Gerhild Komander

Brandenburg-Tipps

.........................................

150 Schneegloeckchen2

Tagesfahrt nach Oranienburg
Erkundungen in Brandenburg

In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
13. Mai 2017

 150 NP Wappen

 

Vortrag zur brandenburgischen Geschichte

Friedrich Wilhelm der Große( Kurfürst) und Louise Henriette von Nassau-Oranien - Zum 350. Todestag der Kurfürstin
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 14. April, 14 Uhr

 

150 Brbg Dom

 

Joachim II. Markgraf von Brandenburg
Die Reformation und ihre Folgen

 

Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches

 

9. Januar 1505 Cölln - 3. Januar 1571 Jagdschloß Köpenick

1524 Heirat mit Magdalene von Sachsen (+ 1534)

1535 Heirat mit Hedwig von Polen (+ 1573)

Grabstätte: Dom zu Berlin; nicht mehr vorhanden


1535 Kurfürst und Markgraf der Altmark und der Mittelmark
Markgraf Johann (Hans von Küstrin) erhielt die Neumark.
Ab 1537 Bau des Renaissanceschlosses zu Cölln
1539 Am 1. November lutherische Abendmahlsfeier des Kurfürsten und einiger Adliger in der Spandauer Nikolaikirche
1540 Einführung der neuen Kirchenordnung
1542 Grundsteinlegung für das Jagdschloß Grunewald
Mitte des Jahrhunderts Umbau der Burg Köpenick zum Jagdschloß
1546/47 im Schmalkaldischen Krieg an der Seite Kaiser Karls V.
1559-1578 Ausbau der Burg Spandau zur Festung
1563 Bekenntnis zur Augsburger Konfession im Dom zu Cölln
1563 Erwerb der Lehnsnachfolge im Herzogtum Preußen


Entgegen der Dispositio Achillea teilten die Söhne des Kurfürsten Joachim I. die Mark unter sich auf: Johann (1513-1571) erhielt die Neumark. Joachim II. wurde Kurfürst und erhielt die Alt- und die Mittelmark.

 

Joachim II. gilt als „echter Renaissancefürst“ und als das Gegenteil seines um Sparsamkeit und Fleiß bemühten Bruders. So zeigt ihn das Porträt von Lucas Cranach d. J., das um 1555 entstand und im Jagdschloß Grunewald zu sehen ist. Seine Regierung war „milde und freundlich“, schrieb König Friedrich II. über ihn, aber er verschuldete Haus und Hof.

 

Nur langsam wandte sich Joachim II. der Reformation zu. Einige Adlige zogen bereits Anfang 1539 auf dem Lande geistlichen Besitz ein, setzten reformierte Pfarrer ein. Am 13. Februar bat der Rat von Berlin und Cölln den Kurfürsten um die Zulassung des Altarsakraments nach lutherischem Muster. 1537 hatte die Petrikirche durch den Stadtrat zu Cölln schon einen reformatorischen Prediger eingestellt. Der Druck auf Joachim wuchs und am 1. November des Jahres nahm er am ersten evangelischen Gottesdienst in Brandenburg teil, in der Spandauer Nikolaikirche. Hier vollzog der Kurfürst seinen Übertritt zum reformierten Glauben.

Die Einführung der Reformation in Brandenburg geschah fast ohne Zwang und Blutvergießen (Ausnahme waren die Prämonstratenser). Die Bischöfe von Havelberg und Lebus sowie einige Domherren, Mönche und Nonnen wollten und durften der alten Kirche treu bleiben. Die Säkularisation schüttete einen Geldregen über den Kurfürsten aus, und dennoch hinterließ er mehrere Millionen Gulden Schulden.

 

Das Geld verschlangen vor allem der Ausbau des Berliner Schlosses, der Burg Spandau zur Festung, das Jagdschloß Grunewald und die üppige Hofhaltung. Die engen verwandtschaftlichen Bindungen an Sachsen förderten den kulturellen Austausch mit Brandenburg, der aufgrund der künstlerisch überlegenen Sachsen meist einseitig blieb. Der sächsische Kurfürst Johann Friedrich und seine Hofkünstler verhalfen Joachim II. zu einem neuen Residenzschloß im zeitgemäßen Stil der Renaissance. Johann Friedrich, der zu dieser Zeit das Schloß in Torgau erbauen ließ, erteilte dem Coburger Baumeister Konrad Krebs 1537 den Auftrag, einen neuen Flügel für das Berliner Schloß entwerfen. Die Ausführung übernahm dessen Schüler Caspar Theiß.

Der neue Flügel Joachims II. war der Schloßplatz- oder Stechbahnflügel. üppige Malereien auf den verputzten Außenwänden und prächtige Giebel schmückten den Bau. Der Spreeflügel wurde auf den Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet. Zwei Türme mit Gemächern von Kurfürst und Kurfürstin reichten zur Wehrhaftigkeit nun aus (der Turm war schon die Wohnung des Kurfürsten Friedrich II. gewesen). Ein Wendelstein wie in Torgau zierte den Hof.

 

1557 verfügte Joachim II. ohne Zustimmung der Stände den Ausbau der Burg Spandau zur Festung (Juliusturm und Palas standen schon). Der Baumeister war von 1559 - 1578 Francesco Chiaramella de Gandino. Zweihundert italienische Facharbeiter wurden eingesetzt. Die Festung ist im wesentlichen in dieser Form bis heute erhalten. Das Torhaus wurde 1563 als erstes Gebäude fertiggestellt. 1568 folgten die Bastionen „König“ und „Königin“ (Namensgebung später). Der Juliusturm wurde nach Joachims II. Schwiegersohn, Julius von Braunschweig-Wolffenbüttel benannt.

 

Am 7. März 1542 legte Joachim II. den Grundstein zum Jagdschloß Grunewald. Entwurf und Ausführung lagen in den Händen von Caspar Theiß. In Köpenick ließ der Kurfürst die wahrscheinlich noch gotische Burg von Baumeister Wilhelm Zacharias zu einem Jagdschloß umbauen. Zwei im rechten Winkel anstoßende Flügel schloß er durch Nebengebäude zu einem rechteckigen Hof.

 

Die Ehe Joachims II. mit der Königstochter Hedwig von Polen, die ihrem katholischen Glauben treu blieb, war politisch sehr bedeutsam. Das Porträt der Kurfürstin überliefert das Gemälde von Hans Krell von 1536, das ebenfalls im Jagdschloß Grunewald bewahrt wird. Der persönlichen Großzügigkeit und politischen Vorsicht Joachims entsprach es, daß Hedwig ihrer Religion nicht zu entsagen hatte. So blieb das Verhältnis zu ihr und dem königlichen Schwiegervater durch den Konfessionswechsel ungetrübt und einer Mitbelehnung mit dem Herzogtum Preußen stand nichts im Wege. Nach dem Tod des ersten Herzogs von Preußen 1568, Albrechts von Hohenzollern, regierte dessen schwachsinniger Sohn Albrecht Friedrich unter fränkischer Vormundschaft. Da von Albrecht Friedrichs Kindern nur die Töchter überlebten, war kein Erbe vorhanden und Joachim II. trat diese Stelle an.

 

Die regierenden Brüder Joachim und Johann starben nacheinander innerhalb von zehn Tagen 1571: Joachim am 3. Januar in Köpenick, Johann am 13. in Küstrin. Letzterer ohne männlichen Nachkommen. Trotz des guten Verhältnisses mit seinem Bruder hatte Johann beim Kaiser die Unabhängigkeit seines Landes durch einen selbständigen Lehnsempfang erreichen wollen - vergeblich. So fiel dem Nachfolger des Kurfürsten, Johann Georg, die gesamte Mark erblich zu.

 

Gerhild H. M. Komander

 

Literatur:
Johannes Schultze: Die Mark Brandenburg, Bd. 4, Berlin 1964.
Helmut Börsch-Supan: Die Kunst in Brandenburg-Preußen, Berlin 1980.

 

Zurück zum Seitenanfang

Zurück zum Überblick Hohenzollern

 

Geschichte Brandenburgs   Brandenburgische Geschichte   Die Hohenzollern  Biographien zur brandenburgisch-preußischen Geschichte  Hedwig von Polen   Magdalene von Sachsen

Brandenburg-Daten

.........................................

150 SS BG

1127 Pribislaw, mit christlichem Namen Heinrich, wird Fürst der Heveller.
1157 Albrecht der Bär, aus dem Geschlecht der Askanier, erobert die Brandenburg und nennt sich fortan Markgraf von Brandenburg.

1237 28. Oktober Die Markgrafen bon Brandenburg schließen einen Vergleich mit dem Bischof von Brandenburg im Zehntstreit. Als Zeuge tritt auch Symeon, Pfarrer zu Cölln auf. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung Cöllns.
1267 9. Oktober Markgraf Otto III. stirbt und wird im Dominikanerkloster in Strausberg beigesetzt.

1397 10. April Jost von Böhmen erhält die Mark zu Lehen.

1427 Freundschaftsvertrag mit den Herzögen von Stettin und Verlobung der Kinder Joachim von Stettin und Barbara von Brandenburg
1467 Der Papst Paul II. bietet Friedrich II. die Königskrone Böhmens an. Der Kurfürst lehnt ab.

1567 Der Nürnberger Drucker Johann Eichhorn, der schon lange in der Mark lebt, erhält  das Druckmonopol für Brandenburg.

1657 Kurfürst Friedrich Wilhelm baut Potsdam in den folgenden Jahren zur Nebenresidenz aus.
1667 Friedrich Wilhelm führt die Verbrauchssteuer ein: die Akzise.

1717 Friedrich Wilhelm I. siedelt Weber in Luckenwalde an und legt den Grundstein für die Lausitzer Textilindustrie.
1777 18. Oktober Heinrich von Kleist kommt in Frankfurt (Oder) zur Welt.

1817 Peter Joseph Lenné beginnt mit der Gestaltung des Neuen Gartens in Potsdam zum Landschaftsgarten.
1847 Im April beginnen die Unruhen wegen der Hungersnöte im Land.
1877 22. Februar Der Berliner Maler Eduard Gaertner stirbt in Zechlin.

1917 16. bis 23. April Etwa 300 000 ArbeiterInnen bestreiken in Berlin und Brandenburg ihre Betriebe, um gegen die Hungersnot zu demonstrieren.
1937 Ehm Welk veröffentlicht seinen Roman "Die Heiden von Kummerow" im Ullstein-Verlag.
1947 "Auflösung" des Staates Preußen durch den Alliierten Kontrollrat (seit der "Gleichschaltung" 1933 gab es kein Preußen mehr).
1977 Gründung der Staatlichen Kunstsammlungen Cottbus

150 SS ChHs

 

© 2012 Gerhild Komander - Stadtführungen Vorträge Kunstgespräche - Berlin & Potsdam