Unbefangene Forschung nach den Forderungen des Lebens

Der Architekt Carl Heinrich Eduard Knoblauch im Architekturmuseum (2008)

 

Sein berühmtester Bau ist die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße. Den Auftrag erhielt Eduard Knoblauch 1858 von der Jüdischen Gemeinde Berlin. In einem Wettbewerb hatte die Gemeinde internationalen Architekten Gelegenheit gegeben, ihren Wünschen Gestalt zu geben. Aber das Ergebnis war unbefriedigend. Sie bat Eduard Knoblauch, den renommierten Berliner Architekten, um einen Entwurf. Der Entwurf gefiel. Knoblauch hinterließ der Jüdischen Gemeinde und der Stadt Berlin mit diesem Werk eines der bemerkenswertesten Gebäude der Stadt.

Die Vorfahren Knoblauchs stammten aus Ungarn, wurden Anfang des 18. Jahrhunderts in Berlin ansässig und erwarben das Haus in der Poststraße 23, vor der Nikolaikirche, das noch steht. Als Textilfabrikanten, Stadtverordnete und Baumeister erwarben die Mitglieder der Familie Knoblauch Achtung und Wohlstand.

Eduard Knoblauch kam am 25. September 1801 in der Poststraße zur Welt. Er lernte bei Karl Friedrich von Klöden und am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, studierte an Kunst- und Bauakademie in Berlin. Studienreisen führten ihn durch Deutschland, nach Frankreich und Italien.

Mit 23 Jahren verfiel Knoblauch auf die Idee, den Berliner Architektenverein zu gründen. Dessen Gründung gilt als eine seiner wichtigsten Leistungen, weil der Verein wesentlich dazu beitrug, sowohl die Architektur als auch die Architektenausbildung zu professionalisieren.

130 Gebäude führte Eduard Knoblauchs als Privatarchitekt – unabhängig von Hof und Staat -im Laufe seines Lebens aus und geriet doch in Vergessenheit. Vielleicht lag es daran, dass sein zeichnerischer Nachlass als verschollen galt? Ein großer Teil der Zeichnungen des Baumeisters kam in der achtziger Jahren zum Vorschein. Die Architektursammlung der Technischen Universität Berlin konnte ihn erwerben und zeigt nun erstmals Zeichnungen aus dem Nachlass des Berliner Architekten in einer Ausstellung zeigen.

Azra Charbonnier hat sich der 750 Zeichnungen Eduard Knoblauchs angenommen und wissenschaftlich bearbeitet. Erstmals werden nun Leben und Werk Knoblauchs in ihrem ganzen Umfang vorgestellt.

 

Galerie des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin in der Universitätsbibliothek
Sekr. A 7, Straße des 17. Juni 150/152, Berlin- Charlottenburg, Telefon: 314 - 231 16
http://www.architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/
26. November 2006 bis 29. Februar 2008
Geöffnet: montags bis donnerstags 12 bis 16 Uhr
(und nach Vereinbarung)

 

| Nr. 18, Februar 2008 |

 

Leseempfehlung:

Azra Charbonnier: Carl Heinrich Eduard Knoblauch (1801–1865), Berlin 2007, 98,00 Euro

Jan Mende: Berliner Leben im Biedermeier. Knoblauchhaus, herausgegeben vom Stadtmuseum Berlin, Berlin 2007

Annette Bossmann und Andreas Teltow: Drei Berliner Architekten in Berlin. Eduard Knoblauch 1801-1865. Gustav Knoblauch 1833-1916. Arnold Knoblauch 1879-1963, Berlin 1993

 

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