Gerhild Komander

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Wilhelmine, die Musik und die bildende Kunst

Um die künstlerischen Talente der Markgräfin Wilhelmine wird in der Literatur heftig gestritten. Hans-Joachim Bauer schrieb 1982: "Ihre geistigen Fähigkeiten und künstlerischen Begabungen waren so außergewöhnlich, daß sie imstande war, eine keineswegs dilettantische Kunst-Welt um sich aufzubauen. Nicht nur, daß sie im Stil ihrer Zeit den Charme des Rokoko malerisch auf die Leinwand zu bringen und mit Geschick mehrere Opernlibretti für den Bedarf der eigenen Hofbühne zu verfassen vermochte, auch ihr Einfluß auf die künstlerische Ausgestaltung der Residenzgebäude ist nicht genug einzuschätzen. Vor allem aber waren es ihre musikalische Begabung und ihr Eifer, dem flötespielenden und komponierenden Bruder in Potsdam nicht nachzustehen, die Wilhelmine motivierten, der kleinen oberfränkischen Residenz zu einem glanzvollen, keineswegs provinziellen Abschnitt in der Operngeschichte des 18. Jahrhunderts zu verhelfen."22 Lorenz Seelig urteilt ebenfalls 1982: "Wilhelmines Bemühungen auf dem Gebiet der bildenden Künste sind ihrem Rang nach gewiß nicht mit den niemals bezweifelten Leistungen der Markgräfin als Brief- und Memoirenschriftstellerin - die den eigentlichen Ruf und Nachruhm Wilhelmines ausmachen - wie mit ihren Versuchen als Komponistin und Bühnenautorin zu vergleichen, denen zumindest Anerkennung zuteil wurde. Auf dem Gebiet der Malerei ist Wilhelmine nicht über das Stadium des puren Dilettantismus hinausgelangt; selbst ihr wohlwollender Bruder, der Wilhelmine gegenüber gewöhnlich nicht mit Lob sparte, fand für ihre eigenen Gemälde eher nur ironische Worte."23 1990 heißt es bei Wolfgang Jahn: "Dagegen ist an eine dekorschöpfende Beteiligung Wilhelmines an der Ausgestaltung ihrer Schlösser bzw. Suiten, auch wenn das zur Abrundung des Persönlichkeitsbildes einer künstlerisch veranlagten Fürstin gerne so gesehen wird, nicht zu denken. Ihre Einflußnahme dürfte sich auf die Bekundung von Wünschen und Absichten beschränkt haben."24 Peter O. Krückmann schreibt, bezogen auf die Lackarbeiten im Stile der Chinoiserie im Japanischen Kabinett des Alten Schlosses Eremitage: "Es ist gut möglich, daß die handwerklich begabte Markgräfin tatsächlich an der Ausführung beteiligt war, da die ostasiatische Lacktechnik Wilhelmine aus Berlin vertraut war."25

 

Danielle Roster widmete der Markgräfin Wilhelmine 1995 ein ausführliches Kapitel in ihrem Komponistinnen-Lexikon, enthält sich aber der Beurteilung26 ebenso wie schon 1988 Antje Olivier und Karin Weingartz-Perschel.27 Reinhard Wiesend wagt im Bayreuther Ausstellungskatalog 1998 gar den Vergleich mit Richard Wagner: "Vielleicht wird sich mancher, dessen Opernerfahrung sich auf die Glanzlichter unseres ohnehin stark verengten Repertoires beschränkt, schwertun, Wilhelmine und Wagner in einem Atemzug zu nennen. Beide waren jedoch in allen wichtigen Bereichen der Oper tätig, und wenngleich die Aktivitäten nach Art, Umfang und Tragweite ganz unterschiedlich ausfielen, ist es mehr als verblüffend zu sehen, daß sie sich zunächst mit denselben Kategorien erfassen lassen: Mit innovativem Impetus schrieben Wilhelmine wie Wagner Libretti, komponierten, reflektierten, kümmerten sich um Einzelheiten des Opernbetriebs und errichteten ein Opernhaus. Doch bereits wenn wir Zeugnisse nebeneinander halten, die im Zusammenhang mit der Errichtung dieser Häuser überliefert sind, tun sich Welten auf. Es lassen sich die Opern der Wilhelmine-Zeit allerdings erst adäquat würdigen, wenn mitbedacht wird, daß sich zwischen Wilhelmines >Opera seria< >Argenore< (1740) und Wagners >Bühnenweihfestspiel< >Parsifal< (1882) ein fundamentaler Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse wie der ästhetischen Prämissen vollzogen hatte."28

 

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