Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

Ribbeckhaus 150Cölln an der Spree, eine verschwundene Stadt

Brüderstraße, Scharrengasse, Petrigasse

Zur Ersterwähnung Cöllns in der Urkunde vom 28. Oktober 1237

 

Cölln, so hieß die eine der beiden Gründungsstädte Berlins. Cölln und Berlin sind seit ihrer Entstehung durch den Mühlendamm über die Spree hinweg miteinander verbunden.

Sie hat sich wie die Schwesterstadt seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts aus einer Kaufmannssiedlung entwickelt und um 1230 durch die askanischen Markgrafen Stadtrecht erhalten. Die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs ermöglichten Ausgrabungen, die eindeutige Hinweise auf das Bestehen einer Siedlung vor der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert lieferten.

 

Bei den Ausgrabungen an der Petrikirche und am Mühlendamm legten die Archäologen sowohl Reste eines Friedhofes als auch Hausgrundrisse frei. Die dabei gefundenen Hölzer, mit denen die ersten Cöllner Wohnhäuser errichtet hatten, werden etwa auf das Jahr 1171 datiert.

Der Name Cölln verschwand aus der Berliner Geschichte, als König Friedrich I. in einem Erlaß von 1709 die Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt sowie die Stadterweiterung Neucölln am Wasser unter der Bezeichnung Haupt- und Residenzstadt Berlin zu einer Stadt zusammenfasste. Seitdem 1899 die zur Stadt erhobene Gemeinde Rixdorf ihren Namen in Neukölln änderte (seit 1920 Bezirk von Berlin), hat Berlin diese historische Ortsbezeichnung - in leicht veränderter Form- wieder zurückerhalten.

 

Cölln vom Rhein oder Cölln auf dem Sumpf?

Friedgracht ScharrenEine eindeutige etymologische Klärung des Ortsnamens konnte nicht gegeben werden. Möglich ist nach dem heutigen Stand der Forschung eine slawische Herkunft (> Kollne = Sumpf) ebenso wie eine deutsch-lateinische (> colonia = Ansiedlung, Neusiedlung). Der Zuzug vieler Rheinländer nach Berlin-Cölln lässt daran denken, daß der Name der Stadt Köln, eine der ältesten deutschen Städte, Pate stand.

Einen Hinweis auf Köln am Rhein gibt das Patrozinium der Cöllner Stadtpfarrkirche St. Petri. In Köln wurde der Heilige besonders verehrt, während Petruspatrozinien in der Mark Brandenburg selten sind. Dass die Diözese Brandenburg an der Havel denselben Schutzheiligen gewählt hatte, mag die Cöllner noch bestärkt haben.

 

Der Kurfürst trotzt den Bürgern ein Schloß ab

Der prominenteste Ort Cöllns dürfte bis in die Gegenwart das Berliner Schloß sein, obwohl es nicht mehr existiert, namentlich eher mit Berlin als Cölln verbunden zu sein scheint und jünger war als die Siedlung. Denn die Ersterwähnung Cöllns in der Urkunde vom 28. Oktober 1237 gab Anlaß für die 750-Jahr-Feier Berlins im Jahre 1987.
Den Bauplatz für das Schloß hatte Kurfürst Friedrich II. den Cöllner Bürgern abgerungen und damit den Berliner Unwillen provoziert. Es wurde zum Teil entlang der Cöllner Stadtmauer bis 1451 errichtet. Der Schloßplatz erinnert an diesen historischen Ort.

 

Wo lag Cölln?

Auf dem aktuellen Stadtplan sucht man es vergeblich.
Die Stadt Cölln umfasste das Gebiet der heutigen Spreeinsel ohne jenen Teil, den wir Museumsinsel nennen, also zwischen Fischerinsel und Schlossplatz. Das Stadtgebiet endete etwa am ehemaligen Staatsratsgebäude, dort schloss sich das Klostergelände des Dominikanerordens an, der seit 1279 nachweisbar in Cölln angesiedelt war. Das Zentrum der Stadt, der Cöllner Markt mit der Stadtpfarrkirche St. Petri und dem Rathaus, lag um den jetzigen Petriplatz und an der Scharrenstraße.

In dieser Gegend ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Was der Krieg nicht zerstörte, war vorher schon verschwunden oder wurde - wie die bis ins Mittelalter zurückreichende Bebauung der Fischerinsel nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Wenige historische Straßennamen wie Breite Straße, Gertraudenstraße, Mühlendamm, Scharrenstraße, Brüderstraße, Neumannsgasse geben Hinweise auf die ursprüngliche Struktur der Stadt.

 

Friedrich Nicolai, der berühmteste Bewohner Cöllns

Allein die Scharren- und die Brüderstraße - benannt nach den Marktscharren / Marktständen und den Dominikanerbrüdern - konnten sowohl ihren Verlauf als auch wenige Beispiele historischer Bausubstanz bewahren: Herausragend das Haus in der Brüderstraße Nr. 13. Kein geringerer als der Verleger, Schriftsteller und Aufklärer Friedrich Nicolai lebte und arbeitete hier. Die berühmte Nicolaische Buchhandlung lag am Ende der Brüderstraße, in der nicht mehr existierenden Straße An der Stechbahn.

Das Haus Brüderstraße Nr. 13 war 1674 auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Gebäudes errichtet und 1787 durch Carl Friedrich Zelter für Nicolai umgebaut worden. Durch Nicolai war es Mittelpunkt des bürgerlichen geistigen Lebens in Berlin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Sperlingsgasse heißt nach dem Roman „Chronik der Sperlingsgasse" von Wilhelm Raabe, erschienen 1854/55, der während der Niederschrift in Cölln wohnte und diesem Viertel mit seinem Werk ein literarisches Denkmal setzte.

 

Unterkunft für Pferde und Bücher

In der Breiten Straße erinnert das wieder aufgebaute Ribbeckhaus an frühere und glanzvolle Zeiten dieser Gegend in Berlin. Es ist das einzige erhaltene, wenn auch späte Beispiel (1624) von Renaissancearchitektur in Berlin, wenn man vom Jagdschloss Grunewald absieht, das mit seiner Umgebung erst seit 1920 zu Berlin gehört. Im Inneren ist es modern ausgestattet, wie Besucherinnen und Besucher des Zentrums für Berlinstudien und Zuhörerinnen und Zuhörer der Vorträge im Berlin-Saal feststellen können.

 

Gerhild H. M. Komander

 

Literatur:

Erika Schachinger: Alte Wohnhäuser in Berlin. Ein Rundgang durch die Innenstadt, Berlin: Hessling Verlag 1969.

Adolf Heilborn: Reise nach Berlin, Berlin 1925, Neuauflage 1966.

Hans Jahn: Berlin im Todesjahr des Großen Kurfürsten. Erläuterungen zum Perspektivplan von Johann Bernhard Schultz aus dem Jahre 1688 (= SVGB, Heft 55: Festschrift zum 70jährigen Bestehen des Vereins für die Geschichte Berlins), Berlin 1935, S. 23-29.

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.
1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee
1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.
1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau
1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.
1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1448 Die Bürger von Berlin und Cölln erheben sich im Berliner Unwillen gegen den Landesherren.
19. Juni Berlin und Cölln unterwerfen sich dem Kurfürsten.
Zunftprivilegien darf zukünftig nur der Landesherr gewähren.
1458 28. April Auf dem Neuen Markt wird Matthäus Hagen nach einem Inqisitionsprozess als Anhänger der hussitisch-taboristischen Lehre hingerichtet.
1488 Der Kurfürst erhebt die „Bierziese".
10. September Johann Zehender erhält das städtische Privileg für zwei Apotheken in Berlin.

1518 Die kurfürstliche Städte- und Polizeiordnung legt einheitliche Maße und Gewichte fest.
1528 25. März Kurfürstin Elisabeth flieht nach Wittenberg.
1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
Wallenstein nimmt Quartier in Berlin-Cölln.
Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
Zu Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen.
1658 Berlin-Cölln wird Garnisonstadt: Der Kurfürst läßt in 508 Bürgerhäusern 1 500 Militärangehörige mit ihren 400 Frauen und 500 Kindern sowie Dienstpersonal einquartieren.
Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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