Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

Euler 1954 150Leonhard Euler, der Gott der Mathematik

Die Eulerstraße

Millionen von Nutzerinnen und Nutzer streifen täglich durch das Internet. Leonhard Euler kennen die wenigsten von ihnen.

 

Er half bei der Trockenlegung des Oderbruchs und dem Bau des Finow-Kanals. Friedrich II. nannte ihn „meinen Zyklop“, Henri Poincaré erhob ihn zum „Gott der Mathematik“.

Millionen von Nutzerinnen und Nutzer streifen täglich durch das Internet. Leonhard Euler kennen die wenigsten von ihnen. Das gilt auch für Berlin, wo der „Gott der Mathematik“, wie ihn sein Kollege Henri Poincaré (1854-1912) nannte, 25 Jahre lang, von 1741 bis 1766, lebte und arbeitete. Nun, die Straße, die nach ihm benannt wurde, liegt im Wedding. Und nicht nur das, sie liegt abseits, zwischen Osloer Straße und Badstraße, im Rücken der Gartenstadt Atlantik.

 

Auf die Gedenktafel in der Behrenstraße, am Haus Nummer 21, schaut selten ein Mensch, denn wer läuft hier vorbei? In dem Haus, nein, in dem Vorgängerbau, wohnte Leonhard Euler während seiner Berliner Zeit. Den Nachfolgebau, der den Zweiten Weltkrieg überstand, erwarb 1992 der Freistaat Bayern als Sitz der Landesvertretung des Landes Bayern in Berlin.

Der Wissenschaftler kam aus St. Petersburg nach Berlin. König Friedrich II. rief ihn an die Societät der Wissenschaften, die 1744 mit der im Jahre 1743 begründeten Societé Littéraire de Berlin zur Königlichen Akademie der Wissenschaften vereinigt wurde. Am 15. April 1707 war Leonhard Euler im schweizerischen Basel zur Welt gekommen. Zwanzigjährig verließ er die Heimatstadt und folgte einem Ruf an die Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg. Dorthin kehrte er zurück, als Zarin Katharina ihn zu kommen bat, um der wenig respektvollen Behandlung durch Friedrich II. zu entgehen.

 

In St. Petersburg hatte Euler Katharina Gsell geheiratet, die dreizehn Kinder gebar. Sieben Kinder des Ehepaares kamen in Berlin zur Welt. An der Berliner Akademie erhielt Euler 1746 die Position des Direktors der mathematischen Klasse. Er war in den Berliner Jahren nicht bloß als theoretischer Mathematiker tätig. Auf Geheiß des Königs begutachteten Leonhard Euler und der Wasserbauingenieur Simon Leonhard Haarlem die Pläne zur Entwässerung und Eindeichung des Oderbruchs. Euler entwarf Pläne für den Bau des Finow-Kanals und Wasserwerke. Glücklich war er mit diesen „praktischen“ Arbeiten nicht.

Schiffsbau und Ballistik waren weitere Bereiche, in denen der Akademiker den Aufbauwillen seines Königs unterstützte. Euler übersetzte Benjamin Robins Werk „Neue Grundsätze der Artillerie. Enthaltend die Bestimmung der Gewalt des Pulvers nebst einer Untersuchung über den Unterscheid des Wiederstands der Luft in schnellen und langsamen Bewegungen.“ Wesentlich erweitert und kommentiert widmete Euler seine Arbeit Friedrich II. Sie erschien 1745 mit einem Umfang von 720 Seiten im Verlag Haude, Berlin.

 

Euler 1983Ebenso wichtig, teils wichtiger – nicht nur für die Entwicklung der Mathematik – waren die Studien Eulers zu Algebra, Analysis, Differential- und Integralrechnung.

Acht- bis neunhundert Schriften (die Angaben schwanken sehr) hinterließ der Wissenschaftler, als er 1783 in St. Petersburg starb. Sie werden seit 1911 im Euler-Archiv, das in seiner Geburtsstadt Basel ansässig ist, herausgegeben. Siebzig von 72 geplanten Bänden sind erschienen. Unter den Schriften Eulers befinden sich auch die ersten mathematischen Lehrbücher im modernen Sinne.

Die unglaubliche Produktivität erklärte Euler selbst mit der Liebe zu seinen Kindern. Mit einem Kind auf dem Arm denke es sich besser, erst recht in einer tobenden Kinderschar. Daran war in der Familie Euler kein Mangel. Auch der Verlust des Augenlichtes hielt den Mann nicht von seinen Forschungen ab. Früh erblindete er auf einem Auge, in den späten sechziger Jahren auch auf dem zweiten und genoss es nach eigenen Worten, nun nicht mehr abgelenkt zu werden.

Wir sollten Leonhard Euler sehr dankbar sein und ihn zu seinem 300. Geburtstag gebührend feiern. Auch wenn vielen Menschen die Welt der höheren Mathematik verschlossen bleibt, haben doch die meisten von uns großen Nutzen von ihr, ohne es zu wissen. Seit das Internet die privaten Haushalte erreicht hat, gewöhnen wir uns an viele Bequemlichkeiten, auch an die Vorteile des Online-Banking. Der digitale Zahlungsverkehr stellt hohe Sicherheitsanforderungen. Der für die Verschlüsselung notwendige Algorithmus, der uns vor Parasiten auf dem Bankkonto schützt, geht auf Leonhard Euler zurück.

 

Euler 2007Leonhard Euler zum 300. Geburtstag 2007

Die Stadt Basel hat um das 1907 gegründete Euler-Komitee ein Geburtstagskomitee ins Leben gerufen, das im Frühjahr 2007 mit Vorlesungen, Filmvorführungen und Festveranstaltungen den 300. Geburtstag ihres berühmten Sohnes feiert: www.euler-2007.ch.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) führt seit 1998 im Auftrag der Bundesregierung und mit Mitteln des Auswärtigen Amtes das Leonhard-Euler-Programm durch. Im Rahmen des Programms ergibt der DAAD Stipendien mit dem Ziel, die Kontakte des wissenschaftlichen Nachwuchses aus der Russischen Föderation, der Ukraine, Belarus und Moldau zu deutschen Hochschulen zu intensivieren, gemeinsame Forschungsprojekte auf den Weg zu bringen und dadurch einen Beitrag zum Verbleib des Hochschullehrernachwuchses an den Hochschuleinrichtungen in den betreffenden Ländern zu leisten.

Die Humboldt-Universität zu Berlin zeigt vom 2. bis 30. April 2007 die Ausstellung „Leonhard Euler. Zwischen Wunderdingen und Zahlenspielen“ im Foyer des Hauptgebäudes Unter den Linden 6. Eine Festveranstaltung findet am 16. April statt. An diesem Abend wird der Film „Leonhard Euler. Im Paradies der Gelehrten“ uraufgeführt.

Gerhild H. M. Komander

 


EulerComicLeseempfehlung:
Leonhard Euler. Ein Mann, mit dem man rechnen kann, unter Mitarbeit von Alice Heyne und Andreas Heyne. Zeichnungen von Elena Pini. Basel: Birkhäuser Verlag 2007. 19,90 Euro

Wolfgang Knobloch: Leonhard Eulers Wirken an der Berliner Akademie der Wissenschaften 1741-1766, Berlin 1984

 

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", 2007.

 

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Leonhard Euler   Integralrechnung   Differentialrechnung

Berlin im Blick

Berliner Geschichte

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.
1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee
1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.
1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau
1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.
1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1448 Die Bürger von Berlin und Cölln erheben sich im Berliner Unwillen gegen den Landesherren.
19. Juni Berlin und Cölln unterwerfen sich dem Kurfürsten.
Zunftprivilegien darf zukünftig nur der Landesherr gewähren.
1458 28. April Auf dem Neuen Markt wird Matthäus Hagen nach einem Inqisitionsprozess als Anhänger der hussitisch-taboristischen Lehre hingerichtet.
1488 Der Kurfürst erhebt die „Bierziese".
10. September Johann Zehender erhält das städtische Privileg für zwei Apotheken in Berlin.

1518 Die kurfürstliche Städte- und Polizeiordnung legt einheitliche Maße und Gewichte fest.
1528 25. März Kurfürstin Elisabeth flieht nach Wittenberg.
1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
Wallenstein nimmt Quartier in Berlin-Cölln.
Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
Zu Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen.
1658 Berlin-Cölln wird Garnisonstadt: Der Kurfürst läßt in 508 Bürgerhäusern 1 500 Militärangehörige mit ihren 400 Frauen und 500 Kindern sowie Dienstpersonal einquartieren.
Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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