Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

Spaziergänge

BehnitzDer Behnitz in Spandau

Insel in der Havel

 

Die Stadtführung in Spandau gibt es hier ...

Dort wo heute die Straße Am Juliusturm verläuft, die von der Zitadelle zum Falkenseer Platz führt, floß in mittelalterlicher Zeit Havelwasser. Den Havelarm bauten die Bürger zu einem Flutgraben aus. Er trennte – bis 1912 - den Behnitz von der Insel Spandau. Der Behnitz war also selbst eine Insel, sein Name entwickelte sich aus dem slawischen Wort für Insel: Bens. Der Name erhielt sich in der Bezeichnung der Straße Behnitz und der Katholischen Marienkirche am Behnitz.

 

Spandau5Die Straßen

Der Behnitz, die wohl älteste Siedlung im Spandauer Raum, besitzt bis in die Gegenwart Gassen und Bauten, die mit ein wenig Phantasie frühere, sogar mittelalterliche Lebensverhältnisse ahnen lassen. Behnitz, Kolk, Möllertordamm, Hoher Steinweg: Mehr Straßen gibt es nicht. Der Name Hoher Steinweg verweist darauf, dass diese Straße gepflastert war, die anderen also nicht.

 

Spandau2Und woher hat der Kolk seinen Namen?

Im niederdeutschen Sprachraum gibt es den Familiennamen Kolk. An den Kolkraben denkt man dabei vielleicht. Er brütet auch in Felsen. Doch Felsen sind bekanntlich rar in Spandau. Wenn Schmelzwasser oder ein Wasserfall Löcher ins Gestein arbeitet, entsteht ein Kolk, wenn Wasser in der Flusssohle Vertiefungen wühlt ebenso. In den Straßennamen spiegelt sich also das Nebeneinander slawischer und deutscher Kultur wieder.

 

Auf dem Kolk stehen dicht beisammen Wohnhäuser aus etwa einhundert Jahren., von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Gärten finden sich in diesem Mauergedränge nicht. Wie es hinter der Straßenfassade aussieht, ist an der Ecke zum Hohen Steinweg zu sehen. In den Höfen stapeln sich die Nebengebäude. Jeder Quadratmeter ist ausgenutzt.

 

Der Möllentordamm reicht von der Havel – mit schönem Ausblick auf die Schleuse Spandau und die Zitadelle – bis zum Mühlengraben. Daher rührt ihr Name: Am Mühlengraben stand eine Mühle, nach der das Stadttor Mühlentor und die zum Tor führende Straße Mühlentordamm benannt wurden. Im Niederdeutschen wird dann Möllentordamm daraus.

 

Spandau3Die Stadtmauer

Der Möllentordamm trifft am Graben auf den Hohen Steinweg, der seinem bemerkenswerten Namen Ehre macht und ein besonderes Bauwerk bietet:

Backsteine türmen sich Meter hoch zur Stadtmauer, das heißt einem Teil von dem, was davon übrig blieb.

Die Rechte einer Stadt besaß der Behnitz nie. Die Mauerreste gehören zur Spandauer Stadtmauer, der Behnitz war Teil der Stadt Spandau. Wohl drei Jahrzehnte, seit 1319, baute die Bürgerschaft an diesem Werk, nachdem ihnen der Landesherr die Erlaubnis dazu erteilt, ihnen das Recht, eine Mauer zu bauen, verliehen hatte.

 

Spandau4Vielleicht war es auch eine Landesherrin?

Der Bau der Spandauer Stadtmauer fiel in eine unruhige Zeit.

Am 14. August 1319 starb Markgraf Waldemar I. ohne einen Sohn als Nachfolger zu hinterlassen. Sein Mündel Heinrich, Sohn des Markgrafen Heinrich I. ohne Land von Brandenburg, starb schon im folgenden Jahr.

Für vier Jahre übernahm Kurfürstin Agnes von Brandenburg (geboren um 1276, gestorben 1345), Tochter des Herzogs Otto von Braunschweig-Lüneburg, unter der Vormundschaft ihres nächsten männlichen Verwandten, des Herzogs Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg (1298–1356), die Regentschaft in der Mark Brandenburg. Hat sie den Spandauern das Recht erteilt, eine Mauer zum Schutz der Stadt zu errichten?

 

Spandau1Die Kirche St. Marien am Behnitz

Das größte Bauwerk des Behnitz ließ König Friedrich Wilhelm IV. in den Jahren 1847 bis 1848 von Julius Manger erbauen: Die Katholische Marienkirche am Behnitz. Nach des Königs Idee entstand sie in den Formen einer altchristlichen Basilika, also mit hohem Mittel- und niedrigen Seitenschiffen, runder Apsis sowie einem Glockenstuhl auf dem Dach.

 

Warum entstand in Spandau überhaupt eine katholische Kirche?

Die Marienkirche ist nicht der erste Bau für die katholische Gemeinde. Friedrich Wilhelm I. ließ in Lüttisch Facharbeiter anwerben, die in den Gewehrfabriken der Unternehmer Johann Jacob Schickler und Gottfried Adolf Daum dringend gebraucht wurden. Die Arbeiter stellten die Bedingung, im protestantischen Brandenburg ihren katholischen Glauben ausüben zu können, und der König ließ ihnen 1722 auf dem Gewehrplan eine Fachwerkkirche errichten.

Als Prediger kamen Dominikanermönche aus Halberstadt in die junge Gemeinde. Die katholische Kirche auf dem Gewehrplan musste schon zwanzig Jahre später durch einen Neubau ersetzt werden.

 

Spandau6Gut einhundert Jahre später entstand der steinerne Bau am Behnitz. 1848 erhielt sie die Weihe, 1892 eine aufwendige Innenausstattung, gelangte 1910 an den Militärfiskus und wurde 1944 zerstört. Seit 1952 ist St. Marien als Kirche wieder in Gebrauch. Im Jahre 2002 erwarb das Ehepaar Kißner den Bau und betrieb die Restaurierung. Seither gibt es wieder Messen und Andachten in St. Marien – und Konzerte. Gästen steht sie täglich von 14 bis 17 Uhr zum Besuch offen.

Nach der Kirchenbesichtigung haben Sie die Wahl: Links herum über die Straße Am Juliusturm zur Zitadelle zu spazieren oder geradeaus, die Straße überquerend, einen weit umfangreicheren Gang durch das alte Spandau zwischen Nikolaikirche und Bahnhof zu unternehmen. Mauer-Begeisterte können auch das Fort Hahneberg besuchen.

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erscien zuerst im "Berliner Lindenblatt" 2007.

 

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, 11. Juli 2014 14:16

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

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1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
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Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
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Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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