Gerhild Komander

Frauenthemen

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Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2018
Sticken, stricken, weben, nähen in Berlin
Frauen und die Textilbranche
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 3. März 2018, 11 Uhr

Stadtführung Berlin Friedenau
Von Wagner zu Marlene. Das Friedenauer Frauenviertel und der Friedhof an der Stubenrauchstraße
In Zusammenarbeit mit der VHS Tempelhof-Schöneberg
Sonntag, 4. März 2018, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag
Frauen im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Donnerstag, 8. März 2018, 14 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag
Frauengeschichte(n) auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Schöneberg
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 10.3.2018, 11 Uhr

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Hedwig Dohm: Ihre Waffe war die Feder

Tochter, Mutter, Ehefrau, Ernährerin und Gefährtin war Hedwig Dohm. Schriftstellerin, Publizistin, Übersetzerin und Frauenrechtlerin war sie. Die zierliche, scheue Person mit der zarten Gestalt und verblüffend schönem Gesicht war eine unerschrockene Streiterin für die Menschenrechte.

 
Hedwig Dohm
Geboren 20. September 1831 Berlin
gestorben 1. Juni 1919
Grabstätte: Alter St.-Matthäus-Kirchhof

Streitbare Kämpferin für die Rechte der Frauen in Deutschland

 

Nikola Müller und Isabel Rohner haben sich Großes vorgenommen. Zum 175. Geburtstag der Schriftstellerin, Publizistin, Übersetzerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm (1831-1919) beginnen sie mit der Edition Hedwig Dohm. Zum Auftakt erscheint „Hedwig Dohm – Ausgewählte Texte. Ein Lesebuch zum Jubiläum ihres 175. Geburtstages mit Essays und Feuilletons, Novellen und Dialogen, Aphorismen und Briefen" im trafo verlag, Berlin.

Wer war Hedwig Dohm? „Schön war sie und reizend; klein und zierlich von Gestalt, mit großen grünlich-braunen Augen und schwarzen Haaren," beschreibt ihre Tochter sie. „Wer sie nur aus ihren Kampfschriften kannte und ein Mannweib zu finden erwartete, wollte seinen Augen nicht trauen, wenn ihm dieses holde, liebliche und zaghafte kleine Wesen entgegentrat." Hedwig Pringsheim- Dohm verfasste für die „Vossische Zeitung", in der Ausgabe vom 11. Mai 1930, den Artikel „Meine Eltern Ernst und Hedwig Dohm", der im „Lesebuch" enthalten ist.

 

Hedwig Dohm kommt am 20. September 1831 als Marianne Adelaide Hedwig Jülich in Berlin zur Welt. Sie ist das dritte von 18 Kindern, vorehelich geboren. In der Schulzeit entdeckt sie die ungleiche Behandlung der Geschlechter. Die elende Mädchenschulbildung beklagt sie bis an ihr Lebensende und entwickelt sich zu einer bewundernswerten Autodidaktin. Sie liest jedes Buch, das ihr in die Hände fällt, wahllos. Die Wahl in Elternhaus und Schule ist nicht groß. Mit 15 Jahren ist die Schule für Hedwig zu Ende. Was bleibt ist die Hausarbeit in der Familie.

 

Spontan steht sie 1848 auf der Seite der Revolutionäre, denn sie weiß, was Sehnsucht nach Freiheit bedeutet. 17-jährig besucht sie politische Versammlungen, obwohl die Mutter das verbietet. Am 21. März 1853 heiratet sie den leitenden Redakteur des Satireblattes „Kladderadatsch", Ernst Dohm. Fünf Kinder bringt sie zur Welt und führt nebenbei das Haus, das sie als Berliner Salon etabliert. Nach vierzehn Jahren Ehe, Hedwig Dohm ist 36 Jahre alt, beginnt sie zu schreiben. Zuerst über die spanische Nationalliteratur (1867), dann Märchen, feministische Aufsatzbände: „Der Jesuitismus im Hausstande" (1872), „Die wissenschaftliche Emancipation der Frau" (1874). Zahlreiche Romane, Theaterstücke – die in Berlin erfolgreich aufgeführt werden – und weitere Aufsätze folgen.

 

Hedwig Dohm streitet mit der Feder für die Bildung der Frauen, die Zulassung der Frauen zum Gymnasium und zur Universität, die Erschließung wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Berufe. Ihre grundsätzlichen Forderungen gehen weit über das selbst in fortschrittlichen Kreisen Erstrebte hinaus. Der Kampf gipfelt in der Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen. Sie gewinnt ihn: Im Jahre 1918, wenige Monate vor ihrem Tod, wird den Frauen im Deutschen Reich das Wahlrecht zuerkannt.

 

Leseempfehlung:
Hedwig Dohm – Ausgewählte Texte, hg. von Nikola Müller und Isabel Rohner. Berlin: trafo verlag 2006. 317 S. 24,80 Euro. www.hedwigdohm.de

 

Der Artikel erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", Nr. 2, Oktober 2006.

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Schiller Philosophie

Frauen in Berlin

3. Januar 1908 Die Theater- und Filmschauspielerin Dorothea Wieck kommt in Davos zur Welt.
6. Januar 1818 Die Schriftstellerin Charlotte von Cosel (Pseudonym Adelheid von Auer) wird in Breslau geboren.
12. Januar 1788 Julie Heyse, Habituée und Förderin ihres Sohnes, wird in Berlin geboren.
16. Januar 1968 Liselotte Richter, Wissenschaftlerin, Politikerin und Widerstandskämpferin, stirbt in Berlin.
16. Januar 1968 Dora Koch-Stetter, Malerin und Graphikerin, stirbt in Ahrenshoop.
17. Januar 1968 Margarete von Mikusch, geborene Latzel, Komponistin und Pianistin, stirbt in Berlin.
17. Januar 1978 Marie Munk, Juristin, stirbt in Cambridge/Massachusetts.
24. Januar 1768 Die Schauspielerin Friederike Bethmann-Unzelmann, geborene Flittner, wird in Gotha geboren.
27. Januar 1748 Maria Anne Dutitre geb. George wird in Berlin geboren.

1. Februar 1808 Luise Auguste Wilhelmine Amalie Prinzessin von Preußen Prinzessin der Niederlande wird in Königsberg geboren.
3. Februar 1808 Marie Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach Prinzessin von Preußen kommt in Weimar zur Welt.
5. Februar 1918 Susanne Kerckhoff, Schriftstellerin, wird in Berlin geboren.
6. Februar 1898 Erna Sack, Sängerin, wird in Spandau geboren.
13. Februar 1908 Klara Bloch, geborene Begall, Antifaschistin, wird in Berlin geboren.
26. Februar 1878 Emmy Destinn, Sängerin und Schriftstellerin, wird in Prag geboren.
27. Februar 1888 Hedwig Conrad-Martius, Philosophin, wird in Berlin geboren.

2. März 1778 Friederike Herzogin von Mecklenburg-Strelitz Königin von Hannover wird in Hannover geboren.
6. März 1898 Therese Giehse, Schauspielerin, wird in München geboren.
16. März 1978 Valeska Gert, Schauspielerin, Tänzerin und Kabarettistin, stirbt in Kampen / Sylt.
20. März 1888 Renée Sintenis, Bildhauerin und Illustratorin, wird in Glatz geboren.
27. März 1888 Agnes Windeck, geborene Windel, Schauspielerin, wird in Hamburg geboren.
30. März 1798 Die Dichterin Luise Hensel (Louise Maria), auch Ludwiga oder Louise Hensel, kommt in Linum, Brandenburg zur Welt.

 

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