Gerhild Komander

Wedding-Nachrichten

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150 Nordhafen

Stadtführungen Berlin Wedding

Frauen im Wedding. Von den Benediktinerinnen zu Constanze Behrends
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Donnerstag, 8. März 2018, 14 Uhr

Afrika im Wedding. Das Afrikanische Viertel: Architektur, Stadtplanung, Kolonialgeschichte
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr

Neue Heimat Wedding. Von der Kolonie zum QM: Der Soldiner Kiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 6. April 2018, 16 Uhr

Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 17. April 2018, 11 Uhr

Von der Schillerhöhe zum Schäfersee. Wohnsiedlungen auf der grünen Grenze zwischen dem Wedding und Reinickendorf
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend,.21. April 2018, 11 Uhr

150 Ploetzensee

Kiezerkundung Berlin Wedding

Erkundigen Sie sich jetzt mit Ihrer Schulklasse für das neue Jahr!

150 Schillerparksiedlung

 

 

Mehr Platz für Bücher und neue Medien im Herzen des Wedding

Dagmar Hänisch will die Bezirkszentralbibliothek Mitte auf dem Rathausplatz etablieren - 09/2009

 

Gerüchteweise haben wir schon länger davon gehört, aber Niemand wusste etwas Genaues. Der Wedding als zentraler Bildungsstandort in Mitte? Gut, wenn man die Stadträtin für Bildung und Kultur, Dagmar Hänisch, und den Bürgermeister, Dr. Christian Handke, gleich vor der Tür hat. Sie wohnen im Wedding und mögen den Wedding.

Zu den Einzelheiten. Immer noch verwirrend, aber immer noch real ist die Tatsache, dass die Stadt Berlin ein Land ist, nämlich ein Bundesland. Dazu gehört eine Landesbibliothek, die ist jedoch keineswegs so nebenbei auch Stadtbibliothek, wie verwirrte BibliotheksbenutzerInnen meinen. Stattdessen hat jeder Berliner Bezirk seine eigene Bezirkszentralbibliothek, so auch der Bezirk Mitte, zu dem der Wedding seit der Bezirksreform gehört.

 

Während das Rathaus Mitte (geht ja gar nicht, weil ein Rathaus zur Stadt gehört, Mitte aber keine Stadt, sondern bloß ein Stadtbezirk ist) weitab vom Schuss in der Karl-Marx-Allee liegt, die Rathäuser Wedding und Tiergarten dagegen noch mitten in den alten Stadtteilen liegen, ringen die Stadtverordneten um eine vernünftige Nutzung der halb verlassenen Häuser in der Müllerstraße und am Mathilde-Jacob-Platz.

Ein Ergebnis dieses Ringens ist der Beschluss, dem Wedding die neue Bezirkszentralbibliothek zuzumuten. Schön formuliert heißt es in der Pressemitteilung des Bezirksamtes: „Im Zentrum des Bezirks Mitte, neben dem Weddinger Rathaus in der Müllerstraße 147, soll langfristig eine neue Bezirkszentralbibliothek errichtet werden." „Im Zentrum des Bezirks Mitte ... Allen BewohnerInnen des Wedding ist klar, dass das Weddinger Rathaus (für dessen Bezeichnung gerechterweise die gleichen Bedenken ins Spiel gebracht werden müssen wie beim Rathaus Mitte) im Zentrum des großen Bezirks Mitte liegt, aber dass auch die Bezirksverordneten das so sehen, war bislang unbekannt.

 

Die heutige Pressemitteilung jedenfalls (vom 3. September 2009) stellt das klar. Und wozu diese Mitteilung heute? Eine Ausstellung wird eröffnet, vermutlich heute Abend in kleinem Kreis. Warum auch nicht? Die Ausstellung in der Galerie des Kurt-Schumacher-Hauses, dem Sitz der SPD Berlin, wird Entwürfe Architekturstudentinnen und -studenten der Beuth Hochschule für Technik Berlin zeigen, wie die bestehende Schillerbibliothek im alten Bezirksverordneten-Sitzungssaal baulich erweitert werden könnte.

Natürlich ist die Schillerbibliothek in der Müllerstraße 147 viel zu klein für eine Stadtbibliothek. Ganze dreihundert Quadratmeter stehen hier zur Verfügung. Und dennoch bieten Corinna Dernbach und ihre Kolleginnen neben aktuellen Medien und Veranstaltungen auch Sprach- und Leseförderung an.

 

Die Stadtbibliothek Mitte verleiht die Medien ihres Bestandes jährlich über 2,6 Millionen Mal. Mehr als eine Million Besuche stattet das Lesepublikum den Häusern ab. ist die Stadtbibliothek. Fast im Stillen, ohne „Event", aber mit vielseitigen Angeboten, etablierte sich die Stadtbibliothek Mitte als eine der am stärksten genutzten Kultur- und außerschulischen Bildungseinrichtungen im Bezirk. Über mangelndes Publikum beklagt sich Niemand. Nur der Platzmangel stört Bibliothekarinnen und teilweise auch die NutzerInnen. In der Schillerbibliothek sind die Nutzungszahlen seit dem Umzug vom Posthof zum Rathaus stetig gestiegen.

Vor drei Jahren beschloss die Bezirksverordnetenversammlung in Mitte einen Bibliotheksentwicklungsplan, der den „Ausbau des Standorts zu einer leistungsfähigen Bezirkszentralbibliothek auf sechstausend Quadratmeter Hauptnutzfläche" festlegt. Damit wird die schöne Schillerbibliothek „ein attraktiver, anregender Ort der Literaturvermittlung für die Leserinnen und Leser aus dem gesamten Bezirk werden als auch zentrale Dienstleistungen für die Zweigbibliotheken im bezirklichen Bibliotheksnetz bündeln."

 

Natürlich ist auch dem Bezirksamt Mitte klar, dass der akute Geldmangel diesen Traum nicht sofort wahr werden lassen wird. Doch die erste Ausbaustufe ist beschlossene Sache. Die Schiller-Bibliothek wird als Mittelpunktbibliothek auf insgesamt 1 600 Quadratmeter ausgebaut. Das Geld wird aus drei Töpfen fließen: Aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren", für das sich der Bezirk für die Müllerstraße erfolgreich beworben hat, zu einem Drittel aus dem Programm „Bibliothek im Stadtteil" des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie zu einem Drittel aus einem Kofinanzierungsanteil aus dem Bezirkshaushalt.

Noch im Jahr 2009 wird eine städtebauliche Studie vorgelegt werden. Die Ideen, Entwürfe und Visionen der Studentinnen und Studenten der Beuth Hochschule sollen vertiefende Arbeit anregen, das Potential verdeutlichen, das die Gegend um Rathausplatz und Leopoldplatz an der Müllerstraße entwickeln können. Dielangfristige Entwicklung des Standortes wird auf mindestens zwei Säulen ruhen: Einer „Aufwertung der Müllerstraße als lebendige Geschäftsstraße durch ein funktional wie architektonisch für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ansprechendes Bibliotheksgebäude".

 

Gerhild H. M. Komander

 

Eine neue Bibliothek im Herzen des Wedding
Bibliotheksentwicklung in Planung – Vision und Realisierung

Ausstellung in der Galerie des Kurt-Schumacher-Hauses

Ort: Kurt-Schumacher-Haus, Müllerstraße 163, 13353 Berlin (Wedding)
Zeit: 4. September bis 1. Oktober 2009, Montag bis Freitag 11.00 bis 13.00 Uhr und
14.00 bis 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung kann vom 04. September bis zum 01. Oktober 2009 jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit von 11.00 bis 13.00 und 14.00 bis 19.00 Uhr besichtigt werden.

Am Freitag, 18. September 2009 um 18.00 Uhr werden die Stadträtin für Bildung und Kultur, Dagmar Hänisch, der Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe, die Vizepräsidentin der Beuth Hochschule für Technik Berlin, Prof. Dr. Gudrun Görlitz, sowie die begleitenden Dozentinnen Prof. Dorothee Dubrau und Prof. Gisela Glass in einem Festakt die ausgestellten Entwürfe würdigen und mit den anwesenden Studentinnen und Studenten ins Gespräch dazu kommen. Die Öffentlichkeit ist herzlich dazu
eingeladen.

 

Bezirksamt Mitte von Berlin 1
Pressemitteilung 373/09
Pressestelle Rathaus Tiergarten
Mathilde-Jacob-Platz 1
10551 Berlin

(030) 9018-32032
Fax (030) 9018-32061
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.berlin-mitte.de

W:\PRESSESTELLE\PRESSE 2009\Pressemitteilungen\09September\03 sept\373_neue_Bibliothek_Wedding.doc

 

Dieser Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", September 2009.

 

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Wedding-Daten

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1318 Markgraf Woldemar überläßt den Benediktinerinnen des Klosters Spandau den Fischzoll der umliegenden brandenburgischen Gewässer, auch des Plötzensees.

1588 Die Benediktinerinnen des Klosters Spandau gebn im Zuge der Reformation und der damit einhergehenden Enteignung der Klöster die Mühle an der Panke an den Kurfürsten Johann Georg.

1728 Dorothea Steffin behauptet, auf dem Wedding dem Teufel begegnet zu sein. Ihr wird als Hexe der Prozeß gemacht.

1848 "Die Rehberger kommen!" im Rahmen der Notstandsgesetze und -baumaßnahmen wird der erste Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal gebaut. Die Arbeiter verleihen ihrer Forderung nach höheren Löhnen mit dem Marsch auf die Stadtmitte Berlins Ausdruck.

1888 Pfarrer Carl Schlegel, Diakonissen und Schülerinnen ziehen in das erste Gebäude des neu errichteten Paul-Gerhardt-Stifts in der Müllerstraße 56 ein.

1898 Die Brüder Wittler eröffnen ihre Bäckerei in der Müllerstraße 33 - zwischen Utrechter und Amsterdamer Straße.

1908 Die AEG errichtet ihre Werksgebäude in der Hussiten- und Voltastraße. Peter Behrens ist der leitende Architekt.
Am 15. Juni wird das Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße eröffnet. Der Architekt ist Stadtbaurat Ludwig Hoffmann.
Am 7. Oktober öffnet die Gemeindeschule am Zeppelinplatz ihre Türen, das ebenfalls Ludwig Hoffmann entwarf.

1918 Die Arbeiter der Firmen AEG und Schwartzkopff marschieren in die Stadtmitte. Sie stehen am Anfang der Revolution in der Reichshauptstadt.

1938 SA-Angehörige zerstören die Synagoge auf dem Hof des Hauses Prinzenallee 87.

1948 Berlin-Blockade. 80 000 Menschen folgen dem Aufruf der SPD, auf dem Hertha-Sportplatz am S-Bahnhof Gesundbrunnen gegen die Blockade der SMAD und für die Freiheit der Stadt zu demonstrieren.

1958 Der Wedding erhält den bis heute einzigen Frauennamen auf einem Straßenschild: Aus dem Oskarplatz wird der Louise-Schroeder-Platz.

1978 Das Kaufhaus Karstadt am Leopoldplatz wird eröffnet.

1998 Am 30. Januar kann Tommy Spree das Anti-Kriegs-Museum in der Brüsseler Straße 21 eröffnen, das sein Großvater Ernst Friedrich nach dem Ersten Weltkrieg in der Waisenstraße betrieb.
Am 18. September lädt Gabriele Lange zur Ausstellungeröffnung in das Heimatmuseum Wedding in der Pankstraße: "Die Rehberger kommen!"

 

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