Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Vortrag zur Kunstgeschichte
Große Namen der Kunst: Adolph Menzel
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 9. Februar 2017, 14 Uhr

Vortrag zur Architekturgeschichte Berlins
Philipp Gerlach
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BB
Sonntag, 12. Februar 2017, 11 Uhr

Vortrag zur Berliner Geschichte und Berliner Archichtektur
Berliner Wohnungsnot vor 100 Jahren
In Zusammenarbeit mit der Urania
Freitag, 24. Februar 2017, 15.30 Uhr

Architekturführung Berlin
Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
Stadtführungen Gerhild Komander
Sonnabend, 25. Februar 2017, 11 Uhr

150x150 Mies

 

Vom Kaufhaus zum Tacheles
Fotografien der Friedrichstraßen-Passage
Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum, Beamtenhaus
bis 4. April 2017

Taut 150Bruno Taut, der Weltbaumeister

Er war der Weltbaumeister. Bruno Taut war der Wegweiser einer neuen Architektur - in Berlin, in Deutschland, in Europa. Sein Engagement für den sozialen Wohnungsbau ist so unvergleichlich wie sein Erfindungsreichtum. Nach den Entwürfen Bruno Tauts entstanden in Berlin zehn- bis zwölftausend Wohnungen.

 

Stadtführungen zur Architektur Bruno Tauts in Berlin:

Bruno Taut und Ludwig Mies van der Rohe. Bauten im Wedding

Bruno Taut und Martin Wagner. Die Siedlungen Lindenhof und Attilahöhe

Gartenstadt Falkenberg. Bruno Tauts Tuschkastensiedlung

Onkel Toms Hütte. Eine Waldsiedlung in Zehlendorf  

Bruno Taut, Jean Krämer, Erich Glas: Wohnbauten am Schillerpark. Architektur der zwanziger Jahre im Wedding, Müllerstraße

Bruno Taut bebaut den Prenzlauer Berg. Die Wohnstadt Carl Legien

Hufeisen, Hüsung, Rote Front. Martin Wagner und Bruno Taut bauen in Britz

Fahrradtour UNESCO-Welterbe Berlin. Berliner Siedlungen der zwanziger Jahre

Die Architekturführungen zu Bruno Taut finden Sie hier ...

 

Bruno Taut, der Weltbaumeister

Bruno Taut (1880 - 1938) war der Wegweiser einer neuen Architektur - in Berlin, in Deutschland, in Europa. Sein Engagement für den sozialen Wohnungsbau ist so unvergleichlich wie sein Erfindungsreichtum. Bruno Taut, geboren in Königsberg/ Kalinigrad, studierte bei Theodor Fischer in Stuttgart und kam 1908 nach Berlin. Er organisierte den Architektenbund Die Gläserne Kette.

1921 bis 1924 wirkte er als Stadtbaurat in Magdeburg, anschließend als beratender Architekt der gewerkschaftseigenen Wohnungsbaugesellschaft GEHAG in Berlin. In den Jahren von 1931 bis 1932 lehrte er ebenfalls als Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg (Technische Universität Berlin). Nach den Entwürfen Bruno Tauts entstanden in Berlin zehn- bis zwölftausend Wohnungen.

 

1932 hielt er sich in Moskau auf, ab 1933 in Japan und erhielt 1936 einen Ruf an die Kunstakademie Istanbul. Dort starb er 1938. Das Stadtmuseum Berlin zeigt Architekturmodelle zum Werk Bruno Tauts.


Literatur:

Winfried Brenne Bruno Taut. Meister des farbigen Bauens in Berlin, herausgegeben vom Deutschen Werkbund Berlin e. V., Berlin: Verlagshaus Braun 2005
Wolfgang Schäche 75 Jahre GEHAG, herausgegeben von Wolfgang Schäche, Berlin: Gebr. Mann Verlag 1999 (nicht mehr im Buchhandel)

 

Erhaltene Werke in Berlin*

Mit den Kollegen Franz Hoffmann und Arthur Vogdt entwarf Taut das Wohn- und Geschäftshaus Kottbusser Damm 2-3, Neukölln. Die ersten beiden Geschosse faßte Taut als Backsteinsockel zusammen. Erker, Lauben und glatte Fensterreihen rhythmisieren die oberen Geschosse. Neuartig war der Materialwechsel von Backstein und Putzfläche. 1977 rekonstuierten Inken und Hinrich Baller die Fassade, hinter der ein Neubau entstand.

 

Ein Teil der Dampfwäscherei, die Bruno Taut 1911-1912 für Erwin Reibedanz baute, hat sich erhalten. Die hellen Klinkermauern sind frühe Beispiele expressionistischer Formengebung in Berlin. Die Fassade aus gelbem Sommer-felder Klinker rahmen und gliedern horizontale und vertikale Bänder aus schwarzen Ziegeln der Kunstziegelei Roter. Bemerkenswert sind die zweifarbigen Würfelfriese in den zurückspringenden Fensterfeldern.

 

Ein Liebling der Architekturgeschichte: die Schillerparksiedlung im Norden des gleichnamigen Parks. In drei Bauabschnitten - von 1924 bis 1930 - entstanden nach den Plänen Bruno Tauts und Franz Hoffmanns 303 Wohnungen in offener Blockrandbebauung. Vier Blöcke umfassen einen gartenartigen Hof, den Taut mit einer weiten Rasenfläche, niedrig wachsenden Bäumen und - vor den Hauswänden - mit Staudenbeeten gestaltete. Max Taut baute die Siedlung nach Kriegsende fertig.

 

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Gelb, Rot, Blau in gebrochenen Tönen: Seit 1994 strahlt die Wohnanlage in der Trierer Straße, blendet bei Sonnenschein überraschte Augen. Soviel Farbe sind sie einfach nicht gewohnt. Der Anblick der Fassaden in der Trierer Straße irritierte schon nach ihrer Fertigstellung 1926 viele Menschen. 1938 wichen die Farben zwangsweise einem eintönigen Kratzputz. Die Wohnanlage liegt etwas abseits und versteckt, aber der Weg lohnt sich!

 

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Dicht an der Autobahn liegt heute die Kleinhaussiedlung Eichkamp, die Bruno Taut gemeinsam mit seinem Bruder Max ab 1925 erbaute. Die Brüder bauten nicht oft zusammen. Ein- und Zweifamilienhäuser mit angesetztem Eingang, Wintergarten und Sichtmauerwerk im Sockel stehen am Zikadenweg. Die meisten Häuser sind stark verändert und von Grün so zugewachsen, daß die Architektur kaum noch wahrnehmbar ist.

 

taut-oderBruno Taut in Neukölln: Im Westen des Bezirks, an Leine-, Oder- und Okerstraße sowie an der Lichtenrader Straße errichtete der Architekt 1925/26 und 1927/28 191 Geschoßwohnungen in Blockbauweise. Trotz ihrer Beschädigun-gen im Zweiten Weltkrieg und dem vereinfachten Wiederaufbau 1951 fallen diese Wohnblöcke im Quartier Schillerpromenade sofort auf: Der lebhafte Wechsel von Treppenhäusern und Lauben, weißer Putz neben gelben Klinkern charakterisieren die Fassaden.

 

600 Wohnungen erbaute Bruno Taut für die GEHAG entlang der Buschallee in Weißensee. In vier Bauabschnitten entstanden zwischen 1925 und 1930 entlang der Straßenbahntrasse sechs langgezogene Blöcke mit dicht aneinanderliegenden Lauben. In unerhörter Farbigkeit, hellem Ocker und dunklem Rot, zeigen sich seit der Restaurierung 1993 durch das unermüdliche Büro Brenne Architekten die Fassaden, in Weiß und Rosa die Rückseiten.

 

taut-h-bartsch1926 bis 1927 entstand die Wohnanlage Schönlanker Straße, Prenzlauer Berg. Drei Wohnblöcke auf h-förmigem Grundriß entwarf Bruno Taut hier an der Ernst-Fürstenberg-, Heinz-Bartsch- und Paul-Heyse-Straße. Obwohl sich die Anlage an der Ernst-Fürstenberg-Straße als dreiflügelige Hofanlage zeigt, ist die Ansicht dieser Fassaden keineswegs einheitlich, denn Balkone und Loggien sind auf die Sonnenseiten ausgerichtet.

 

Nahe am S-Bahnhof Greifswalder Straße errichtete Bruno Taut in den Jahren 1927 bis 1928 für die GEHAG die Wohnanlage Grellstraße. Vom Bahnhof gesehen fällt zunächst der Kopfbau an der Ecke von Greifswalder Straße und Grellstraße ins Auge. Die Rietzestraße entlang zieht sich ein nahezu ungegliederter Baukörper hin. Hier kontrastieren die weißen Rückseiten der Häuser mit den grünen und blauen Wänden der quer zur Grellstraße aufgestellten Blöcke.

 

taut-c-legienDie Wohnstadt Carl Legien im Prenzlauer Berg zählt zu den Höhepunkten des Wohnungsbaus der zwanziger Jahre - und sicher darüber hinaus. Die sechs Hofanlagen an der Erich-Weinert-Straße, die damals Carmen-Sylva-Straße hieß, baute Bruno Taut mit Franz Hilliger in den Jahren 1928 bis 1930. 1 149 Wohnungen mit anderthalb bis viereinhalb Zimmern entstanden hier mit sie umgebenden Fassaden zum Hof in Rot, Grün und Blau.

 

Auch Tempelhof hat seine Taut-Siedlung: Es ist die Wohnanlage Attilahöhe an Attila- und Tankredstraße, an der auch die Architekten Paul Zimmereimer und Otto Rudolf Salvisberg beteiligt waren. Tauts Compagnion Franz Hoffmann vollendete 1936 bis 1937 den Bauteil an der Paul-Schmidt-Straße. Die Besonderheit der Anlage bestand in dem großen Gemeinschaftshaus im Hof, das neben Wohnungen Läden, Kindergarten und Heizzentrale aufnahm.

 

taut-f-ebert11930 bis 1931 bebaute Bruno Taut gemeinsam mit Paul Mebes und Paul Emmerich freies Land im Nordwesten des Wedding, im "besseren Wedding". Die Großsiedlung Friedrich Ebert, die sich zwischen Müllerstraße und Windhuker Straße im Afrikanischen Viertel befindet, ist das erste Beispiel für die Zeilenbauweise in Berlin. Bruno Tauts Blöcke stehen südlich der Togostraße - zu den Rehbergen hin.

 

* Die Liste ist nicht vollständig. Die meisten Photographien entstanden von April bis Juli 2005. Die Aufnahmen der Schillerparksiedlung und Friedrich-Ebert-Siedlung stammen aus früheren Jahren.

 

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Berlin im Blick

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1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.

1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

1297 Das Dominikanerkloster in Cölln wird gegründet.

1657 11. Juli Kurprinz Friedrich (I.) wird in Königsberg geboren.

1747 Müggelheim wird gegründet.

1747 bis 1750 Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.

1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1847 19. November Die Berliner Stadtverordnetenversammlung tagt erstmals öffentlich.

1867 Berlin wird Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1877 Berlin zählt eine Bevölkerung von einer Million Menschen.
Zum ersten Mal werden Sozialdemokraten aus Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt.

1937 1.1. Das "Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" macht die Stadt zum Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes".

1967 Der Alexanderplatz wird neu gestaltet.
2.6. Bei Demonstrationen gegen den Besuch des Schahs von Persien Reza Pahlewi erschießt der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnsorge an der Deutschen Oper.

1977 21.9. West-Berliner Gäste können wegen des Mangels in der DDR große Mengen Kaffee in die DDR einführen.

1987 750-Jahrfeier Berlin in Ost und West
Smog-Alarm der Stufe 1 und selektives Fahrverbot in Berlin-West

1997 9.3. Umweltministerin Angela Merkel und Naturschutzbund-Vorsitzender Jochen Flasbarth markieren im Grunewald Bäume mit Spechthöhlen zum Schutz vor Abholzung.
10.3. Laut DGB arbeiten auf den Berliner Baustellen 40 000 einheimische, 30 000 Bauarbeiter aus EU-Staaten und 8 000 Kontingentarbeiter aus Osteuropa  sowie 25 000 Schwarzarbeiter. 17 000 Berliner Bauarbeiter sind arbeitslos.

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