Gerhild Komander

Brandenburg-Tipps

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150 Schneegloeckchen2

Vortrag zur brandenburgischen Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26. Februar,
18 Uhr

Stadtführung Henningsdorf
Hennigsdorf an der Oberhavel. Stadtkern und AEG-Werkssiedlung
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 17. März 2018, 11 Uhr

150 Brbg Dom

Stadtführung Berlin Tempelhof 
Bauernwirtschaft, Sommerfrische und Totengedenken im Grünen - Spaziergang im Ortskern Mariendorf
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Donnerstag, 12. April 2018, 16 Uhr

Joachim II. Markgraf von Brandenburg
Die Reformation und ihre Folgen

 

Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches

 

9. Januar 1505 Cölln - 3. Januar 1571 Jagdschloß Köpenick

1524 Heirat mit Magdalene von Sachsen (+ 1534)

1535 Heirat mit Hedwig von Polen (+ 1573)

Grabstätte: Dom zu Berlin; nicht mehr vorhanden


1535 Kurfürst und Markgraf der Altmark und der Mittelmark
Markgraf Johann (Hans von Küstrin) erhielt die Neumark.
Ab 1537 Bau des Renaissanceschlosses zu Cölln
1539 Am 1. November lutherische Abendmahlsfeier des Kurfürsten und einiger Adliger in der Spandauer Nikolaikirche
1540 Einführung der neuen Kirchenordnung
1542 Grundsteinlegung für das Jagdschloß Grunewald
Mitte des Jahrhunderts Umbau der Burg Köpenick zum Jagdschloß
1546/47 im Schmalkaldischen Krieg an der Seite Kaiser Karls V.
1559-1578 Ausbau der Burg Spandau zur Festung
1563 Bekenntnis zur Augsburger Konfession im Dom zu Cölln
1563 Erwerb der Lehnsnachfolge im Herzogtum Preußen


Entgegen der Dispositio Achillea teilten die Söhne des Kurfürsten Joachim I. die Mark unter sich auf: Johann (1513-1571) erhielt die Neumark. Joachim II. wurde Kurfürst und erhielt die Alt- und die Mittelmark.

 

Joachim II. gilt als „echter Renaissancefürst“ und als das Gegenteil seines um Sparsamkeit und Fleiß bemühten Bruders. So zeigt ihn das Porträt von Lucas Cranach d. J., das um 1555 entstand und im Jagdschloß Grunewald zu sehen ist. Seine Regierung war „milde und freundlich“, schrieb König Friedrich II. über ihn, aber er verschuldete Haus und Hof.

 

Nur langsam wandte sich Joachim II. der Reformation zu. Einige Adlige zogen bereits Anfang 1539 auf dem Lande geistlichen Besitz ein, setzten reformierte Pfarrer ein. Am 13. Februar bat der Rat von Berlin und Cölln den Kurfürsten um die Zulassung des Altarsakraments nach lutherischem Muster. 1537 hatte die Petrikirche durch den Stadtrat zu Cölln schon einen reformatorischen Prediger eingestellt. Der Druck auf Joachim wuchs und am 1. November des Jahres nahm er am ersten evangelischen Gottesdienst in Brandenburg teil, in der Spandauer Nikolaikirche. Hier vollzog der Kurfürst seinen Übertritt zum reformierten Glauben.

Die Einführung der Reformation in Brandenburg geschah fast ohne Zwang und Blutvergießen (Ausnahme waren die Prämonstratenser). Die Bischöfe von Havelberg und Lebus sowie einige Domherren, Mönche und Nonnen wollten und durften der alten Kirche treu bleiben. Die Säkularisation schüttete einen Geldregen über den Kurfürsten aus, und dennoch hinterließ er mehrere Millionen Gulden Schulden.

 

Das Geld verschlangen vor allem der Ausbau des Berliner Schlosses, der Burg Spandau zur Festung, das Jagdschloß Grunewald und die üppige Hofhaltung. Die engen verwandtschaftlichen Bindungen an Sachsen förderten den kulturellen Austausch mit Brandenburg, der aufgrund der künstlerisch überlegenen Sachsen meist einseitig blieb. Der sächsische Kurfürst Johann Friedrich und seine Hofkünstler verhalfen Joachim II. zu einem neuen Residenzschloß im zeitgemäßen Stil der Renaissance. Johann Friedrich, der zu dieser Zeit das Schloß in Torgau erbauen ließ, erteilte dem Coburger Baumeister Konrad Krebs 1537 den Auftrag, einen neuen Flügel für das Berliner Schloß entwerfen. Die Ausführung übernahm dessen Schüler Caspar Theiß.

Der neue Flügel Joachims II. war der Schloßplatz- oder Stechbahnflügel. üppige Malereien auf den verputzten Außenwänden und prächtige Giebel schmückten den Bau. Der Spreeflügel wurde auf den Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet. Zwei Türme mit Gemächern von Kurfürst und Kurfürstin reichten zur Wehrhaftigkeit nun aus (der Turm war schon die Wohnung des Kurfürsten Friedrich II. gewesen). Ein Wendelstein wie in Torgau zierte den Hof.

 

1557 verfügte Joachim II. ohne Zustimmung der Stände den Ausbau der Burg Spandau zur Festung (Juliusturm und Palas standen schon). Der Baumeister war von 1559 - 1578 Francesco Chiaramella de Gandino. Zweihundert italienische Facharbeiter wurden eingesetzt. Die Festung ist im wesentlichen in dieser Form bis heute erhalten. Das Torhaus wurde 1563 als erstes Gebäude fertiggestellt. 1568 folgten die Bastionen „König“ und „Königin“ (Namensgebung später). Der Juliusturm wurde nach Joachims II. Schwiegersohn, Julius von Braunschweig-Wolffenbüttel benannt.

 

Am 7. März 1542 legte Joachim II. den Grundstein zum Jagdschloß Grunewald. Entwurf und Ausführung lagen in den Händen von Caspar Theiß. In Köpenick ließ der Kurfürst die wahrscheinlich noch gotische Burg von Baumeister Wilhelm Zacharias zu einem Jagdschloß umbauen. Zwei im rechten Winkel anstoßende Flügel schloß er durch Nebengebäude zu einem rechteckigen Hof.

 

Die Ehe Joachims II. mit der Königstochter Hedwig von Polen, die ihrem katholischen Glauben treu blieb, war politisch sehr bedeutsam. Das Porträt der Kurfürstin überliefert das Gemälde von Hans Krell von 1536, das ebenfalls im Jagdschloß Grunewald bewahrt wird. Der persönlichen Großzügigkeit und politischen Vorsicht Joachims entsprach es, daß Hedwig ihrer Religion nicht zu entsagen hatte. So blieb das Verhältnis zu ihr und dem königlichen Schwiegervater durch den Konfessionswechsel ungetrübt und einer Mitbelehnung mit dem Herzogtum Preußen stand nichts im Wege. Nach dem Tod des ersten Herzogs von Preußen 1568, Albrechts von Hohenzollern, regierte dessen schwachsinniger Sohn Albrecht Friedrich unter fränkischer Vormundschaft. Da von Albrecht Friedrichs Kindern nur die Töchter überlebten, war kein Erbe vorhanden und Joachim II. trat diese Stelle an.

 

Die regierenden Brüder Joachim und Johann starben nacheinander innerhalb von zehn Tagen 1571: Joachim am 3. Januar in Köpenick, Johann am 13. in Küstrin. Letzterer ohne männlichen Nachkommen. Trotz des guten Verhältnisses mit seinem Bruder hatte Johann beim Kaiser die Unabhängigkeit seines Landes durch einen selbständigen Lehnsempfang erreichen wollen - vergeblich. So fiel dem Nachfolger des Kurfürsten, Johann Georg, die gesamte Mark erblich zu.

 

Gerhild H. M. Komander

 

Literatur:
Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg, Bd. 4, Berlin 1964.
Helmut Börsch-Supan: Die Kunst in Brandenburg-Preußen, Berlin 1980.

 

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Brandenburg-Daten

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150 SS BG

928 König Heinrich I. setzt nach Eroberung der Brandenburg einen sächsischen Burgward ein.

948 Gründung des Bistums Brandenburg durch König Otto I.

1148 Otto von Ballenstedt, Sohn Albrechts des Bären, und Judith von Polen, Schwester der polnischen Herzöge Bolesław IV. und Mieszko III., werden vermählt.

1308 Markgraf Otto IV., der als Minnesänger in der Manessischen Liederhandschrift überliefert ist, stirbt.

1318 Markgraf Waldemar überträgt den Besitz des Tempelherrenordens dem Johanniterorden.

1568 20. März Herzog Albrecht von Preußen stirbt. König Sigismund II. August belehnt daraufhin im folgenden Jahr seinen Schwager Kurfürst Joachim II. mit dem Herzogtum Preußen.

1568 6. Juni Markgräfin Sophie von Brandenburg kommt zur Welt. Die Kurfürstentochter wird Kurfürstin von Sachsen und erweist sich als orthodoxe Lutheranerin.

1648 Der Westfälische Friede bringt auch Brandenburg-Preußen Frieden.

1688 9. Mai Kurfürst Friedrich Wilhelm stirbt.

1688 14. August König Friedrich Wilhelm I. kommt zur Welt.

1848 Märzrevolution

1888 Das Königreich Preußen erlebt ein Dreikönigsjahr.

1888 9. März Kaiser Wilhelm I. stirbt.

1888 15. Juni Kaiser Friedrich stirbt.

1918 Revolution und Ende der Monarchie

1928 Der Dombezirk in der Stadt Brandenburg verliert seine kommnunale Selbständigkeit und geht in der Stadt auf.

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