Gerhild Komander

Karl Marx Allee 150Stalinallee - Karl-Marx-Allee - Frankfurter Allee

Aufbau contra Wiederaufbau?
Das ehrgeizigste Bauprojekt in Ost-Berlin war die Bebauung der Stalinallee (1949-61) in Friedrichshain. Sie wurde als „erste sozialistische Straße in Deutschland“ gefeiert.


Architekturführung Berlin

Wenige Gegenden Berlins haben ihre Gestalt nach den Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs so radikal verändert wie die Stadtmitte zwischen Ring- und Stadtbahn.

Das ehrgeizigste Bauprojekt in Ost-Berlin war die Bebauung der Stalinallee (1949-61) in Friedrichshain, heute Karl-Marx-Allee und Frankfurter Allee. Sie wurde als „erste sozialistische Straße in Deutschland“ gefeiert.

 

Karl Marx Allee 250Als „Nationales Aufbauprogramm“ entstanden 3 000 Wohnungen mit Ladengeschäften und Freizeiteinrichtungen in der Stalinallee. Auf einer Strecke von zweieinhalb Kilometern errichtete ein Architektenkollektiv monumentale Wohnblöcke und Torbauten, ein Kino und eine Sporthalle.

(Nach dem Tod Stalins erfolgte am 13. November 1961 die Umbenennung der Straße. Walter Ulbricht ließ über Nacht das Stalin-Denkmal entfernen, die Straßenschilder austauschen und die U- und S-Bahnhöfe umbenennen).

 

Zuvor war der Straßenzug, der sich bis 1949 in Frankfurter Allee und Große Frankfurter Straße teilte, von Trümmern beräumt, auf 75 Meter verbreitert und ergänzend erschlossen worden. Die Frankfurter Allee konnte als eine der ersten Straßen wieder befahren werden. Die Sowjetische Militäradministration nutzte diesen Weg, um vom Zentrum Berlins zu ihrer Kommandantur in Berlin-Karlshorst zu gelangen.

Die Wohnungen entstanden nach der Planung von Hermann Henselmann und Richard Paulick und den Vorgaben Walter Ulbrichts. Ein- bis dreihundert Meter lang und sieben bis neun Geschosse hoch beeindrucken die Wohnblöcke durch ihre Monumentalität und die Qualität der Ausführung.

Die Arbeiter, die hier die von der SED propagierten „Paläste für das Volk“ erbauten, brachen zum Aufstand vom 17. Juni auf. 

 

Dauer: etwa zwei Stunden

Kosten: 150,00 Euro für eine Gruppe bis 20 Personen

Termine: nach Vereinbarung

Treffpunkt: nach Absprache
  

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