Gerhild Komander

Wedding-Nachrichten

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150 Nordhafen

Stadtführungen Berlin Wedding

Frauen im Wedding. Von den Benediktinerinnen zu Constanze Behrends
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Donnerstag, 8. März 2018, 14 Uhr

Afrika im Wedding. Das Afrikanische Viertel: Architektur, Stadtplanung, Kolonialgeschichte
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr

Neue Heimat Wedding. Von der Kolonie zum QM: Der Soldiner Kiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 6. April 2018, 16 Uhr

Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 17. April 2018, 11 Uhr

Von der Schillerhöhe zum Schäfersee. Wohnsiedlungen auf der grünen Grenze zwischen dem Wedding und Reinickendorf
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend,.21. April 2018, 11 Uhr

150 Ploetzensee

Kiezerkundung Berlin Wedding

Erkundigen Sie sich jetzt mit Ihrer Schulklasse für das neue Jahr!

150 Schillerparksiedlung

 

PankeMuendungOhne Panke kein Wedding - die frühe Geschichte

Alle großen Städte liegen am Wasser. Der Wedding liegt an der Panke.

 

 

Claire Waldoff besang beide in der "Romanze vom Wedding".

 

„Sie trug die allerschönsten Kleider auf de Glieder,
Sie trug een echten Florentiner-Hut,
Und oben druff een echtes Krokodilgefieder,
Und trotzdem stand ihr irgend wat nich gut:
Det linke Been, det mußte es bezeugen,
Det linke Been, daß se vom Wedding stammt.
Det linke Been, det konnte man nich leugnen,
Det war noch nich so recht kurfürstendammt.

 

Sie liebte nur die allerschönsten Männer.
Die gaben ihr manchmal een schweres Geld.
Jedoch befand ihr so'n richtcher Kenner,
Der fand, so irgend wat ihm nich gefällt:
Det linke Been, det mußte es bezeugen,
Det linke Been, daß se vom Wedding stammt.
Det linke Been, det konnte man nich leugnen,
Det war noch nich so recht kurfürstendammt.

 

Und eenes Tags kam ihr verzweifelt een Gedanke:
Sie amputierte sich det linke Been
Und schmiß es mitternächtlich in die Panke
Und strichte weiter auf dem rechten Been alleen.
Doch wat det linke Been war, ließ sich nicht verleugnen,
Det linke Been, wat noch vom Wedding stammt,
Det strichte hinter ihr, um zu bezeugen,
Daß sie trotzdem noch nich so recht kurfürstendammt.

 

Wenn du sie siehst, du kannst sie von mir grüßen,
Kiek hin genau, und du wirst sehn,
Mag's regnen, hageln, schneien oder Sonne gießen,
So'n bißken hinter ihr det linke Been hergehn."

 

Text: Leo Hirsch

 

panke got gaertenDer Wedding gehört zu den frühen Siedlungsgebieten des Berliner Raumes. Er entstand aus vier Siedlungswurzeln: dem Vorwerk Wedding, der Papiermühle an der Panke, dem Friedrichs-Gesundbrunnen und den Kolonien König Friedrichs II. Neben dem bäuerlichen Kern des Wedding entwickelte sich früh der industrielle am Ufer der Panke: die einzige Papiermühle Berlins. Wie diese beiden Orte dienten auch der Gesundbrunnen und die Kolonien der wachsenden Stadt Berlin – ersterer zur Erholung, letztere der Ansiedlung von Arbeitskräften.


Auch der erste König in Preußen hatte mittelbar Anteil an der Erschließung des Wedding. Friedrich I. ließ 1705 die Panke aufstauen und kanalisieren, um per Schiff vom Schloss Charlottenburg zum Schloß Schönhausen gelangen zu können. Der "Schönhauser Graben" zweigte zu diesem Zweck in Höhe des heutigen Humboldthafens von der Spree ab, führte in nordwestlicher Richtung hinauf bis zum heutigen Nordhafen, schwenkte ab nach Nordosten, um die Panke an der Schönwalder Straßenbrücke zu erreichen.


1746 richtete Friedrich II. seinen Soldaten nördlich der Charité das Invalidenhaus ein. Er hatte die Bedeutung des nahe gelegenen Flusses und des Grabens für eine mögliche Rekultivierung des wenig fruchtbaren Landes erkannt und ließ auf dem Gelände des Invalidenhauses Gärten und eine Maulbeerplantage anlegen. Auch dem Betrieb der benachbarten Tierärztlichen Hochschule, deren Gärten einst bewundert wurden, war das Wasser der Panke nützlich.


Seit dem 19. Jahrhundert bestimmte die Entwicklung der eisenverarbeitenden und der daraus entstehenden Maschinenbauindustrie das Geschick des Wedding - wie die der gesamten Gegend vor den Toren Berlins im Norden. Sie nahm ihren Anfang in der königlichen Eisengießerei an der Chausseestraße. Die Königliche Eisengießerei wurde 1804 an der Stelle einer 1702 etablierten Schleif- und Poliermühle an der Panke errichtet. Dieser Hauptarm der Panke - teilweise in Rohre gelegt - mündet unauffällig am Schiffbauerdamm in die Spree. Er heißt jetzt Südpanke und wird in mehreren Abschnitten freigelegt. Der erste Abschnitt ist als Pankepark bereits zugänglich.

 

Gerhild H. M: Komander 2001/2014

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Wedding-Daten

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1318 Markgraf Woldemar überläßt den Benediktinerinnen des Klosters Spandau den Fischzoll der umliegenden brandenburgischen Gewässer, auch des Plötzensees.

1588 Die Benediktinerinnen des Klosters Spandau gebn im Zuge der Reformation und der damit einhergehenden Enteignung der Klöster die Mühle an der Panke an den Kurfürsten Johann Georg.

1728 Dorothea Steffin behauptet, auf dem Wedding dem Teufel begegnet zu sein. Ihr wird als Hexe der Prozeß gemacht.

1848 "Die Rehberger kommen!" im Rahmen der Notstandsgesetze und -baumaßnahmen wird der erste Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal gebaut. Die Arbeiter verleihen ihrer Forderung nach höheren Löhnen mit dem Marsch auf die Stadtmitte Berlins Ausdruck.

1888 Pfarrer Carl Schlegel, Diakonissen und Schülerinnen ziehen in das erste Gebäude des neu errichteten Paul-Gerhardt-Stifts in der Müllerstraße 56 ein.

1898 Die Brüder Wittler eröffnen ihre Bäckerei in der Müllerstraße 33 - zwischen Utrechter und Amsterdamer Straße.

1908 Die AEG errichtet ihre Werksgebäude in der Hussiten- und Voltastraße. Peter Behrens ist der leitende Architekt.
Am 15. Juni wird das Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße eröffnet. Der Architekt ist Stadtbaurat Ludwig Hoffmann.
Am 7. Oktober öffnet die Gemeindeschule am Zeppelinplatz ihre Türen, das ebenfalls Ludwig Hoffmann entwarf.

1918 Die Arbeiter der Firmen AEG und Schwartzkopff marschieren in die Stadtmitte. Sie stehen am Anfang der Revolution in der Reichshauptstadt.

1938 SA-Angehörige zerstören die Synagoge auf dem Hof des Hauses Prinzenallee 87.

1948 Berlin-Blockade. 80 000 Menschen folgen dem Aufruf der SPD, auf dem Hertha-Sportplatz am S-Bahnhof Gesundbrunnen gegen die Blockade der SMAD und für die Freiheit der Stadt zu demonstrieren.

1958 Der Wedding erhält den bis heute einzigen Frauennamen auf einem Straßenschild: Aus dem Oskarplatz wird der Louise-Schroeder-Platz.

1978 Das Kaufhaus Karstadt am Leopoldplatz wird eröffnet.

1998 Am 30. Januar kann Tommy Spree das Anti-Kriegs-Museum in der Brüsseler Straße 21 eröffnen, das sein Großvater Ernst Friedrich nach dem Ersten Weltkrieg in der Waisenstraße betrieb.
Am 18. September lädt Gabriele Lange zur Ausstellungeröffnung in das Heimatmuseum Wedding in der Pankstraße: "Die Rehberger kommen!"

 

© 2012 Gerhild Komander - Stadtführungen Vorträge Kunstgespräche - Berlin & Potsdam