Fundstücke der Berliner Geschichte

Berlinerisch

Nichtberliner glauben, daß der Berliner stets da, wo im Hochdeutschen ein ei steht, es wie ee ausspricht. Das stimmt aber nicht.
Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß im Berlinerischen „ei“ nur dann zu „ee“ wird, wenn auch im Niederdeutschen „ee“ steht. Er sagt also: „Der Kerl , der die Arbeet erfunden hat, der muß nischt zu dun jehabt haben!“ Wenn aber im Niederdeutschen für ein „ei“ ein „i“ steht, dann bleibt der Berliner beim „ei“: „Det kann ja keen Schwein lesen!“


Also sagt der Berliner auch nicht „meen“. Wenn jemand „meen“ oder „meener“ sagt, verrät er, daß er kein echter Berliner ist und nur vortäuschen will. Der Berliner sagt wohl: „Du meenst wohl nee?“ d.i.: „Bist du anderer Meinung.“ Wenn aber das besitzanzeigende Wort mein ausgesprochen wird, dann bleibt es deutlich mein“ Nie sagt der Berliner: „Meene Braut!“

 

Aus:
Hans Ostwald: Was nicht im Wörterbuch steht. Berlinerisch, mit vielen Zeichnungen von Heinrich Zille, Karl Arnold und Rudolf Großmann, München: R. Piper & Co. Verlag 1932, S. 48

 

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", Februar 2007.

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