Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

150 MuellerS-BahnboegenWo die Mühlen sich im Wind drehten

Die Müllerstraße im Wedding

Die Stadtführung in der Müllerstraße gibt es hier ...

 

Die Müllerstraße zählt zu den Berliner Straßen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen in der Stadt. Die Kreuzung Müller- Ecke Seestraße ist laut Unfallstatistik die zweitgefährlichste in Berlin, nach der Kreuzung An der Urania und Tauentzienstraße.

Eine außerordentlich stark genutzte Straße, ein Weg mehr über Jahrhunderte, war die Strecke schon lange Zeit, bevor sie ihren Namen erhielt. Die Müllerstraße ist Teil des mittelalterlichen Ruppiner Heerweges, der am Spandauer Tor, später am Oranienburger Tor seinen Anfang nahm und nach Ruppin (Neuruppin) und Hamburg führte. Noch 1802 bezeichnet Johann Friedrich Schneider sie auf dem Plan von Berlin und seinen Umgebungen als „Ruppiner Weg". Damals war sie jedoch schon eine schnurgerade Chaussee. Schotter bedeckte ab 1803 den Sand. Viel bequemer war dieser Belag für die Postkutschenpferde, die Fahrgäste und den Kutscher. Über die Müllerstraße gingen nach Hamburg mehr Postkurse als Frankfurt am Main.

 

Mueller Muehle Kloss Ecke Trift 566

 

Wie die Müllerstraße zu ihrem Namen kam

Christian Friedrich Moritz, letzter Gemeindevorsteher des Vorwerks Wedding an der Reinickendorfer Straße, lehnte die Ehre ab, dass der Weg nach Ruppin seinen Namen tragen sollte. Auch der im Wedding ansässige Müller Streichan, Schwiegersohn des zuvor genannten Moritz, winkte dankend ab. Warum steht leider nicht in den Akten.

Wohl der Einfachheit halber ließ man den Familiennamen weg und benannte die Chaussee 1827 nach dem Berufszweig, der den Westen des Wedding prägte, Müllerstraße. Zwanzig Mühlen waren damals links und rechts der Müllerstraße in Betrieb. Bis 1846 kamen vier weitere hinzu, obwohl die wirtschaftliche Konkurrenz groß war. Die Mühlen standen zwischen Barfus- und Schwedenstraße, Amrumer und Reinickendorfer Straße, besonders dicht um die Malplaquetstraße, Luxemburger Straße und den S-Bahnhof Wedding (in heutigen Ortsangaben).

 

Dampfkraft vertreibt die Mühlen

Die Dampfkraft und deren erfolgreiche Anwendung in der Metall- und Maschinenbauindustrie – verbunden mit den Namen Egell, Borsig, Schwartzkopff -, die seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Chausseestraße „hoch kroch", machte den Mühlen am Ende des Jahrhunderts den Garaus. Wie sie geriet auch die Müllerstraße in den Sog der Industrialisierung. Als im Jahr 1800 der Schotter auf den Sand gebracht wurde, standen einsam und verlassen vier Wohnhäuser zwischen Panke und Tegeler Forst. Fünfzig Jahre später hatten die Industriebetriebe die Lynarstraße erreicht. Schering stand – wohl nicht von ungefähr – am späteren S-Bahnhof.

 

Der Corso Müllerstraße

Viel weiter nach Nordwesten breiteten sich die Betriebe dann nicht mehr aus. Der nordwestliche Wedding blieb verhältnismäßig ruhig und sauber. Die in den zwanziger Jahren erbauten Wohnsiedlungen brachten der Gegend vollends den Ruf ein, „der bessere Wedding" zu sein. Zwischen Leopoldplatz und Seestraße entwickelte sich um 1900 der „Corso" des Wedding, schrieb der Weddinger Buchhändler Fritz Rück 1931. Die Flaniermeile zog junge Paare und Gruppen an, ältere mischten sich darunter. Die Menschen genossen Gaststätten, Verkaufsläden aller Gewerbe und besuchten die Lichtspieltheater, Onkel Pelles Rummelplatz, Tanzlokale und Theater. Die Pharus-Säle in der Müllerstraße 142 entwickelten zu einem Hauptversammlungsort der sozialdemokratischen Arbeiterschaft. SPD, USPD, KPD und NSDAP trafen hier aufeinander und traten nacheinander gegeneinander an.

 
Mueller Reindorfer 566 

Bomben auf die Rüstungsbetriebe

Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten die Bomben die zu Rüstungsbetrieben mutierten Maschinenbaufirmen und die benachbarten Gebäude an der unteren Müllerstraße. Im Nordwesten gab es geringe Kriegsschäden, die glücklicherweise die Wohnsiedlungen der zwanziger Jahre verschonten. Schillerparksiedlung, Friedrich-Ebert-Siedlung, Straßenbahnstadt und die Wohnkuben an der Afrikanischen Straße blieben fast unversehrt. Jean Krämer, Paul Mebes und Paul Emmerich, Ludwig Mies van der Rohe und Bruno Taut waren die verantwortlichen Architekten.

 

Autobahn Müllerstraße

Zwischen Nordpanke und Arbeitsamt zog nach Kriegsende der Einzelhandel fast aus. Das Straßenbild wirkt seitdem wie gelähmt. Erst in Höhe des Leopoldplatzes bis über die Seestraße hinweg ist noch ein letzter Abglanz des einstigen Straßenlebens zu spüren. Waren- und Konfektionshäuser siedelten sich an. Es hätte werden können, wie es einst war. Aber die politische Entwicklung, die Teilung Berlins und der Mauerbau, trennte die Müllerstraße von der Mitte und schob den Wedding, der zur Mitte Berlins gehört hatte, ins Abseits. Radfahren auf der Müllerstraße ist lebensgefährlich, Straßencafés der hohen Lärm- und Abgasbelastung wegen unmöglich.

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt".

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.
1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee
1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.
1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau
1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.
1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1448 Die Bürger von Berlin und Cölln erheben sich im Berliner Unwillen gegen den Landesherren.
19. Juni Berlin und Cölln unterwerfen sich dem Kurfürsten.
Zunftprivilegien darf zukünftig nur der Landesherr gewähren.
1458 28. April Auf dem Neuen Markt wird Matthäus Hagen nach einem Inqisitionsprozess als Anhänger der hussitisch-taboristischen Lehre hingerichtet.
1488 Der Kurfürst erhebt die „Bierziese".
10. September Johann Zehender erhält das städtische Privileg für zwei Apotheken in Berlin.

1518 Die kurfürstliche Städte- und Polizeiordnung legt einheitliche Maße und Gewichte fest.
1528 25. März Kurfürstin Elisabeth flieht nach Wittenberg.
1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
Wallenstein nimmt Quartier in Berlin-Cölln.
Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
Zu Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen.
1658 Berlin-Cölln wird Garnisonstadt: Der Kurfürst läßt in 508 Bürgerhäusern 1 500 Militärangehörige mit ihren 400 Frauen und 500 Kindern sowie Dienstpersonal einquartieren.
Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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