Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

carmensylva

Carmen Sylva und die ehemalige Carmen-Sylva-Straße, die jetzt Erich-Weinert-Straße heißt

Im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg liegt die Wohnsiedlung Carl Legien. Eine ihre Straßen führt den Erich-Weinert-Straße - seit 1954.  Bis dahin trug sie einen Frauennamen: Carmen Sylva.

 

Im Brockhaus ist sie nicht zu finden: Carmen Sylva, die Schriftstellerin. In Berlin gab es eine Straße mit ihrem Namen, die Stadt Neuwied, in deren Nähe ihr Geburtsort Schloss Monrepos liegt, benannte einen Garten nach ihr. Straßenbenennungen haben oft skurrile Hintergründe.

 

Des Rätsels Lösung

1861 erhielt die Achtzehnjährige von ihrer Patentante Elisabeth eine Einladung nach Berlin und lernte hier ihren späteren Ehemann Karl kennen. Viele junge Menschen kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Berlin und begegneten ihren potentiellen EhepartnerInnen. Die Auflösung des Rätsels um Carmen Sylva ist folgende Geschichte:

 

Carmen Sylva kam am 29. Dezember 1843 als erstes Kind und einzige Tochter des Fürsten Hermann zu Wied (1814–1864) und seiner Frau Marie Prinzessin von Nassau (1825–1902) auf Schloss Monrepos bei Neuwied zur Welt. Ihre Tante war die preußische Königinwitwe Elisabeth aus dem bayerischen Königshaus. Ihr späterer Ehemann hieß Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1839–1914), den die Rumänen am 20. April 1866 zu ihrem Fürsten wählten. Als das Land im Jahre 1881 den Status eines Königreichs erlangte, wurden Karl und Elisabeth am 26. März des Jahres zu König und Königin gekrönt.

1869, am 15. November, heirateten Elisabeth und Karl auf Schloss Neuwied und reisten nach Bukarest, wo Elisabeth – mit Unterbrechungen – bis zu ihrem Tod am 2. März 1916 lebte. 1874 verlor das Ehepaar das einzige Kind, die vierjährige Elisabeth, die an Diphterie und Scharlach starb. Die Fürstin widmete sich sozialpolitischen Themen, engagierte sich außerordentlich in der Armenpflege und im Bildungswesen, stiftete zahlreiche Einrichtungen und förderte Frauenerwerbstätigkeit und Frauenstudium. Das war nicht bloß Mode, sondern durchaus eine Tugend, sehr verbreitet in der weit verzweigten Hohenzollern-Familie.

 

Die Königin aus Deutschland übersetzt rumänische Gedichte

In den siebziger Jahren begann Elisabeth zu schreiben. Sie übersetzte Gedichte aus dem Rumänischen ins Deutsche, dichtete selbst und tauschte sich mit rumänischen und deutschen Dichterinnen aus. Das Pseudonym Carmen Sylva benutzte sie 1880 zum ersten Mal. Nach ihrer Krönung im darauffolgenden Jahr trat sie mit ihrer schriftstellerischen Arbeit an die Öffentlichkeit und erntete dafür ebenso viel Bewunderung wie für ihre gemeinnützige Arbeit.

Der Erfolg ihrer rührselig-schwärmerischen Dichtung stand in enger Verbindung mit der Selbststilisierung zur dichtenden Königin. Denn 1881 lüftete Elisabeth das Geheimnis des Pseudonyms Carmen Sylva. Die Dichterin mag man getrost als weltfremd betrachten, die Königin verdient Anerkennung für ihr umfassendes und erfolgreiches Wirken. Anerkennung findet bis heute auch ihre Übersetzung rumänischer Literatur in die deutsche Sprache.

 

Ob Bruno Taut Carmen Sylva und ihre Werke, Bücher wie „Geflüsterte Worte", kannte?

Vom 13. April 1904 bis zum 4. Juni 1954 führte die Erich-Weinert-Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg den Namen Carmen-Sylva-Straße. Bruno Taut plante in den zwanziger Jahren für die GEHAG auch eine Wohnsiedlung im Bezirk Prenzlauer Berg. Die Gesellschaft konnte Bauland auf dem ehemaligen Bötzow-Gelände erwerben und Bruno Taut den Auftrag übergeben, eine Wohnsiedlung zu errichten. Sie entstand in den Jahren 1929-30 und genießt Denkmalschutz und den Schutz der UNESCO als UNESCO-Welterbe.


Die Rumänen betrachten den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Gemeinschaft als eine Rückkehr nach Europa. Ob sie sich noch an Carmen Sylva erinnern?

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt" 2007.

 

Weblinks:

Forschungsstelle Carmen Sylva Fürstlich Wiedisches Archiv: www.carmensylva-fwa.de/

 

Leseempfehlungen:

Hildegard Emilie Schmidt: Die Förderung von Kultur und Bildung in Rumänien durch die Königin Elisabeta geb. Prinzessin zu Wied, nach bisher unveröff. Quellen aus d. Fürstl.-Wied. Archiv in Neuwied, Neuwied: H. E. Schmidt 1983

Hildegard Emilie Schmidt: Elisabeth Königin von Rumänien, Prinzessin zu Wied, "Carmen Sylva" : ihr Beitrag zur rumänischen Musikkultur von 1880 bis 1916 im Kulturaustausch zwischen Rumänien und Westeuropa, Bonn: Dissertation 1991

Silvia Zimmermann: Die dichtende Königin. Elisabeth, Prinzessin zu Wied, Königin von Rumänien, Carmen Sylva (1843-1916). Selbstmythisierung und prodynastische Öffentlichkeitsarbeit durch Literatur, Marburg 2003

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.
1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee
1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.
1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau
1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.
1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1448 Die Bürger von Berlin und Cölln erheben sich im Berliner Unwillen gegen den Landesherren.
19. Juni Berlin und Cölln unterwerfen sich dem Kurfürsten.
Zunftprivilegien darf zukünftig nur der Landesherr gewähren.
1458 28. April Auf dem Neuen Markt wird Matthäus Hagen nach einem Inqisitionsprozess als Anhänger der hussitisch-taboristischen Lehre hingerichtet.
1488 Der Kurfürst erhebt die „Bierziese".
10. September Johann Zehender erhält das städtische Privileg für zwei Apotheken in Berlin.

1518 Die kurfürstliche Städte- und Polizeiordnung legt einheitliche Maße und Gewichte fest.
1528 25. März Kurfürstin Elisabeth flieht nach Wittenberg.
1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
Wallenstein nimmt Quartier in Berlin-Cölln.
Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
Zu Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen.
1658 Berlin-Cölln wird Garnisonstadt: Der Kurfürst läßt in 508 Bürgerhäusern 1 500 Militärangehörige mit ihren 400 Frauen und 500 Kindern sowie Dienstpersonal einquartieren.
Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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