarm der Stufe 1 und selektives Fahrverbot in Berlin-West

1997 9.3. Umweltministerin Angela Merkel und Naturschutzbund-Vorsitzender Jochen Flasbarth markieren im Grunewald Bäume mit Spechthöhlen zum Schutz vor Abholzung.
10.3. Laut DGB arbeiten auf den Berliner Baustellen 40 000 einheimische, 30 000 Bauarbeiter aus EU-Staaten und 8 000 Kontingentarbeiter aus Osteuropa  sowie 25 000 Schwarzarbeiter. 17 000 Berliner Bauarbeiter sind arbeitslos.

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