Gerhild Komander

Frauenthemen

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150 Gertraud

Käthe Augenstein
Pressephotographin zwischen den Weltkriegen
15. Oktober 2017 bis 12. Februar 2018 in der Liebermann-Villa am Wannsee

Käthe Kollwitz und Berlin
Zum 150. Geburtstag der Künstlerin
5. Juli bis 24. September 1017 in der Galerie Parterre, Danziger Straße 101

Käthe Kollwitz und ihre Freunde
Zum 150. Geburtstag der Künstlerin
21. Juni bis 15. Oktober 2017 im Käthe-Kollwitz-Museum

"Ich hab gezeichnet, da ist aller Kummer verflogen"
Die Malerin Beatrice Zweig
21. bis 5. November 2017 im Museum Pankow in der Heynstraße

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2018
Sticken, stricken, weben, nähen in Berlin
Frauen und die Textilbranche
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 3. März 2018, 11 Uhr

Stadtführung Berlin Friedenau
Von Wagner zu Marlene. Das Friedenauer Frauenviertel und der Friedhof an der Stubenrauchstraße
In Zusammenarbeit mit der VHS Tempelhof-Schöneberg
Sonntag, 4. März 2018, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag
Frauen im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Donnerstag, 8. März 2018, 14 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag
Frauengeschichte(n) auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Schöneberg
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 10.3.2018, 11 Uhr

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Auf der Suche nach Klara Bloch (1908 - 1988)

geborene Begall, Taxifahrerin, Lebensretterin im Nationalsozialismus

Eine Frau übernimmt das Fuhrgeschäft der Familie und begegnet im Taxi der Liebe ihres Lebens.

Klara Bloch 

Geboren 13. Februar 1908 Berlin
gestorben 1988 Berlin


Die durchschnittliche Internet-Recherche zu einem Thema beginnt bei Google. Die Suche nach Klara Bloch, Taxifahrerin, führt am 1. Februar 2008, zwölf Tage vor ihrem 100. Geburtstag, zuerst auf die Website der Stadt Berlin. Dort macht die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen (welch eine Zusammenstellung) auf die Plakataktion „Frauen bewegen Berlin" aufmerksam. Im März 2001 waren die Porträts von 15 Berlinerinnen im Stadtbild Berlins zu sehen.

 

Klara Bloch gehörte dazu. Die Würdigung erfuhr sie unter den Frauen in Berlin nicht als Taxifahrerin, sondern für ihren couragierten Einsatz um das Leben anderer. Sie half dem Künstler Erich Bloch und zwei Frauen, die Menschenjagd der Nationalsozialisten zu überleben.

 

Charlottenburg hat jetzt einen Kläre-Bloch-Platz

Der Verein Klausenerplatz in Charlottenburg macht auf seiner Website auf den Kläre-Bloch-Platz und seine Namensgeberin aufmerksam. Er liegt zwischen Knobelsdorffstraße, Nehring- und Wundtstraße. Dass Klara Bloch die erste Taxifahrerin der Stadt Berlin war, ist hier zu lesen. Es ist ein Platz ohne Hausnummern, ganz klein, aber gärtnerisch gestaltet. Der Charlottenburger Bildhauer Achim Pahle entwarf eine Brunnenskulptur, die schon 1991 eingeweiht wurde. Seit dem 3. September 2004 trägt der Platz den Namen von Klara Bloch. Die AnwohnerInnen haben es sich so gewünscht.

 

Der dritte Google-Eintrag verweist auf den Artikel von Lorenz Jäger in der „FAZ.NET" vom 14. Januar 2008, Titel: „Deutsche Abgründe. Das Rätsel von Doktor Bloch". Der Autor bezieht sich auf Dr. Bloch, der im Fernsehen nicht selten als Akademiker, oft als Arzt auftrete. Dann kommt Lorenz Jäger auf einen besonderen Fernsehfilm zu sprechen: „Natürliche Auslese", der in Österreich spielt, im Jahre 1888, als in Deutschland drei Kaiser nacheinander regierten (Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.): In diesem Film geht es um Klara.

 

„Klara fügt sich hörig ihrem wesentlich älteren Gatten Alois. Durch die Prügel ihres Ehemanns hat sie bereits mehrere Fehlgeburten erlitten, nun ist sie erneut schwanger. Bei der Geburt steht es nicht gut um Mutter und Kind. Der junge jüdische Arzt Dr. Bloch bemüht sich verzweifelt um das Leben seiner Patientin, obwohl er vom Kindsvater bedroht wird."

 

Doktor Bloch war der Arzt von Klara Hitler, schreibt Jäger und fragt:. „Und was sind diese Blochs und Doktor Blochs des Fernsehens, wenn nicht Phantome der Ermordeten und Verjagten, die nun umgehen? Irgendein Doktor Bloch wird uns weiter begleiten - so, als sei er nie weg gewesen. Ein bisschen unheimlich." Der überlebende Sohn erhält den in dieser Zeit sehr häufig gewählten Namen Adolf, was so viel wie „edler Wolf" bedeutet.

 

Und was hat das mit Klara Bloch zu tun?

Das ist die Kunst des „Google-Algorythmus'". Auf der Suche nach Klara Bloch stößt man halt auf diesen Text, der mit ihr nichts zu tun hat. Die Mutter Adolf Hitlers trägt ihren Vornamen, Dr. Bloch ihren Nachnamen. Und weil Google keine Intelligenz besitzt, spukt es aus, was die Rechnerei hergibt. In diesem Fall ist es interessant. Wer würde sich sonst schon mit der Mutter des Massenmörders beschäftigen?

 

Wie wichtig diese Beschäftigung ist, zeigt ein weiteres, sich daraus ergebendes Recherche-Ergebnis: Auf der Website Wolfsmutter bespricht Irene Fleiss das Buch „Klara Hitler. Muttersein im Patriarchat" von Christa Mulack (2005), dessen Inhalt sie einleitend in dem Satz zusammenfasst, im Patriarchat eine gute Mutter zu sein, sei unmöglich. (Beweise ich mit dieser Neugier Medien-Kompetenz?)

 

Es gibt / gab den Namen Klara Bloch noch öfter. Die Website Stolpersteine Würzburg erinnert an Berta Bloch, geboren im selben Jahr wie Adolf Hitler – 1889 -, die von 1931 bis 1942 in Würzburg bei ihrer Mutter Klara, geborene Marx, wohnte und am 23. September 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde. Dort starb sie am 1. Mai 1943.

 

Vielleicht begegnete Berta Bloch der Pädagogin und Frauenrechtlerin Clara Emilie Marie Bloch – bekannt unter dem dritten Vornamen Marie - in Theresienstadt. Denn sie kam am 11. November 1942 aus ihrer Heimatstadt Rostock in das Lager, pflegte noch ihre Schwester Cläre an diesem tödlichen Ort, den sie selbst nicht mehr lebend verließ.

 

Ohne Vornamen nimmt die Internet-Suche nach Klara Bloch eine ganz andere Wendung: Zuerst erscheint natürlich Ernst, der Philosoph, der auch einige Zeit in Berlin, Kreuznacher Straße 52, lebte. Und dann sind wir Dank Wikipedia schon bei Adele Bloch-Bauer, der Bankierstochter und Fabrikantengattin, die Gustav Klimt in Wien Modell stand für ein Porträt, das der Gatte sich von seiner jungen Frau wünschte. Dies unglaublich goldene Bildnis war der Anfang einer Reihe von Bildnissen Adeles bis hin zur erotischen Darstellung Judith. Klimt malte es 1907. Ein Jahr später kam Klara Bloch auf die Welt, am 13. Februar vor einhundert Jahren.

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", Februar 2008.

 

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Frauendaten

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Schiller Philosophie

Frauen in Berlin

1. Oktober 1947 Rotraut Richter, Bühnen- und Filmschauspielerin, stirbt in Berlin.

4. Oktober 1897 Clara von Simson, Naturwissenschaftlerin und Politikerin, wird in Rom geboren.

6. Oktober 1737 Die Unternehmerin Fromet Mendelssohn wird in Altona (heute Hamburg) geboren.

12. Oktober 1967 Die Schauspielerin Lucie Englisch stirbt in Erlangen.

16. Oktober 1887 Die Malerin Lily Hildebrandt kommt in Fürth /Bayern zur Welt.

22. Oktober 1847 Henriette Herz stirbt in Berlin.

1. November 1877 Die Schriftstellerin Else Ury kommt in Berlin zur Welt.

1. November 1897 Die Pädagogin Ulrike Henschke stirbt in Baden-Baden.

2. November 1927 Serafine Détschy, Schauspielerin und Schriftstellerin, stirbt in Berlin.

3. November 1577 (nach dem) Margareta Markgräfin von Brandenburg, (nacheinander) Herzogin von Pommern und Fürstin von Anhalt, Tochter des Kurfürstenpaares Joachim I. von Brandenburg und Elisabeth von Dänemark, stirbt.

6. November 1537 Elisabeth Magdalene Markgräfin von Brandenburg und Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Tochter des brandenburgischen Kurfürstenpaares Joachim II. und Hedwig von Polen, kommt im Schloß zu Cölln (Berlin) zur Welt.

12. November 1997 Maria Gräfin von Maltzan, Tierärztin und Widerstandskämpferin, stirbt in Berlin.

17. November 1947 Ricarda Huch, Schriftstellerin, stirbt in Schönberg im Taunus.

7. Dezember 1907 Die Journalistin und Publizistin Charlotte Beradt kommt in Forst (Lausitz) zur Welt.

10. Dezember 1937 Die Schauspielerin Rosa Valetti stirbt in Wien.

21. Dezember 1897 Die Sängerin Paula Salomon-Lindberg wird in Frankenthal bei Mannheim geboren.

24. Dezember 1927 Die Schriftstellerin Angelika Schrobsdorff wird in Freiburg im Breisgau geboren.

31. Dezember 1927 Die Opernsängerin Jutta Vulpius wird in Erfurt geboren.

31. Dezember 1967 Die Tänzerin und Choreographin Dore Hoyer stirbt in Berlin.

Schiller Phil 150

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