Gräber und gelebtes Leben

Der Friedhof Bergstraße in Berlin-Steglitz


Wer Wolfgang Holtz, d e n  Steglitz-Kenner kennt, weiß, daß den LeserInnen dieses
neuen Buches viele Überraschungen erwarten. Wer ihn nicht kennt, wird es erfahren. Allein der Bilderschatz ist außergewöhnlich.

Heute Abend hat Wolfgang Holtz das Gemeinschaftswerk im Berlin-Saal der Berliner Stadtbibliothek vorgestellt. Ich habe dankend ein Exemplar erhalten, denn ich plaudere ja alles Neue aus. Das Beste, was einem neuem Buch geschehen kann.

{mosimage}Mit Christian Simon, Wolfgang Wolfgang Becker-Brüser, Monika Gesierich und Ludwig Schlottke ist ein wunderschönes Buch entstanden. Hundert Geschichten, Bilder, alte und neue, und - ganz wichtig - zwei Pläne des Friedhofs machen das Buch zum spannenden Lesebuch, verläßlichen Begleiter auf dem Friedhofsgang und Schatz in der Hausbibliothek.

Von Hermann Alberts, dem königlichen Sanitätsrat, bis Julius Zimmermann, dem ersten hauptamtlichen Gemeindevorsteher der Gemeinde Steglitz reicht die Liste der erfaßten Gräber.

Für viele dieser Gräber setzte sich Wolfgang Holtz in den vergangenen dreißig Jahren ein. Eine der schönsten Unternehmungen war die Gedenkfeier für Walter
                                               Leistikow. Zum einhundertsten Todestag des Künstlers hatten Wilma Gütgemann-Holtz und Wolfgang Holtz den Grabstein Leistikows restaurieren lassen. Wir erinnern uns gern daran!

Neben vielen Dokumenten und Bildern, auch aus dem Bestand des Heimatarchivs Steglitz, dem Wolfgang Holtz viele Jahre vorstand, gibt es auch wieder eine Karte aus der Produktion der Neuen Photographischen Gesellschaft, der NPG: Reinhold Boeltzigs "Fruchtsammlerin" ist abgebildet. Das Grab des Bildhauers, der vor sechzig Jahren in Steglitz starb, ist eingeebnet.

Natürlich rahmen weitere Beiträge die Grabgeschichten. Das Kapitel "Von den Rauhen Bergen zum Friedhof" führt uns durch die Ortsgeschichte. Monika Gieserich schließt mit ihren Forschungen zur Kleinhaussiedlung an der Bismarckstraße an - einem Phänomen der Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg. Der Wasserturm, der wie ein Leuchtturm aus den Gräberfeldern ragt, darf nicht fehlen. der Hausherr selbst, Wolfgang Becker-Brüser, beschreibt ihn.

Und zum Schluß gibt's kein Geräusch, wie die Kinder es vom "Ohrenbären" gewohnt sind, aber einen Blick in die Kinderstube der Turmfalken, die im Turm zuhause sind, jedes Jahr wieder. Ludwig Schlottke von der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft hat ihn geschrieben.
 

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Wolfgang Holtz und Christian Simon: Gräber und gelebtes Leben. Der Friedhof Bergstraße in Berlin-Steglitz, mit Beiträgen von Wolfgang Becker-Brüser, Monika Gesierich und Ludwig Schlottke, Berlin: AVI Arzneimittel-Verlags GmbH Berlin 2010, 13,50 Euro

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