Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Vortrag zur Kunstgeschichte
Große Namen der Kunst: Adolph Menzel
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 9. Februar 2017, 14 Uhr

Vortrag zur Architekturgeschichte Berlins
Philipp Gerlach
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BB
Sonntag, 12. Februar 2017, 11 Uhr

Vortrag zur Berliner Geschichte und Berliner Archichtektur
Berliner Wohnungsnot vor 100 Jahren
In Zusammenarbeit mit der Urania
Freitag, 24. Februar 2017, 15.30 Uhr

Architekturführung Berlin
Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
Stadtführungen Gerhild Komander
Sonnabend, 25. Februar 2017, 11 Uhr

150x150 Mies

 

Vom Kaufhaus zum Tacheles
Fotografien der Friedrichstraßen-Passage
Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum, Beamtenhaus
bis 4. April 2017

carmensylva

Carmen Sylva und die ehemalige Carmen-Sylva-Straße, die jetzt Erich-Weinert-Straße heißt

Im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg liegt die Wohnsiedlung Carl Legien. Eine ihre Straßen führt den Erich-Weinert-Straße - seit 1954.  Bis dahin trug sie einen Frauennamen: Carmen Sylva.

 

Im Brockhaus ist sie nicht zu finden: Carmen Sylva, die Schriftstellerin. In Berlin gab es eine Straße mit ihrem Namen, die Stadt Neuwied, in deren Nähe ihr Geburtsort Schloss Monrepos liegt, benannte einen Garten nach ihr. Straßenbenennungen haben oft skurrile Hintergründe.

 

Des Rätsels Lösung

1861 erhielt die Achtzehnjährige von ihrer Patentante Elisabeth eine Einladung nach Berlin und lernte hier ihren späteren Ehemann Karl kennen. Viele junge Menschen kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Berlin und begegneten ihren potentiellen EhepartnerInnen. Die Auflösung des Rätsels um Carmen Sylva ist folgende Geschichte:

 

Carmen Sylva kam am 29. Dezember 1843 als erstes Kind und einzige Tochter des Fürsten Hermann zu Wied (1814–1864) und seiner Frau Marie Prinzessin von Nassau (1825–1902) auf Schloss Monrepos bei Neuwied zur Welt. Ihre Tante war die preußische Königinwitwe Elisabeth aus dem bayerischen Königshaus. Ihr späterer Ehemann hieß Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1839–1914), den die Rumänen am 20. April 1866 zu ihrem Fürsten wählten. Als das Land im Jahre 1881 den Status eines Königreichs erlangte, wurden Karl und Elisabeth am 26. März des Jahres zu König und Königin gekrönt.

1869, am 15. November, heirateten Elisabeth und Karl auf Schloss Neuwied und reisten nach Bukarest, wo Elisabeth – mit Unterbrechungen – bis zu ihrem Tod am 2. März 1916 lebte. 1874 verlor das Ehepaar das einzige Kind, die vierjährige Elisabeth, die an Diphterie und Scharlach starb. Die Fürstin widmete sich sozialpolitischen Themen, engagierte sich außerordentlich in der Armenpflege und im Bildungswesen, stiftete zahlreiche Einrichtungen und förderte Frauenerwerbstätigkeit und Frauenstudium. Das war nicht bloß Mode, sondern durchaus eine Tugend, sehr verbreitet in der weit verzweigten Hohenzollern-Familie.

 

Die Königin aus Deutschland übersetzt rumänische Gedichte

In den siebziger Jahren begann Elisabeth zu schreiben. Sie übersetzte Gedichte aus dem Rumänischen ins Deutsche, dichtete selbst und tauschte sich mit rumänischen und deutschen Dichterinnen aus. Das Pseudonym Carmen Sylva benutzte sie 1880 zum ersten Mal. Nach ihrer Krönung im darauffolgenden Jahr trat sie mit ihrer schriftstellerischen Arbeit an die Öffentlichkeit und erntete dafür ebenso viel Bewunderung wie für ihre gemeinnützige Arbeit.

Der Erfolg ihrer rührselig-schwärmerischen Dichtung stand in enger Verbindung mit der Selbststilisierung zur dichtenden Königin. Denn 1881 lüftete Elisabeth das Geheimnis des Pseudonyms Carmen Sylva. Die Dichterin mag man getrost als weltfremd betrachten, die Königin verdient Anerkennung für ihr umfassendes und erfolgreiches Wirken. Anerkennung findet bis heute auch ihre Übersetzung rumänischer Literatur in die deutsche Sprache.

 

Ob Bruno Taut Carmen Sylva und ihre Werke, Bücher wie „Geflüsterte Worte", kannte?

Vom 13. April 1904 bis zum 4. Juni 1954 führte die Erich-Weinert-Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg den Namen Carmen-Sylva-Straße. Bruno Taut plante in den zwanziger Jahren für die GEHAG auch eine Wohnsiedlung im Bezirk Prenzlauer Berg. Die Gesellschaft konnte Bauland auf dem ehemaligen Bötzow-Gelände erwerben und Bruno Taut den Auftrag übergeben, eine Wohnsiedlung zu errichten. Sie entstand in den Jahren 1929-30 und genießt Denkmalschutz und den Schutz der UNESCO als UNESCO-Welterbe.


Die Rumänen betrachten den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Gemeinschaft als eine Rückkehr nach Europa. Ob sie sich noch an Carmen Sylva erinnern?

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt" 2007.

 

Weblinks:

Forschungsstelle Carmen Sylva Fürstlich Wiedisches Archiv: www.carmensylva-fwa.de/

 

Leseempfehlungen:

Hildegard Emilie Schmidt: Die Förderung von Kultur und Bildung in Rumänien durch die Königin Elisabeta geb. Prinzessin zu Wied, nach bisher unveröff. Quellen aus d. Fürstl.-Wied. Archiv in Neuwied, Neuwied: H. E. Schmidt 1983

Hildegard Emilie Schmidt: Elisabeth Königin von Rumänien, Prinzessin zu Wied, "Carmen Sylva" : ihr Beitrag zur rumänischen Musikkultur von 1880 bis 1916 im Kulturaustausch zwischen Rumänien und Westeuropa, Bonn: Dissertation 1991

Silvia Zimmermann: Die dichtende Königin. Elisabeth, Prinzessin zu Wied, Königin von Rumänien, Carmen Sylva (1843-1916). Selbstmythisierung und prodynastische Öffentlichkeitsarbeit durch Literatur, Marburg 2003

 

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Berlin im Blick

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1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.

1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

1297 Das Dominikanerkloster in Cölln wird gegründet.

1657 11. Juli Kurprinz Friedrich (I.) wird in Königsberg geboren.

1747 Müggelheim wird gegründet.

1747 bis 1750 Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.

1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1847 19. November Die Berliner Stadtverordnetenversammlung tagt erstmals öffentlich.

1867 Berlin wird Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1877 Berlin zählt eine Bevölkerung von einer Million Menschen.
Zum ersten Mal werden Sozialdemokraten aus Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt.

1937 1.1. Das "Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" macht die Stadt zum Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes".

1967 Der Alexanderplatz wird neu gestaltet.
2.6. Bei Demonstrationen gegen den Besuch des Schahs von Persien Reza Pahlewi erschießt der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnsorge an der Deutschen Oper.

1977 21.9. West-Berliner Gäste können wegen des Mangels in der DDR große Mengen Kaffee in die DDR einführen.

1987 750-Jahrfeier Berlin in Ost und West
Smog-Alarm der Stufe 1 und selektives Fahrverbot in Berlin-West

1997 9.3. Umweltministerin Angela Merkel und Naturschutzbund-Vorsitzender Jochen Flasbarth markieren im Grunewald Bäume mit Spechthöhlen zum Schutz vor Abholzung.
10.3. Laut DGB arbeiten auf den Berliner Baustellen 40 000 einheimische, 30 000 Bauarbeiter aus EU-Staaten und 8 000 Kontingentarbeiter aus Osteuropa  sowie 25 000 Schwarzarbeiter. 17 000 Berliner Bauarbeiter sind arbeitslos.

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