Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Vortrag zur Kunstgeschichte
Große Namen der Kunst: Adolph Menzel
In Zusammenarbeit mit der VHS Potsdam
Donnerstag, 9. Februar 2017, 14 Uhr

Vortrag zur Architekturgeschichte Berlins
Philipp Gerlach
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BB
Sonntag, 12. Februar 2017, 11 Uhr

Vortrag zur Berliner Geschichte und Berliner Archichtektur
Berliner Wohnungsnot vor 100 Jahren
In Zusammenarbeit mit der Urania
Freitag, 24. Februar 2017, 15.30 Uhr

Architekturführung Berlin
Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
Stadtführungen Gerhild Komander
Sonnabend, 25. Februar 2017, 11 Uhr

150x150 Mies

 

Vom Kaufhaus zum Tacheles
Fotografien der Friedrichstraßen-Passage
Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum, Beamtenhaus
bis 4. April 2017

PalastDer Palast der Republik

Bilder zum Abriß eines Monumentes  -  2000 bis 2008

Erinnern Sie sich noch? Der Palast der Republik stand mitten in Berlin, dort wo jetzt das Humboldtforum aus dem Boden wächst und die Humboldtbox zur Seite schubst...

 

 

Palast1

März 2000

Das „Eigentum des Volkes" steht äußerlich scheinbar unversehrt. - 1972 beginnen die Planungen, August 1973 die Bauarbeiten für den Palast der Republik an der Stelle des Hohenzollernschlosses. Daß Joachim Näther, Chefarchitekt von Ost-Berlin, einen eigenen Entwurf vorlegt, kostet ihn seine Position.

 

Palast2

 

Oktober 2003

Am 2. November 1973 erfolgt die Grundsteinlegung, am 23. April 1976 die Eröffnung. Am 19. September 1990 läßt die Volkskammer der DDR den Palast der Republik wegen hoher Asbestbelastung schließen.

 

 

Palast3

März 2005

Die Installation Zweifel von Lars O Ramberg, Künstler aus Norwegen, prangt auf dem Palast der Republik. Woran zweifelt er? Am Eigentum des Volkes? Oder an der Rechtmäßigkeit des beschlossenen Abrisses?

 

 

 

Der Palast der Republik war ein Wahrzeichen sozialistischer Machtpolitik, ein Herrschaftsinstrument ersten Ranges. Viele Menschen erinnern sich gern an die komfortablen Cafés und Restaurants. Die Volkskammer hatte ihren Sitz im Palast und 1990 die einzige demokratisch gewählte Volksvertretung der DDR.

Palast6

August 2005

Von 1998 bis 2003 wird das bewegliche Inventar entfernt. Die Asbestsanierung verändert den Bau auch äußerlich stark. Im November 2003 beschließt der Deutsche Bundestag den Abriß des Palastes der Republik. Im Januar 2006 sollen die Arbeiten beginnen.

 

 

Palast7September 2005

Geschätzte 800 Millionen DDR-Mark gab die Regierung für den Mehrzweckpalast aus. Daß die Finanzpolitik der Honecker-Regierung die Wirtschaft der DDR kollabieren ließ, daran hatte der Bau des Palastes seinen Anteil. Gäste aus Sachsen ärgern sich heute noch, daß Der Bau die Ressourcen der Republik aufsog. Im Dezember 2005 vergibt die Bundesregierung den Auftrag zum Abriß des Palastes. 6,4 Millionen Euro soll er kosten. Im September 2006 wird bekannt, daß weitere 9,6 Millionen Euro notwendig sind.

 

Palast4

20. April 2006

Selektiver Rückbau heißt der Abriß des Palastes der Republik offiziell. Das heißt wörtlich genommen, dass nur ein Teil des Gebäudes abgetragen wird. Dass das nicht stimmt, sehen alle Menschen, die sich die Rückbaustelle ansehen.

 

 

 

Palast8

Hinter dem gut durchschaubaren Bauzaun liegen die Schutthaufen, nein, die wohlsortierten Haufen. Der Rückbau ist umweltverträglich organisiert. Schutt und Metall und andere Materialien werden von Hand sortiert gelagert.

 

 

 

 

Palast9

Mai 2006

Die Palastschaustelle: Große Tafeln mit Bildern und Texten dokumentieren die Geschichte des Platzes, an dem einst das Schloß stand, noch der Palast steht und - wann ? - das Humboldt-Forum stehen wird. Ein Schloß wird es nicht wieder geben.

 

 

 

Palast10

Mai 2006

In der Sonne leuchtet die Palastruine und zieht viele Schaulustige an. Gegenüber, auf dem Platz vor dem früheren Staatsratsgebäude, halten die Touristenbusse, manche sehr lange. So, wie der Palast jetzt aussieht, mag ihn niemand mehr.

 

 

 

Palast11

Palast12

September 2006

Der Rückbau kommt gut voran. Die Mitte des Palastes lässt schon den Fernsehturm und - je nach Standort des Betrachters - die Marienkirche durch die Ruine durchblicken.
Daß der Palast der Republik kein so modernes Gebäude war, wie viele Menschen meinen, ist bei Anke Kuhrmann nachzulesen. Die Autorin stellt fest, daß er ideengeschichtlich an ein sowjetisches Vorbild anknüpft: Die Planung zum Palast des Obersten Sowjet in Moskau, die 1931 mit einem ersten Wettbewerb begann.

Palast13

Januar 2007

180 Meter ist der Palast der Republik lang und 86 Meter breit, noch. Von den einst 32 Metern Höhe hat er einige schon eingebüßt. Die ehemals 625 000 Quadratmeter Grundfläche sieht ihm niemand mehr an.

 

 

 

Palast14

März 2007

Freigeschossen: Der Durchbruch ist geschafft! Jetzt freuen sich die Schloßbauer und werden weitere Meister- und Gesellenarbeiten für die Kopien der 150 erhaltenen Originalteile des Berliner Schlosses vergeben.

 

 

 

Palast15

August 2007

Das Foyer ist abgebaut. Zwei getrennte Bauteile des Palastes der Republik stehen noch. Es werden mehr als 78 000 Tonnen Abrißmengen anfallen, die wiederverwertet oder sachgerecht und umweltscho-nend entsorgt werden, schreibt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

 

 

19 300 t Eisen und Stahl, 56 600 t Betonabbruch 600 t Ziegel und Holz, 500 t Glas, 1 000 t Bitumengemische, Kunststoff und Dämmmaterial und 200 t besonders überwachungs-bedürftige Stoffe werden über Last-kähne auf der Spree abtransportiert.

 

PalastApril08

 

August 2008

Im Sommer 2007 sollte der selektive Rückbau abgeschlossen sein. Er verzögert sich weit über das Jahresende 2008 hinaus. Schon lange fasziniert der Anblick niemanden mehr. Ob mal jemand darüber nachdenkt, daß diese Ruine mitten in der Stadt steht?

 

 

 Gerhild H. M. Komander

 

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt" 2007.

Leseempfehlung:  Anke Kuhlmann: Der Palast der Republik, Michael Imhof Verlag

 

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Berlin im Blick

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1157 Albrecht der Bär erobert die Brandenburg.
Die Markgrafen nennen sich und das Land fortan Brandenburg.
In den kommenden Jahren lassen sich Kaufleute an der Spree nieder
Aus ihren Siedlungen entstehen die Städte Berlin und Cölln.

1197 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau

1237 28. Oktober Erste urkundliche Erwähnung von Cölln

1247 29. April Das erste Berliner Stadtoberhaupt wird genannt: Der Schultheiß Marsilius.
Erste urkundliche Erwähnung von Lübars und Tempelhof

1267 Erste urkundliche Erwähnung von Kladow

1297 Das Dominikanerkloster in Cölln wird gegründet.

1657 11. Juli Kurprinz Friedrich (I.) wird in Königsberg geboren.

1747 Müggelheim wird gegründet.

1747 bis 1750 Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.

1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1847 19. November Die Berliner Stadtverordnetenversammlung tagt erstmals öffentlich.

1867 Berlin wird Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1877 Berlin zählt eine Bevölkerung von einer Million Menschen.
Zum ersten Mal werden Sozialdemokraten aus Berlin als Abgeordnete in den Reichstag gewählt.

1937 1.1. Das "Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin" macht die Stadt zum Stadtkreis mit den Aufgaben eines Provinzialverbandes".

1967 Der Alexanderplatz wird neu gestaltet.
2.6. Bei Demonstrationen gegen den Besuch des Schahs von Persien Reza Pahlewi erschießt der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnsorge an der Deutschen Oper.

1977 21.9. West-Berliner Gäste können wegen des Mangels in der DDR große Mengen Kaffee in die DDR einführen.

1987 750-Jahrfeier Berlin in Ost und West
Smog-Alarm der Stufe 1 und selektives Fahrverbot in Berlin-West

1997 9.3. Umweltministerin Angela Merkel und Naturschutzbund-Vorsitzender Jochen Flasbarth markieren im Grunewald Bäume mit Spechthöhlen zum Schutz vor Abholzung.
10.3. Laut DGB arbeiten auf den Berliner Baustellen 40 000 einheimische, 30 000 Bauarbeiter aus EU-Staaten und 8 000 Kontingentarbeiter aus Osteuropa  sowie 25 000 Schwarzarbeiter. 17 000 Berliner Bauarbeiter sind arbeitslos.

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