Gerhild Komander

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Künstlerin: Wilhelmine wird Pastellmalerin, Kunsthandwerkerin, Raumausstatterin

Wie ihre Zeitgenossin Markgräfin Karoline Luise von Baden (1723-1783), die als Schülerin Jean-Etienne Liotards die Pastellmalerei erlernte, sah Wilhelmine in der Übung der Pastellmalerei durchaus die "feingeistige Schulung," mit "traditionelle(m) Rollenspiel" hatte es nichts zu tun.36 Mag ihr Erfolg auch geringer gewesen sein, so ist das letztlich unerheblich. Bleibt doch der Gedanke, daß die vielfältige und intensive Beschäftigung mit der Kunst und Philosophie Chinas und anderer ferner, nicht-europäischer Länder ihr die kontemplative Seite des Kunstschaffens nahe gebracht hatte. Jahn ernennt aufgrund seiner stilkritischen Untersuchungen zum Stuck des Rokoko den Bayreuther Hofkünstler Rudolf Heinrich Richter (1709-1771), der in erster Linie Architekt, daneben auch Maler und Zeichner war, zum Urheber der dekorativen Kontinuität in den Bayreuther Bauten: "Bei aller phantasievollen Vielfalt und bei aller Vorliebe für kontrastreiche Wirkungen darf Richter als der die Kontinuität und das Niveau des Ausstattungswesens gewährleistende Künstler gelten."37 Aber war nicht die Verbindung, die Wilhelmine schuf, eine fast ideale? Sie war nicht nur Auftraggeberin, sie erprobte aus großer Neugierde heraus künstlerische und handwerkliche Techniken aus, stand selbst singend und spielend auf der Bühne. Mehrere ihrer Zimmer enthielten Pastelle - Pastellporträts waren eine charakteristische Zierde des Rokoko -, von denen einige von ihrer Hand stammen sollen. Bei aller Distanz, die sie als Markgräfin zu den Künstlern des Hofes wahrte, war Wilhelmines Bewunderung für die Fähigkeiten guter Vertreter jeden Faches echt und aufrichtig, so daß sie weit davon entfernt gewesen sein dürfte, sich etwa mit dem Pastellmaler Alexander Roslin, der am Bayreuther Hof tätig war, oder anderen auf einer Stufe zu sehen. Aber Idee, Entwurf und Ausführung müssen gemeinsam betrachtet werden, wenn es darum geht, ein Werk, gleich welchen Genres, zu beurteilen und einzuordnen. Wilhelmine war ein Ausbund kreativer Energie.

 

1736 ließ Wilhelmine das Schloß Eremitage erweitern und begann sogleich mit der Ausstattung der Innenräume.38 Mit dem Japanischen Kabinett, dem Musikzimmer und dem Chinesischen Spiegelkabinett entstanden Räume, die ihres gleichen suchen. Im umliegenden Park, der wie das Schloß bereits unter dem Markgrafen Georg Wilhelm angelegt worden war, entstanden in den folgenden Jahren die phantasievollsten Bauten. Pavillons, Kaskaden, Einsiedeleien, das berühmte Ruinentheater, Grotten, die Drachenhöhle, die Eremitage des Markgrafen und anderes mehr. Die Idee der Borkenhäuschen nahm Prinz Heinrich während der schlesischen Kriege auf, um sie in Rheinsberg nachzuahmen. 1744 begann Wilhelmine mit dem legendären Felsengarten Sanspareil, ein in die Felsenlandschaft zu Füßen der Hohenzollernburg Zwernitz eingefügter imaginärer Garten nach den Stationen in den Abenteuern des Telemach von F‚nelon.39 Dem Alten Schloß Eremitage fügte sie 1749 eine Orangerie hinzu, die als Neues Schloß später ebenfalls mit Wohnräumen ausgestattet wurde, die jene des alten Baus an spielerischem Exotismus und phantastischer Eigenwilligkeit noch übertrafen.40 In anmutigstem Naturalismus huldigten die Ornamente der Natur. Das Alte Schloß erhielt zwei Jahre später ein Spiegelscherbenkabinett. Die verwendeten Dekore wurden in den Appartements des 1753 begonnenen Neuen Schloß in Bayreuth weiter entwickelt.41 In den Privaträumen der Markgräfin entstand ein zweites Spiegelscherbenkabinett, der Salon mit Golddecke, das Japanische Zimmer, das Pastellzimmer, das Porzellankabinett, das Alte Musikzimmer. Unter den Räumen des Markgrafen ragen das Palmenzimmer und das Spalierzimmer heraus.

 

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