Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Vortrag zur Kunstgeschichte
Große Namen der Kunst: Adolph Menzel
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 9. Februar 2017, 14 Uhr

Vortrag zur Architekturgeschichte Berlins
Philipp Gerlach
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BB
Sonntag, 12. Februar 2017, 11 Uhr

Vortrag zur Berliner Geschichte und Berliner Archichtektur
Berliner Wohnungsnot vor 100 Jahren
In Zusammenarbeit mit der Urania
Freitag, 24. Februar 2017, 15.30 Uhr

Architekturführung Berlin
Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
Stadtführungen Gerhild Komander
Sonnabend, 25. Februar 2017, 11 Uhr

150x150 Mies

 

Vom Kaufhaus zum Tacheles
Fotografien der Friedrichstraßen-Passage
Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum, Beamtenhaus
bis 4. April 2017

Ribbeckhaus 150Cölln an der Spree, eine verschwundene Stadt

Brüderstraße, Scharrengasse, Petrigasse

Zur Ersterwähnung Cöllns in der Urkunde vom 28. Oktober 1237

 

Cölln, so hieß die eine der beiden Gründungsstädte Berlins. Cölln und Berlin sind seit ihrer Entstehung durch den Mühlendamm über die Spree hinweg miteinander verbunden.

Sie hat sich wie die Schwesterstadt seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts aus einer Kaufmannssiedlung entwickelt und um 1230 durch die askanischen Markgrafen Stadtrecht erhalten. Die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs ermöglichten Ausgrabungen, die eindeutige Hinweise auf das Bestehen einer Siedlung vor der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert lieferten.

 

Bei den Ausgrabungen an der Petrikirche und am Mühlendamm legten die Archäologen sowohl Reste eines Friedhofes als auch Hausgrundrisse frei. Die dabei gefundenen Hölzer, mit denen die ersten Cöllner Wohnhäuser errichtet hatten, werden etwa auf das Jahr 1171 datiert.

Der Name Cölln verschwand aus der Berliner Geschichte, als König Friedrich I. in einem Erlaß von 1709 die Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt sowie die Stadterweiterung Neucölln am Wasser unter der Bezeichnung Haupt- und Residenzstadt Berlin zu einer Stadt zusammenfasste. Seitdem 1899 die zur Stadt erhobene Gemeinde Rixdorf ihren Namen in Neukölln änderte (seit 1920 Bezirk von Berlin), hat Berlin diese historische Ortsbezeichnung - in leicht veränderter Form- wieder zurückerhalten.

 

Cölln vom Rhein oder Cölln auf dem Sumpf?

Friedgracht ScharrenEine eindeutige etymologische Klärung des Ortsnamens konnte nicht gegeben werden. Möglich ist nach dem heutigen Stand der Forschung eine slawische Herkunft (> Kollne = Sumpf) ebenso wie eine deutsch-lateinische (> colonia = Ansiedlung, Neusiedlung). Der Zuzug vieler Rheinländer nach Berlin-Cölln lässt daran denken, daß der Name der Stadt Köln, eine der ältesten deutschen Städte, Pate stand.

Einen Hinweis auf Köln am Rhein gibt das Patrozinium der Cöllner Stadtpfarrkirche St. Petri. In Köln wurde der Heilige besonders verehrt, während Petruspatrozinien in der Mark Brandenburg selten sind. Dass die Diözese Brandenburg an der Havel denselben Schutzheiligen gewählt hatte, mag die Cöllner noch bestärkt haben.

 

Der Kurfürst trotzt den Bürgern ein Schloß ab

Der prominenteste Ort Cöllns dürfte bis in die Gegenwart das Berliner Schloß sein, obwohl es nicht mehr existiert, namentlich eher mit Berlin als Cölln verbunden zu sein scheint und jünger war als die Siedlung. Denn die Ersterwähnung Cöllns in der Urkunde vom 28. Oktober 1237 gab Anlaß für die 750-Jahr-Feier Berlins im Jahre 1987.
Den Bauplatz für das Schloß hatte Kurfürst Friedrich II. den Cöllner Bürgern abgerungen und damit den Berliner Unwillen provoziert. Es wurde zum Teil entlang der Cöllner Stadtmauer bis 1451 errichtet. Der Schloßplatz erinnert an diesen historischen Ort.

 

Wo lag Cölln?

Auf dem aktuellen Stadtplan sucht man es vergeblich.
Die Stadt Cölln umfasste das Gebiet der heutigen Spreeinsel ohne jenen Teil, den wir Museumsinsel nennen, also zwischen Fischerinsel und Schlossplatz. Das Stadtgebiet endete etwa am ehemaligen Staatsratsgebäude, dort schloss sich das Klostergelände des Dominikanerordens an, der seit 1279 nachweisbar in Cölln angesiedelt war. Das Zentrum der Stadt, der Cöllner Markt mit der Stadtpfarrkirche St. Petri und dem Rathaus, lag um den jetzigen Petriplatz und an der Scharrenstraße.

In dieser Gegend ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Was der Krieg nicht zerstörte, war vorher schon verschwunden oder wurde - wie die bis ins Mittelalter zurückreichende Bebauung der Fischerinsel nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Wenige historische Straßennamen wie Breite Straße, Gertraudenstraße, Mühlendamm, Scharrenstraße, Brüderstraße, Neumannsgasse geben Hinweise auf die ursprüngliche Struktur der Stadt.

 

Friedrich Nicolai, der berühmteste Bewohner Cöllns

Allein die Scharren- und die Brüderstraße - benannt nach den Marktscharren / Marktständen und den Dominikanerbrüdern - konnten sowohl ihren Verlauf als auch wenige Beispiele historischer Bausubstanz bewahren: Herausragend das Haus in der Brüderstraße Nr. 13. Kein geringerer als der Verleger, Schriftsteller und Aufklärer Friedrich Nicolai lebte und arbeitete hier. Die berühmte Nicolaische Buchhandlung lag am Ende der Brüderstraße, in der nicht mehr existierenden Straße An der Stechbahn.

Das Haus Brüderstraße Nr. 13 war 1674 auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Gebäudes errichtet und 1787 durch Carl Friedrich Zelter für Nicolai umgebaut worden. Durch Nicolai war es Mittelpunkt des bürgerlichen geistigen Lebens in Berlin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Sperlingsgasse heißt nach dem Roman „Chronik der Sperlingsgasse" von Wilhelm Raabe, erschienen 1854/55, der während der Niederschrift in Cölln wohnte und diesem Viertel mit seinem Werk ein literarisches Denkmal setzte.

 

Unterkunft für Pferde und Bücher

In der Breiten Straße erinnert das wieder aufgebaute Ribbeckhaus an frühere und glanzvolle Zeiten dieser Gegend in Berlin. Es ist das einzige erhaltene, wenn auch späte Beispiel (1624) von Renaissancearchitektur in Berlin, wenn man vom Jagdschloss Grunewald absieht, das mit seiner Umgebung erst seit 1920 zu Berlin gehört. Im Inneren ist es modern ausgestattet, wie Besucherinnen und Besucher des Zentrums für Berlinstudien und Zuhörerinnen und Zuhörer der Vorträge im Berlin-Saal feststellen können.

 

Gerhild H. M. Komander

 

Literatur:

Erika Schachinger: Alte Wohnhäuser in Berlin. Ein Rundgang durch die Innenstadt, Berlin: Hessling Verlag 1969.

Adolf Heilborn: Reise nach Berlin, Berlin 1925, Neuauflage 1966.

Hans Jahn: Berlin im Todesjahr des Großen Kurfürsten. Erläuterungen zum Perspektivplan von Johann Bernhard Schultz aus dem Jahre 1688 (= SVGB, Heft 55: Festschrift zum 70jährigen Bestehen des Vereins für die Geschichte Berlins), Berlin 1935, S. 23-29.

 

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Berlin im Blick

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1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.

1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

1297 Das Dominikanerkloster in Cölln wird gegründet.

1657 11. Juli Kurprinz Friedrich (I.) wird in Königsberg geboren.

1747 Müggelheim wird gegründet.

1747 bis 1750 Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.

1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1847 19. November Die Berliner Stadtverordnetenversammlung tagt erstmals öffentlich.

1867 Berlin wird Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1877 Berlin zählt eine Bevölkerung von einer Million Menschen.
Zum ersten Mal werden Sozialdemokraten aus Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt.

1937 1.1. Das "Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" macht die Stadt zum Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes".

1967 Der Alexanderplatz wird neu gestaltet.
2.6. Bei Demonstrationen gegen den Besuch des Schahs von Persien Reza Pahlewi erschießt der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnsorge an der Deutschen Oper.

1977 21.9. West-Berliner Gäste können wegen des Mangels in der DDR große Mengen Kaffee in die DDR einführen.

1987 750-Jahrfeier Berlin in Ost und West
Smog-Alarm der Stufe 1 und selektives Fahrverbot in Berlin-West

1997 9.3. Umweltministerin Angela Merkel und Naturschutzbund-Vorsitzender Jochen Flasbarth markieren im Grunewald Bäume mit Spechthöhlen zum Schutz vor Abholzung.
10.3. Laut DGB arbeiten auf den Berliner Baustellen 40 000 einheimische, 30 000 Bauarbeiter aus EU-Staaten und 8 000 Kontingentarbeiter aus Osteuropa  sowie 25 000 Schwarzarbeiter. 17 000 Berliner Bauarbeiter sind arbeitslos.

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