Gerhild Komander

Tipps + Termine

.........................................

Vortrag zur Kunstgeschichte
Große Namen der Kunst: Adolph Menzel
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 9. Februar 2017, 14 Uhr

Vortrag zur Architekturgeschichte Berlins
Philipp Gerlach
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BB
Sonntag, 12. Februar 2017, 11 Uhr

Vortrag zur Berliner Geschichte und Berliner Archichtektur
Berliner Wohnungsnot vor 100 Jahren
In Zusammenarbeit mit der Urania
Freitag, 24. Februar 2017, 15.30 Uhr

Architekturführung Berlin
Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
Stadtführungen Gerhild Komander
Sonnabend, 25. Februar 2017, 11 Uhr

150x150 Mies

 

Vom Kaufhaus zum Tacheles
Fotografien der Friedrichstraßen-Passage
Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum, Beamtenhaus
bis 4. April 2017

Blankenstein ViehSchlachthof 150Stadtbaurat Hermann Blankenstein

Der Backstein-Baumeister

Rot und gelb leuchtet der Backstein der Gebäude. Es gibt wohl keinen Stadtteil in Berlin, in dem nicht wenigstens ein Haus nach seinem Entwurf errichtet wurde. In 24 Jahren baute Hermann Wilhelm Albert Blankenstein mehr als 120 Schulen, mehrere Kirchen, Markthallen und Krankenhäuser.

 

10. Januar 1829 Grafenbrück Kreis Niederbarnim - 6. März 1910 Berlin

 

Hermann Wilhelm Albert Blankenstein hatte 24 Jahre lang das Amt des Stadtbaurats für Berlin inne. Die soziale Infrastruktur auszubauen, war das Hauptanliegen Blankensteins in seiner Amtszeit. Hermann Blankenstein wurde am 10. Januar 1829 in Grafenbrück Kreis Niederbarnim geboren. Er hinterließ ein fast nicht zu überschauendes Werk an funktionalen öffentlichen und kirchlichen Bauten, deren Fassaden und Innenräume er in der Nachfolge der Schinkel-Schule in Backstein ausführte.

 

Abwechslungsreiche Gestaltung mit roten und gelben Klinkern sowie einem aufwendigen Ornament in teilweise farbigen Ziegelformsteinen sind das Markenzeichen fast aller seiner Bauten. Blankenstein starb am 6. März 1910 und erhielt seine letzte Ruhestätte auf dem Berliner Friedhof der Jerusalems- und Neue Kirche I. Eine Gedenktafel am Haus Prenzlauer Allee 75 erinnert an den Architekten, Lehrer, Stadtbaurat und Politiker.

 

Lebenslauf:
1849-51 Studium an der Bauakademie
1856 Abschluss des Studiums als Landbaumeister, 1862 als Wasser-, Wege- und Eisenbahnbaumeister
1865 Berufung in die Baukommission
1866-72 zugleich Lehrer an der Bauakademie
1872-96 Stadtbaurat
seit 1876 Mitglied der städtischen Baudeputation
18.6.1896 Wahl zum Stadtältesten und Pensionierung

 

Schriften:
1883 Mit C. Ideler: Die Städtische Irrenanstalt zu Dalldorf. Geschichte und Verwaltung des Städtischen Irrenwesens, Beschreibung der neu erbauten Irren-Anstalt zu Dalldorf.
1885 Der Zentral-Vieh-und Schlachthof zu Berlin: seine baulichen Anlagen und Betriebs-Einrichtungen, dargestellt von Hermann Blankenstein und A. Lindemann.
1886 Zu welchem Zwecke studiren wir die griechische Baukunst. Fetsrede zum Schinkel-Feste des Architekten-Vereins zu Berlin, am 13. März 1886 gehalten.
1889 Über die Ergebnisse der Wettbewerbung zum National-Denkmal für Kaiser Wilhelm I., Vortrag, gehalten im Architekten-Verein zu Berlin am 14. October 1889.

 

Werke in Auswahl:
1855 Entwurf für die Kirche St. Anna (Mitte), ausgeführt von Herbig
1871-74 Zwölf-Apostel-Kirche
1876-78 Restaurierung der Nikolaikirche: Blankenstein lässt dem Turmbau der Kirche ein weiteres Feldsteingeschoss und die neogotischen Turmhelme aufsetzen. Im Innern wird weitgehend der gotische Zustand wieder hergestellt.
1877-79 Städtische Irrenanstalt Dalldorf / Karl-Bonhoeffer-Klinik
1877–79 Städtisches Arbeitshaus Rummelsburg
1877-81 ff. Zentral Vieh- und Schlachthof Berlin, Prenzlauer Berg
1886 Geschäftshaus der Markthalle III, Zimmerstraße
1886-88 Markthalle VI, Ackerstraße
1886-87 Städtisches Obdach, Fröbelstraße
1886-89 Städtisches Hospital und Siechenhaus, Fröbelstraße
1887-90 Krankenhaus Am Urban, mit Frobenius
1889-93 Heilanstalt Herzberge für Neurologie und Psychatrie / ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
1890-91 Markthalle X, Arminiusstraße
1890-93 Heil- und Pflegeanstalt für Epileptiker im Wuhlgarten / Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus
1892-95 Erweiterung des Ephraim-Palais' um drei Achsen am Mühlendamm und zwölf an der Spree

 

Auswahl aus den mehr als 120 Schulen:
1864-66 32. Gemeindeschule, Pankstraße (Mittemuseum / Heimatmuseum Wedding)
1873/74 Friedrich-Real-Gymnasium, Albrechtstraße
1884-86 Gemeindeschule für Knaben, Prenzlauer Allee
1885-86 132. und 142. Gemeindeschule, Demminer Straße
1887-89 Schulwohnhaus der 26. und 179. Gemeindeschule, Albrechtstraße
1894/95 199. und 205. Gemeindeschule / Ulrike-von Levetzow-Oberschule

 

Literatur:

Manfred Klinkott: Hermann Blankenstein, in: Baumeister. Architekten. Stadtplaner. Biographien zur baulichen Entwicklung Berlins, hg. von Wolfgang Ribbe und Wolfgang Schäche, Berlin 1987
Uwe Michas: Hermann Blankenstein, der vergessene Baumeister, in: Die Mark Brandenburg, Heft 76, Berlin 2010

 

 Zurück zum Seitenanfang

Zurück zum Überblick Architektur in Berlin

 

Berliner Geschichte   Berliner Architektur   Hermann Blankenstein   Historismus in Berlin  Zwölf-Apostel-Kirche   Zentral-Vieh- und Schlachthof   Backsteinarchitektur   Schinkel-Schule   Berliner Architekten 

 

Berlin im Blick

.........................................

1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.

1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

1297 Das Dominikanerkloster in Cölln wird gegründet.

1657 11. Juli Kurprinz Friedrich (I.) wird in Königsberg geboren.

1747 Müggelheim wird gegründet.

1747 bis 1750 Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.

1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1847 19. November Die Berliner Stadtverordnetenversammlung tagt erstmals öffentlich.

1867 Berlin wird Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1877 Berlin zählt eine Bevölkerung von einer Million Menschen.
Zum ersten Mal werden Sozialdemokraten aus Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt.

1937 1.1. Das "Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" macht die Stadt zum Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes".

1967 Der Alexanderplatz wird neu gestaltet.
2.6. Bei Demonstrationen gegen den Besuch des Schahs von Persien Reza Pahlewi erschießt der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnsorge an der Deutschen Oper.

1977 21.9. West-Berliner Gäste können wegen des Mangels in der DDR große Mengen Kaffee in die DDR einführen.

1987 750-Jahrfeier Berlin in Ost und West
Smog-Alarm der Stufe 1 und selektives Fahrverbot in Berlin-West

1997 9.3. Umweltministerin Angela Merkel und Naturschutzbund-Vorsitzender Jochen Flasbarth markieren im Grunewald Bäume mit Spechthöhlen zum Schutz vor Abholzung.
10.3. Laut DGB arbeiten auf den Berliner Baustellen 40 000 einheimische, 30 000 Bauarbeiter aus EU-Staaten und 8 000 Kontingentarbeiter aus Osteuropa  sowie 25 000 Schwarzarbeiter. 17 000 Berliner Bauarbeiter sind arbeitslos.

© 2012 Gerhild Komander - Stadtführungen Vorträge Kunstgespräche - Berlin & Potsdam