Gerhild Komander

Chronik Berlin: Von Anfang an

Berliner Geschichte im Mittelalter

Die Kaufmannssiedlungen Berlin und Cölln bis um 1400

 

Das 8. Jahrhundert

Die erste befestigte Siedlung Spandau entsteht.

 

Das 9. Jahrhundert

Die älteste slawische Burganlage Köpenick entsteht.

 

Das 12. Jahrhundert

1134 Der Askanier Albrecht der Bär wird Markgraf der Nordmark.
1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.
1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

 

Das 13. Jahrhundert

1209 Die Burg Köpenick wird erstmals urkundlich erwähnt.

1230 Johann I. und Otto III. erwerben die Landschaften Barnim und Teltow.
In diese Zeit fällt vermutlich die Verleihung des Stadtrechts an die Kaufmannssiedlungen Berlin und Cölln.
Gleichzeitig wird der Bau der romanischen Basilika St. Nikolai, von der sich der Turmunterbau erhalten hat, entstanden sein.

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

Vor 1239 Die Markgrafen gründen das Benediktinerinnenkloster St. Marien zu Spandau.
Markgräfliche Schenkungen an das Kloster führen in den folgenden Jahrzehnten zu vielen urkundlichen Ersterwähnungen der Dörfer Berlins.

1239 Der Hof Lütze wird erstmals urkundlich erwähnt (Lietzenburg / Charlottenburg).
Erste urkundliche Erwähnung von Lankwitz

1240 Erste urkundliche Erwähnung der Nikolaikirche in Spandau

 

1241 bis 1260
1242 Erste urkundliche Erwähnung von Buchholz, Steglitz und Zehlendorf

1244 26. Januar Erste urkundliche Erwähnung von Berlin
Aus diesem Jahr stammt der älteste erhaltene jüdische Grabstein aus dem Berliner Raum: vom jüdischen Friedhof Spandau.

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1249 Eine Niederlassung der Franziskaner in Berlin wird urkundlich erwähnt.

 

1251 Berlin wird erstmals als civitas, als Stadt im vollen Rechtssinne genannt.
Erste urkundliche Erwähnung des Wedding

1253 Der Berliner Rat belehrt die Ratmannen von Frankfurt a. d. Oder über das Berliner
Stadtrecht. Die Urkunde ist mit dem ältesten bekannten Berliner Siegel versehen.

 

1261 bis 1280
1261 Der markgräfliche Hof, die „aula Berlin", wird erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde verleiht Otto III. Cölln das Heideland "Mirica", die Köllnische Heide. Cölln wird in dieser Urkunde erstmals als Stadt bezeichnet.

1264 Die Nikolaikirche zu Berlin wird erstmals erwähnt.
Erste urkundliche Erwähnung von Schöneberg
Um 1265 Langhaus und Langchor der Kirche des Franziskanerklosters werden vollendet.

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

 

Um 1270 Der romanische Bau der Marienkirche entsteht.

1272 Das Heilig-Geist-Hospital wird erstmals urkundlich erwähnt.
Das Bäckergewerk erhält seinen Innungsbrief.
Erste urkundliche Erwähnung von Gatow

1273 Erste urkundliche Erwähnung von Staaken

1275 Erste urkundliche Erwähnung von Dahlem und Schmargendorf

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.

 

1280 Die markgräfliche Münze zu Berlin wird erwähnt.
In Berlin-Cölln findet der erste urkundlich bezeugte märkische Landtag statt.
Der Rat verkündet die Zunftordnung der Kürschner.
Der Bär erscheint - in doppelter Ausführung - erstmals im Berliner Stadtsiegel.

 

1281 bis 1300
1284 Schuhmacher und Lohgerber erhalten ihren Zunftbrief.

1285 Erste urkundliche Erwähnung der Petrikirche und der Cöllner Mühle am Mühlendamm.

1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1289 Berlin erwirbt den Gutshof Wedding.
Die Zunft der Tuch- und Wollweber wird anerkannt.

 

Zwischen 1290 und 1300 Das markgräfliche Hohe Haus wird errichtet.

1293 Erste urkundliche Erwähnung von Wilmersdorf

1294 Erste urkundliche Erwähnung der Marienkirche

1295 Erste urkundliche Erwähnung der Juden in Berlin-Cölln

1297 Das Dominikanerkloster wird gegründet.

1298 Markgraf Otto V. bestätigt das Niederlagsrecht.

1299 Erste urkundliche Erwähnung von Giesensdorf (Lichterfelde) und Wannsee

1300 Erste urkundliche Erwähnung von Marzahn

 

Das 14. Jahrhundert

1306 Die Berliner Mühle am Mühlendamm wird erstmals urkundlich erwähnt.

1307 20. März Markgraf Hermann der Lange bestätigt die Union zwischen Berlin und Cölln.

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee

1311 Die Schlachterzunft erhält das Recht, Verkaufsstände zu errichten.

1313 Erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle im Heilig-Geist-Hospital
Erste urkundliche Erwähnung von Weißensee

1317 Die Bürgerschaft erhält das Privileg, sich ausschließlich vor dem eigenen kommunalen Gericht zu verantworten.

1319 Die Doppelstadt Berlin-Cölln erwirbt Rosenfelde (Friedrichsfelde).
Cölln wird in allen geistlichen und kirchlichen Angelegenheiten der Propstei von Berlin unterstellt.
Erste urkundliche Erwähnung der Stadtmauer und von Heinersdorf
Der letzte Askanier, Markgraf Woldemar, stirbt ohne männlichen Erben. Markgräfin Agnes, seine Witwe, kommt mit dem Vormund Herzog Rudolf von Sachsen zur Huldigung nach Berlin-Cölln.

 

1320 Die brandenburgischen Askanier sterben aus.
Die Auseinandersetzungen um den Besitz der Mark Brandenburg beginnen.
Markgräfin Agnes überantwortet Rechtsprechung und Schutz der in Berlin-Cölln lebenden Juden dem Rat der Doppelstadt. Die Juden haben künftig ihre Abgaben an den Rat zu zahlen.

 

1321 bis 1340
1322 Erste urkundliche Erwähnung von Dalldorf (Wittenau) und Tegel

1323 Die märkischen Städte schließen ein Schutzbündnis zum Erhalt des Landfriedens.

1324 Kaiser Ludwig der Bayer zieht die Mark Brandenburg als erledigtes Lehen ein und belehnt seinen Sohn Ludwig (V.) mit der Mark.
Berliner und Cöllner Einwohner ermorden den Propst Nikolaus von Bernau.
Der Papst verhängt den Bann über Berlin-Cölln.

1334 Erlass einer Polizeiordnung

 

1341 bis 1360

1344 Erste urkundliche Erwähnung von Blankenfelde, Malchow und Marienfelde

1345 Tyle Brügge erwirbt das oberste Gericht in Berlin-Cölln.
Erste urkundliche Erwähnung von Mahlsdorf und Reinickendorf
Erster allgemeiner Landtag der Mark in Berlin.

1346 Markgraf Ludwig erlaubt den Zünften, aus ihren Reihen Ratsherren zu wählen.

1347 Der Kirchenbann über Berlin-Cölln wird endgültig aufgehoben.
Erste urkundliche Erwähnung von Kaulsdorf

1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.

1349 Erste urkundliche Erwähnung von Hermsdorf

 

1350 Karl IV. und Markgraf Ludwig einigen sich und entlarven den "falschen Woldemar".
Berlin-Cölln, Köpenick und andere Städte erbitten von Karl IV. einen sächsischen oder anhaltinischen Landesherren.
Seit 1350 ist eine Synagoge in Berlin bezeugt.

1351 Wittelsbacher und dänische Truppen belagern Berlin-Cölln. Nach dem Friedensschluß werden Otto der Faule und Ludwig der Römer aus dem Haus Wittelsbach Markgrafen der Mark Brandenburg.

1354 Die Juden erhalten erneut Aufenthaltsrecht in Berlin-Cölln und Brandenburg.
Der kleine Jüdenhof wird in Berlin angelegt.
1354 Mindestens drei Mühlen arbeiten am Mühlendamm.

1356 Erste urkundliche Erwähnung von Rosenthal
9. Januar Karl IV. erhebt die Mark Brandenburg zum Kurfürstentum.

1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau

1359 Die Doppelstadt Berlin-Cölln nimmt am Lübecker Hansetag teil.
Markgraf Ludwig gewährt den brandenburgischen Städten das Recht, Räuber selbst zu richten.

1360 Der Johanniterorden gründet Rixdorf (Richardsdorf / Neukölln).

 

1361 bis 1380

1363 Kaiser Karl IV. schließt einen Erbvertrag mit den Wittelsbachern.

1364 Der Sekretär des Erzbischofs von Magdeburg, Konrad Schütze, wird wegen Belästigung einer Bürgersfrau hingerichtet.

1365 Markgraf Otto der Faule tritt die Nachfolge als Kurfürst an.

1369 Berlin erwirbt das landesherrliche Münzregal.

1370 Erste urkundliche Erwähnung von Falkenberg und Pankow
Die Doppelstadt Berlin-Cölln erwirbt Pankow.

 

1371 Erste urkundliche Erwähnung von Biesdorf

1373 Erste urkundliche Erwähnung von Rudow
Otto der Faule tritt die Mark Karl IV. und seinen Sohn Wenzel ab.

1374 Der cöllnische Ratsmann Tyle Wardenberg lehnt sich erfolglos gegen die Herrschaft der Luxemburger auf.

1375 Karl IV. verwaltet die Mark für seinen minderjährigen Sohn und lässt das Landbuch der Mark Brandenburg erstellen.
Darin werden erstmals erwähnt: Altglienicke, Biesdorf, Blankenburg, Bohnsdorf, Britz, Buch, Buckow, Hellersdorf, Hohenschönhausen, Karow, Klein-Glienicke, Lichtenrade, Niederschönhausen, Pichelsdorf, Rahnsdorf, Rudow, Schmöckwitz und Wartenberg.

1376 Ein Stadtbrand in Berlin-Cölln vernichtet vor allem Cöllner Gebäude.

1377 Erste urkundliche Erwähnung von Mariendorf

1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.

 

1380 Ein Stadtbrand verheert vornehmlich die Gebäude in Berlin. Als Brandstifter wird der Ritter Erich von Falke hingerichtet. Das Stadtarchiv wird durch den Brand vernichtet.

 

1381 bis 1400

1387 Berlin erwirbt Pfandbesitz über Köpenick.

1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1391 Berlin erwirbt von Tyle Brügge das landesherrliche Stadtgericht und das Dorf Lichtenberg.

1391-1398 Das Berlinische Stadtbuch wird angelegt.

1392 Der Jüdenhof wird erstmals urkundlich erwähnt.

1393 Die mittelmärkischen Städte begründen einen Städtebund gegen das Fehdewesen.

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

Um 1270 Der romanische Bau der Marienkirche entsteht.

1320 Die brandenburgischen Askanier sterben aus. Die Auseinandersetzungen um den Besitz der Mark Brandenburg beginnen.
Markgräfin Agnes überantwortet Rechtsprechung und Schutz der in Berlin-Cölln lebenden Juden dem Rat der Doppelstadt. Die Juden haben künftig ihre Abgaben an den Rat zu zahlen.

1370 Erste urkundliche Erwähnung von Falkenberg und Pankow
Die Doppelstadt Berlin-Cölln erwirbt Pankow.

1470 2. April Friedrich II. legt die Regierung nieder. Sein Bruder Albrecht Achilles wird Kurfürst.

1570 Die kurfürstliche Kantorei erhält eine offizielle Ordnung.

1620 Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz sucht bei seinen kurfürstlichen Verwandten im Schloss Zuflucht. Sein Geleit von 3 000 Mann wütet in der Mark.
16. Februar Friedrich Wilhelm der Große Kurfürst wird geboren.

1670 Frau Schmolz, Ehefrau des Kammerlakaien Christian Schmolz, erhält die Genehmigung, auf dem Kirchhof von St. Nikolai eine Mädchenschule einzurichten.
Hendrik de Fromantiou wird kurfürstlicher Hofmaler.

1720 bis 1722 Der Pulverturm am Spandauer Tor explodiert und tötet 76 Menschen.
Philipp Gerlach erbaut die durch die Explosion zerstörte Garnisonkirche neu.

1770 Die Allee Unter den Linden wird zur Promenade ausgebaut.
Berlin erhält eine neue Gerichtsordnung.
Das Königlich Preußische Generalpostamt erlässt ein Reglement für die Briefträger.
Die Bergakademie wird gegründet.

1820 Christian Wilhelm Hufeland eröffnet ein poliklinisches Institut.
Carl Friedrich von Graefe eröffnet die chirurgische Universitätsklinik.

1870 Georg Siemens und andere gründen die Deutsche Bank.
1. Juli Generalpostmeister Heinrich Stephan führt die "Correspondenzkarte", die Postkarte ein.
Am 19. Juli erklärt Frankreich Preußen den Krieg. Berlin macht mobil.

1920 Mit dem Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) vom 27. April 1920 wird Berlin zur drittgrößten Stadt der Welt.

1970 13. Januar Grundsteinlegung für die Neubebauung der Leipziger Straße
14. Mai Mit der Befreiung des Brandstifters Andreas Baaders aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt Tegel beginnt die Geschichte der RAF.
Aufstellung des Lenin-Denkmals

 

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