Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

CarlLegien150Bruno Taut bebaut den Prenzlauer Berg

Die Wohnstadt Carl Legien

1929 erwirbt die GEHAG - Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft – vom Brauereibesitzer Julius Bötzow ehemaliges Ackerland als Bauland. Wohnungen sollen hier entstehen. Sie überträgt dem Architekten Bruno Taut die Gesamtplanung. Franz Hilliger ist daran beteiligt.

 

Im Winkel von Prenzlauer Alle und Ostseestraße entstehen entlang der Erich-Weinert-Straße, die zunächst Carmen-Sylva-Straße heißt, 1 149 Wohnungen. Achtzig Prozent davon sind Kleinstwohnungen mit ein bis zwei Zimmern. Die übrigen Wohnungen haben bis zu viereinhalb Zimmer.

 

CarlLegien 3Im Stadtteil Prenzlauer Berg, der sich gerade vom Szenekiez zum Familienviertel wandelt, sind über siebzig Prozent der Wohnungen vor 1919 errichtet worden. Die Wohnstadt Carl Legien, die nach den Entwürfen Bruno Tauts entsteht, hebt sich deutlich davon ab. Dieser Stadtteil, durch den drei verkehrsüberlastete Ausfallstraßen der Großstadt ziehen, der deshalb die höchste Luftverschmutzung aller Berliner Stadtteile ertragen muss, besitzt wenig Grün, als einziger Stadtteil kein Gewässer.

Auch mit architektonischen Reizen ist Prenzlauer Berg nicht eben gesegnet. Das hängt mit seiner Geschichte zusammen, die sich nicht auf alte Siedlungskerne berufen kann, sondern auf die Ansammlung von Windmühlen auf dem wahren Prenzlauer Berg, auf Brauereien und Ausflugslokale, sowie kleine Industriebetriebe.

 

Die Menschen brauchen Wohnungen

1872 wird im heutigen Ernst-Thälmann-Park das Gaswerk eröffnet, ab 1877 nimmt der Zentral-Vieh-und-Schlachthof an der Landsberger Allee seinen Betrieb auf. 6 450 Beschäftigte hat er im Jahr 1896. Die Menschen brauchen Wohnungen, aber darauf müssen sie lange warten. Weit mehr als 130 000 Wohnungen fehlen um 1900 in der ganzen Stadt. Abhilfe schafft erst das Wohnungsbauprogramm der republikanischen Regierung, das ab 1924 mit Hilfe einer Hauszinssteuer umgesetzt werden kann.

 

In diesem Zusammenhang entsteht die Wohnstadt Carl Legien, errichtet Bruno Taut Wohnblöcke in der Conrad-Blenkle- und Rudi-Arndt-Straße (1926/27) und in der Heinz-Bartsch- und Paul-Heyse-Straße (1926/27). Mit Franz Hoffmann plant Taut die Wohnanlage in der Grellstraße (1927/28), dicht am S-Bahnhof Greifswalder Straße.

Wo immer möglich erwerben die Baugenossenschaften Baugrund. Die Bodenpreise sind auch in den Außenbezirken so angestiegen, dass auf geräumige Außenflächen verzichtet werden muss. Reihenhausbauweise ist ausgeschlossen.

 

Blau, rot, grün leuchten die Hofwände

Bruno Taut errichtet in der Wohnstadt Carl Legien fünfgeschossige Wohnblöcke mit Ladenpassage, Einzelläden, Leihbücherei und zwei Waschhäusern. Taut variiert die Blockrandbebauung. Drei mal öffnen sich dreiseitig geschlossene Höfe, die sich an der Erich-Weinert-Straße paarweise gegenüberstehen. Blau, rot, grün leuchten die Hofwände, die straßenseitigen Fassaden halten sich in blassem Gelb zurück. Flachdächer, Lauben, Balkons und die Farben charakterisieren die Siedlung. Sparsamkeit in jeder Hinsicht regiert als Gestaltungsmittel.

Die kompakte Bauweise erinnert – nicht zufällig – an die Wohnbauten von Jacobus Johannes Pieter Oud in Rotterdam. Dennoch wirken die Blöcke leicht und hell, strahlen Heiterkeit und Transparenz aus. Höhepunkte der einheitlichen Gestaltung sind die gerundeten Balkons, die die Eckwohnungen zur Erich-Weinert-Straße umziehen.

 

Die Grundrisse garantieren höchstmögliche Ausnutzung der Fläche bei hohem Wohnkomfort. Die Menschen wohnen immer noch gern hier. Einige sind ganz bewusst hierher gezogen, glücklich, eine der begehrten und für Berliner Verhältnisse nicht ganz billigen Wohnungen bekommen zu haben, die Bruno Taut baute. Sie erzählen begeistert von den Durchsichten, die die Lage der Fenster ermöglichen, und scheinen den Streit um die Neugestaltung, besser gesagt: die Restaurierung der begrünten Höfe fast vergessen zu haben.

Die Wohnstadt Carl Legien steht seit 1977 unter Denkmalschutz. 1992 beginnt das Büro Winfried Brenne Architekten mit der Bestandsaufnahme und Ermittlung des originalen Zustandes. Diese erste Phase eines denkmalpflegerischen Pilotprojektes unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die Keimschen Mineralfarben mit ihrer unvergleichlichen Farbintensivität werden immer noch hergestellt und verwendet. Da kann der Aufnahme in das Welterbe der UNESCO nichts mehr im Weg stehen.

 

... ein Gefühl der Wohnlichkeit und Behaglichkeit

Bruno Taut hatte das Problem des Wohnumfeldes erkannt. Seine ökologische Sensibilität wird heute noch gelobt. Die außergewöhnliche ethische Motivation des Architekten führte ihn zur Gestaltung lebenspraktischer Räume, innen wie außen. Er prägte den Begriff des Außenwohnraums und maß ihm die gleiche Bedeutung zu wie der innenliegenden Wohnung.

„Wir sind der Meinung, daß die unmittelbare Umgebung der Wohnung für die Wohnung selber von größter Bedeutung ist, den Wohnwert erhöhen oder vermindern kann. Wenn also das Gefüge der eigentlichen Räume der Wohnung ein Gefühl der Wohnlichkeit und Behaglichkeit vermitteln kann, so gilt das in gleichem Maße von dem Außenwohnraum."

 

Gerhild H. M. Komander

 

Die Wohnstadt Carl Legien können Sie auch bei einer Architekturführung in Berlin kennenlernen:

Die Stadtführung zur Wohnstadt Carl Legien und die Weltkulturerbe-Fahrradtour

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.
1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee
1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.
1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau
1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.
1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1448 Die Bürger von Berlin und Cölln erheben sich im Berliner Unwillen gegen den Landesherren.
19. Juni Berlin und Cölln unterwerfen sich dem Kurfürsten.
Zunftprivilegien darf zukünftig nur der Landesherr gewähren.
1458 28. April Auf dem Neuen Markt wird Matthäus Hagen nach einem Inqisitionsprozess als Anhänger der hussitisch-taboristischen Lehre hingerichtet.
1488 Der Kurfürst erhebt die „Bierziese".
10. September Johann Zehender erhält das städtische Privileg für zwei Apotheken in Berlin.

1518 Die kurfürstliche Städte- und Polizeiordnung legt einheitliche Maße und Gewichte fest.
1528 25. März Kurfürstin Elisabeth flieht nach Wittenberg.
1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
Wallenstein nimmt Quartier in Berlin-Cölln.
Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
Zu Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen.
1658 Berlin-Cölln wird Garnisonstadt: Der Kurfürst läßt in 508 Bürgerhäusern 1 500 Militärangehörige mit ihren 400 Frauen und 500 Kindern sowie Dienstpersonal einquartieren.
Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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