Gerhild Komander

Fanny Hensel 150Fanny Hensel

Lebensorte einer Pianistin

Sie war eine Tochter aus gutem Hause. Und doch kam sie als Flüchtling nach Berlin.

 

Stadtführung zu den Lebensorten von Fanny Hensel und der Familie Mendelssohn Bartoldy

Fanny Hensel hinterließ mehr als vierhundert Kompositionen, Tagebücher und Briefe stammen von ihrer Hand. Und doch dauerte es viele Jahrzehnte, bis sie entdeckt wurde. Mir fallen immer noch musikgeschichtliche Werke in der Hand, in denen sie nicht vorkommt – wie andere Komponistinnen auch. Aber da ergeht es ihr und ihrem Werk nicht schlechter als anderen. Die neuesten biographischen Lexika über Berlin und Brandenburg haben hier staunenswerte Lücken ...

 

Am 14. November 1805 wurde Fanny Hensel als Fanny Caecilia Mendelssohn in Hamburg als erstes Kind des Bankiers Abraham Mendelssohn und seiner Ehefrau Lea in der Großen Michaelisstraße geboren, dicht an der St. Michaeliskirche gelegen. Kontinentalsperre und Besatzung durch die Truppen Napoleons setzten der Bevölkerung seit 1806 hart zu. Im Jahre 1810 mußte es sich die Freie Hansestadt Hamburg – reichsunmittelbar seit 1510 – gefallen lassen, dem französischen Kaiserreich einverleibt zu werden. Tausende Menschen flohen ins benachbarte Altona, das zum Königreich Dänemark gehörte. Die Familie Mendelssohn flüchtete Richtung Südosten, zurück nach Berlin.

 

Die erste Berliner Wohnung, die Fanny kennen lernte, lag vermutlich im Haus Neue Promenade 7 in der Spandauer Vorstadt, dessen Erdgeschoss die Großmutter Bella Salomon bewohnte. In dieser Straße hatten Anna Louisa Karsch (Nr. 3) und Johann Gottlieb Fichte (Nr. 9-10) gewohnt. Nicht weit entfernt, in der Spandauer Straße 68, hatte Moses Mendelssohn seiner Familie eine Wohnung eingerichtet. Dieses berühmte Haus wurde 1886 abgerissen, um die Kaiser-Wilhelm-Straße (Karl-Liebknecht-Straße) vom Lustgarten her anlegen zu können.


Um 1800 gehörte die Spandauer Vorstadt zu den angestammten Wohngegenden des Berliner Bürgertums. Das änderte sich im Verlauf der folgenden Jahrzehnte. Die Familie Abraham Mendelssohns zog fort an den Gendarmenmarkt. In der südlichen Markgrafenstraße, im Haus des Pfarrers Johann Jakob Stägemann, Markgrafenstraße 48 (heute 40) fand sie eine Wohnstatt. In einer Querstraße, der Jägerstraße richteten die Brüder Mendelssohn 1814 ihr Bankhaus ein.

 

Ein besonderes Ereignis verband Fanny mit der Jerusalemkirche, die sich einst an der Einmündung der Jerusalemer Straße in die Lindenstraße (Kreuzberg) befand. Hier wurden Fanny und ihre jüngeren Geschwister 1816 von Pfarrer Stägemann getauft. 1820 lud Carl Friedrich Zelter Fanny und ihren Bruder Felix ein, in der Künstlergemeinschaft der Singakademie mitzuwirken. Diese Bildungsstätte des gelehrten Berlin erhielt 1827 ein neues Haus, das heute das Maxim-Gorki-Theater beherbergt.

 

Im Jahre 1825 erwarb Abraham Mendelssohn für seine Familie das Palais von der Recke in der Leipziger Straße 3. Es lag dicht am Leipziger Platz, das heißt an der Stadtgrenze. Dieses Haus, insbesondere das legendäre Gartenhaus, wurde Fannys endgültiges Zuhause – bis zu ihrem Tode im Jahre 1847. Hier lebte sie auch mit ihrem Mann, dem Maler Wilhelm Hensel, und ihrem Sohn Sebastian. Am 3. Oktober 1829 waren Fanny Mendelssohn-Bartholdy und Wilhelm Hensel in der Parochialkirche getraut worden. An die Wohnstätte der Mendelssohns erinnert die Gedenktafel am Bundesratsgebäude, das das Grundstück der berühmten Berliner Familie heute einnimmt.

Der Zugehörigkeit zur Gemeinde der (zerstörten) Dreifaltigkeitskirche in der Mauerstraße verdankt es die Berliner Pianistin Fanny Hensel, dass sie ihre letzte Ruhestätte am Mehringdamm fand.

 

Gerhild H. M. Komander

 

Termine:  auf Anfrage

Dauer: etwa zwei Stunden

Kosten: 150,00 Euro für Gruppen bei geschlossener Führung

Treffpunkt: Hackescher Markt, vor dem Haus Neue Promenade 7 (gegenüber dem westlichen Ausgang des S-Bahnhofs)

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Schiller Philosophie

Frauen in Berlin

1. Januar 1950 Die Schauspielerin Gertrud Eysoldt stirbt in Ohlstadt b. Murnau.
1. Januar 2010 Freya Gräfin von Moltke, Widerstandskämpferin, Schriftstellerin, Juristin, stirbt in Norwich, Vermont, USA.
2. Januar 1850 Elisabeth Gnauck-Kühne, Erzieherin, Schriftstellerin, Sozialpolitikerin, kommt in Vechede zur Welt.
6. Januar 1870 Die Gewerkschafterin Paula Thiede kommt in Berlin zur Welt.
7. Januar 1890 Augusta Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach Königin von Preußen und Deutsche Kaiserin stirbt in Berlin.
7. Januar 1890 Henny Porten, Schauspielerin, wird in Magdeburg geboren.
8. Januar 1840 Elise von Delbrück, Kunstfreundin und -förderin, kommt in Berlin zur Welt.
11. Januar 1860 Zarin Alexandra Feodorowna, geborene Prinzessin Charlotte von Preußen, stirbt in St. Petersburg.
13. Januar 1780 Luise Amalie Herzogin von Braunschweig-Bevern Prinzessin von Preußen, Königinmutter, stirbt in Berlin.
15. Januar 1900 Ella Auerbach, erste Berliner Rechtsanwältin mit Zulassung am Kammergericht, kommt in Frankfurt/Main zur Welt.
17. Januar 1860 Marie von Bunsen, Schriftstellerin und Malerin, wird in London geboren. (16.1.)
18. Januar 1870 Die Theaterleiterin Julie Gräbert, genannt Mutter Gräbert, stirbt in Berlin.
23. Januar 1980 Die Bühnen- und Film-Schauspielerin Lil Dagover stirbt in München.
28. Januar 1910 Tatjana Sais, Schauspielerin und Kabarettistin, wird in Frankfurt a. M. geboren.
29. Januar 1970 Käthe Kühl, geborene Nehrhaupt, Kabarettistin und Schauspielerin, stirbt in Berlin.


5. Februar 1790 Die Schriftstellerin Minna Apranzow wird in Berlin geboren.
11. Februar 1920 Die Malerin und Salonnière Luise Begas-Parmentier stirbt in Berlin.
12. Februar 1850 Die Schriftstellerin Auguste Hauschner kommt in Prag zur Welt.
18. Februar 1840 Elisabeth Christine Ulrike Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel Prinzessin von Preußen stirbt in Stettin.
19. Februar 1980 Die Sozialarbeiterin Idamarie Solltmann stirbt in Dinklage.
20. Februar 1890 Evelyn Faltis, Komponistin, wird in Trautenau / Böhmen geboren.
22. Februar 2000 Olga Jensch-Jordan, Kunstspringerin und Trainerin, stirbt in Berlin.
23. Februar 1540 Hedwig Markgräfin von Brandenburg, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg sowie Fürstin von Braunschweig-Wolfenbüttel, Tochter des brandenburgischen Kurfürstenpaares Joachim II. und Hedwig von Polen, kommt im Schloß zu Cölln (Berlin) zur Welt.
23. Februar 1860 Die Schriftstellerin Margarethe von Bülow kommt in Berlin zur Welt.
27. Februar 1860 Die Schauspielerin Paula Conrad-Schlenther kommt in Wien zur Welt.
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9. März 1980 Die Schauspielerin Olga Tschechowa stirbt in München.
12. März 2010 Hanna-Renate Laurien, Lehrerin und Politikerin, stirbt in Berlin.
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Vortrag zur Kunstgeschichte
Rubens, Rembrandt und Louise
Zum 400. Geburtstag des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm
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Donnerstag, 6. Februar 2020, 19.30 Uhr

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Vortrag zur Kunstgeschichte
Kulturreise. Michelangelo
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 11. Februar 2020, 15.15 Uhr

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Vortrag zur Berliner Geschichte
Von Adlershof bis Zehlendorf ist alles nur Berlin... Teil 1
100 Jahre Stadtgemeinde Berlin
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 25. Februar 2020, 15.15 Uhr

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