Gerhild Komander

Richard Lepsius

| Nr. 17, Januar 2008 |

Richard Lepsius

Dokumente der Königlich Preußischen Expedition nach Ägypten

Von GERHILD H. M. KOMANDER

Richard Lepsius (1810-1884) war einer der Begründer der Ägyptologie. Was für eine Berliner Geschichte: Mit 32 Jahren zum Professor an der Berliner Universität ernannt und Leiter der Ägyptischen Expedition, mit 45 Jahren Direktor des Museums, das nach seinen Plänen entstanden war. Das Ägyptische Museum Berlins genießt seit seiner Gründung Weltruhm. Lepsius sei Dank! Von 1842 bis 1846 konnte er mit seiner Mannschaft im Niltal graben, den Sudan erforschen und Objekte nach Berlin schaffen.

Den Fundstücken der Grabung passte Lepsius seine Pläne für das neu zuschaffende Ägyptische Museum an. Räume und Raumgestaltung im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel waren ihnen angemessen, eine Auffassung musealer Gestaltung, die viele ExpertInnen im 20. Jahrhundert ablehnten, teils heute noch ablehnen. Doch zu Lepsius' Lebzeiten erreichte das Berliner Museum damit einen gleichen Rang neben den Häusern in London und Paris. Denn seine Museumskonzeption galt als fortschrittlich, modern.

Die Arbeitsstelle Altägyptisches Wörterbuch der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zeigt bis zum 3. Februar 2008 im Museum für Islamische Kunst die Arbeit „dahinter", die umfangreiche tägliche Arbeit der Archäologen, die darin bestand, an den Fundorten detailgetreue Abbilder ihrer Fundstücke herzustellen. Die aufwendige Dokumentation der Grabung entbehrte noch der Photographie. Alles musste gezeichnet werden. Oft sind diese Zeichnungen schon Kunstwerke um ihrer selbstwillen. Die genaue Wiedergabe erforderte allerdings nicht künstlerische Phantasie, sondern kreative Methoden.

Diese Arbeitsergebnisse, Bleistiftkopien der Grabinschriften, sogenannte Papier-Abklatsche und weitere Dokumente der preußischen Expedition sind in der Ausstellung am Kupfergraben zu sehen. Die Arbeitsstelle Altägyptisches Wörterbuch der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bezeichnet die Ergebnisse als „den archäologischen Grundstein zur Erforschung der ägyptischen Sprache" .

Das Leben der Ausgräber während ihres Aufenthaltes in Ägypten, ihre Begegnungen mit Menschen und Landschaft wird durch Skizzenbücher, Zeichnungen und Tagebücher deutlich.

Preussen in Ägypten - Ägypten in Preussen

„Europa im Nahen Osten - Der Nahe Osten in Europa"
bis 3. Februar 2008 im Museum für Islamische Kunst

Weitere Informationen:

Shahram Najafi
Koordination Jahresthema 2007/2008
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Information und Kommunikation

Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 203 70 - 537
Fax: +49 (0) 30 203 70 - 366
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Weitere Informationen:
http://jahresthema.bbaw.de/

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