Gerhild Komander

Tipps + Termine

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Stadtführung Berlin 
Boxhagener Platz, Friedrichshain - Stadtführung in einem Szenekiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 24.2.18, 11 Uhr

150 Westhafen

Vortrag zur brandenburgischen und Berliner Geschichte
Die Hugenotten kommen!
In Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Montag, 26.2.18., 18 Uhr

Maerchenbr 150

 

PalastDer Palast der Republik

Bilder zum Abriß eines Monumentes  -  2000 bis 2008

Erinnern Sie sich noch? Der Palast der Republik stand mitten in Berlin, dort wo jetzt das Humboldtforum aus dem Boden wächst und die Humboldtbox zur Seite schubst...

 

 

Palast1

März 2000

Das „Eigentum des Volkes" steht äußerlich scheinbar unversehrt. - 1972 beginnen die Planungen, August 1973 die Bauarbeiten für den Palast der Republik an der Stelle des Hohenzollernschlosses. Daß Joachim Näther, Chefarchitekt von Ost-Berlin, einen eigenen Entwurf vorlegt, kostet ihn seine Position.

 

Palast2

 

Oktober 2003

Am 2. November 1973 erfolgt die Grundsteinlegung, am 23. April 1976 die Eröffnung. Am 19. September 1990 läßt die Volkskammer der DDR den Palast der Republik wegen hoher Asbestbelastung schließen.

 

 

Palast3

März 2005

Die Installation Zweifel von Lars O Ramberg, Künstler aus Norwegen, prangt auf dem Palast der Republik. Woran zweifelt er? Am Eigentum des Volkes? Oder an der Rechtmäßigkeit des beschlossenen Abrisses?

 

 

 

Der Palast der Republik war ein Wahrzeichen sozialistischer Machtpolitik, ein Herrschaftsinstrument ersten Ranges. Viele Menschen erinnern sich gern an die komfortablen Cafés und Restaurants. Die Volkskammer hatte ihren Sitz im Palast und 1990 die einzige demokratisch gewählte Volksvertretung der DDR.

Palast6

August 2005

Von 1998 bis 2003 wird das bewegliche Inventar entfernt. Die Asbestsanierung verändert den Bau auch äußerlich stark. Im November 2003 beschließt der Deutsche Bundestag den Abriß des Palastes der Republik. Im Januar 2006 sollen die Arbeiten beginnen.

 

 

Palast7September 2005

Geschätzte 800 Millionen DDR-Mark gab die Regierung für den Mehrzweckpalast aus. Daß die Finanzpolitik der Honecker-Regierung die Wirtschaft der DDR kollabieren ließ, daran hatte der Bau des Palastes seinen Anteil. Gäste aus Sachsen ärgern sich heute noch, daß Der Bau die Ressourcen der Republik aufsog. Im Dezember 2005 vergibt die Bundesregierung den Auftrag zum Abriß des Palastes. 6,4 Millionen Euro soll er kosten. Im September 2006 wird bekannt, daß weitere 9,6 Millionen Euro notwendig sind.

 

Palast4

20. April 2006

Selektiver Rückbau heißt der Abriß des Palastes der Republik offiziell. Das heißt wörtlich genommen, dass nur ein Teil des Gebäudes abgetragen wird. Dass das nicht stimmt, sehen alle Menschen, die sich die Rückbaustelle ansehen.

 

 

 

Palast8

Hinter dem gut durchschaubaren Bauzaun liegen die Schutthaufen, nein, die wohlsortierten Haufen. Der Rückbau ist umweltverträglich organisiert. Schutt und Metall und andere Materialien werden von Hand sortiert gelagert.

 

 

 

 

Palast9

Mai 2006

Die Palastschaustelle: Große Tafeln mit Bildern und Texten dokumentieren die Geschichte des Platzes, an dem einst das Schloß stand, noch der Palast steht und - wann ? - das Humboldt-Forum stehen wird. Ein Schloß wird es nicht wieder geben.

 

 

 

Palast10

Mai 2006

In der Sonne leuchtet die Palastruine und zieht viele Schaulustige an. Gegenüber, auf dem Platz vor dem früheren Staatsratsgebäude, halten die Touristenbusse, manche sehr lange. So, wie der Palast jetzt aussieht, mag ihn niemand mehr.

 

 

 

Palast11

Palast12

September 2006

Der Rückbau kommt gut voran. Die Mitte des Palastes lässt schon den Fernsehturm und - je nach Standort des Betrachters - die Marienkirche durch die Ruine durchblicken.
Daß der Palast der Republik kein so modernes Gebäude war, wie viele Menschen meinen, ist bei Anke Kuhrmann nachzulesen. Die Autorin stellt fest, daß er ideengeschichtlich an ein sowjetisches Vorbild anknüpft: Die Planung zum Palast des Obersten Sowjet in Moskau, die 1931 mit einem ersten Wettbewerb begann.

Palast13

Januar 2007

180 Meter ist der Palast der Republik lang und 86 Meter breit, noch. Von den einst 32 Metern Höhe hat er einige schon eingebüßt. Die ehemals 625 000 Quadratmeter Grundfläche sieht ihm niemand mehr an.

 

 

 

Palast14

März 2007

Freigeschossen: Der Durchbruch ist geschafft! Jetzt freuen sich die Schloßbauer und werden weitere Meister- und Gesellenarbeiten für die Kopien der 150 erhaltenen Originalteile des Berliner Schlosses vergeben.

 

 

 

Palast15

August 2007

Das Foyer ist abgebaut. Zwei getrennte Bauteile des Palastes der Republik stehen noch. Es werden mehr als 78 000 Tonnen Abrißmengen anfallen, die wiederverwertet oder sachgerecht und umweltscho-nend entsorgt werden, schreibt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

 

 

19 300 t Eisen und Stahl, 56 600 t Betonabbruch 600 t Ziegel und Holz, 500 t Glas, 1 000 t Bitumengemische, Kunststoff und Dämmmaterial und 200 t besonders überwachungs-bedürftige Stoffe werden über Last-kähne auf der Spree abtransportiert.

 

PalastApril08

 

August 2008

Im Sommer 2007 sollte der selektive Rückbau abgeschlossen sein. Er verzögert sich weit über das Jahresende 2008 hinaus. Schon lange fasziniert der Anblick niemanden mehr. Ob mal jemand darüber nachdenkt, daß diese Ruine mitten in der Stadt steht?

 

 

 Gerhild H. M. Komander

 

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt" 2007.

Leseempfehlung:  Anke Kuhlmann: Der Palast der Republik, Michael Imhof Verlag

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

1278 Das St. Georgs-Hospital wird erstmals urkundlich namentlich erwähnt.
1288 Erste urkundliche Erwähnung von Lichtenberg, Lichterfelde und Rosenfelde (Friedrichsfelde)

1308 3. März Die Doppelstadt Berlin-Cölln schließt ein Schutzbündnis mit anderen märkischen Städten.
Erste urkundliche Erwähnung von Heiligensee
1348 Die Pest fordert auch in der Mark und in Berlin-Cölln viele Tote. Die Juden werden als Urheber beschuldigt und verfolgt.
Der "falsche Woldemar" trifft in Berlin ein. König Karl IV. anerkennt ihn als letzten Askanier, um ihn als Verbündeten gegen die Wittelsbacher einzusetzen.
Ein Stadtbrand richtet großen Schaden an.
1358 Erste urkundliche Erwähnung von Stralau
1378 Sigismund, zweiter Sohn Karls IV., wird Mitregent in der Mark.
Am 29. November stirbt Karl IV.
1388 Markgraf Sigismund wird König von Ungarn und verpfändet die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.

1448 Die Bürger von Berlin und Cölln erheben sich im Berliner Unwillen gegen den Landesherren.
19. Juni Berlin und Cölln unterwerfen sich dem Kurfürsten.
Zunftprivilegien darf zukünftig nur der Landesherr gewähren.
1458 28. April Auf dem Neuen Markt wird Matthäus Hagen nach einem Inqisitionsprozess als Anhänger der hussitisch-taboristischen Lehre hingerichtet.
1488 Der Kurfürst erhebt die „Bierziese".
10. September Johann Zehender erhält das städtische Privileg für zwei Apotheken in Berlin.

1518 Die kurfürstliche Städte- und Polizeiordnung legt einheitliche Maße und Gewichte fest.
1528 25. März Kurfürstin Elisabeth flieht nach Wittenberg.
1538 bis 1540 Caspar Theyss erbaut das Renaissanceschloß zu Cölln.
1558 In Köpenick entsteht das Renaissanceschloss.
Das Gutshaus Tegel wird urkundlich erwähnt.
1568 Erste urkundliche Erwähnung von Treptow
1578 Rochus Guerini Graf zu Lynar kommt nach Berlin, erweitert das Schloss und baut die Spandauer Zitadelle aus.
Am Spandauer Mühlentor lässt er eine Pulvermühle errichten.
1598 Joachim Friedrich wird Kurfürst.

1608 Johann Sigismund wird Kurfürst.
1618 Der Dreißigjährige Krieg beginnt.
In Cölln wird eine reformierte Domschule für Knaben gegründet.
1628 Markgraf Sigismund fordert von der Bürgerschaft 140 000 Taler Kontribution zum Unterhalt der kaiserlichen Truppen.
Wallenstein nimmt Quartier in Berlin-Cölln.
Der Kurfürst erlässt ein Verbot für Zeitungen.
Matthias Czwiczek wird brandenburgischer Hofmaler.
Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
1638 Kurfürst Georg Wilhelm übergibt Adam Graf Schwarzenberg die Statthalterschaft.
1648 Die Pocken breiten sich in Berlin-Cölln aus.
Zu Münster und Osnabrück wird der Westfälische Frieden geschlossen.
1658 Berlin-Cölln wird Garnisonstadt: Der Kurfürst läßt in 508 Bürgerhäusern 1 500 Militärangehörige mit ihren 400 Frauen und 500 Kindern sowie Dienstpersonal einquartieren.
Der Bau der Festungsanlagen beginnt unter der Leitung von Johann Gregor Memhardt.
Einfuhrverbot für Glaswaren
1668 24. Juni Friedrich Wilhelm heiratet in zweiter Ehe Herzogin Dorothea von Holstein-Glücksburg.
1678 Der Hofjägermeister von Lüderitz legt die Hasenheide an.
Benjamin Raule errichtet durch Umbau des kurfürstlichen Ballhauses Raules Hof auf dem Friedrichswerder.
30. Juli Mit der Grundsteinlegung für die Dorotheenstädtische Kirche wird der erste Kirchenbau in Berlin-Cölln seit dem Mittelalter begonnen.
Adam de Clerck wird kurfürstlicher Hofmaler.
1678 bis 1687 Rutger van Langerfeld und Michel Matthias Smids erbauen die Dorotheenstädtische Kirche.
1688 9. März Der Große Kurfürst stirbt. - Friedrich III. (I.) wird Kurfürst.
14. August Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) wird geboren.
Der Perspektivplan von Berlin-Cölln, gezeichnet von Johann Bernhard Schultz, erscheint.
Samuel von Pufendorf wird kurfürstlicher Historiograph.
Constantin Friedrich Blesendorf, Johann Ulrich Crause und Augustin Oldenburgh fertigen das Kupferstichwerk zum Leichenbegängnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm an.
Johann Arnold Nering beginnt mit der Anlage der Friedrichstadt.
Der Gendarmenmarkt wird angelegt.
Abraham Jansz Begeyn wird kurfürstlicher Vedutenmaler.
1698 Andreas Schlüter beginnt mit Um- und Neubau des Residenz-schlosses.
Der Marinemaler und Schiffsbaumeister Michiel Maddersteeg wird an Hof berufen.

1708 27. November Friedrich I. und seine dritte Gemahlin Sophie Luise von Mecklenburg-Schwerin ziehen in Berlin ein.
1718 Die Berliner Hausbesitzer gründen die Versicherungsgesellschaft der Feuersozietät Berlin.
Der von Johann Sigismund Elsholtz 1679 angelegte Hof- und Küchengarten bei Schöneberg (Kleistpark) erhält die Bezeichnung Botanischer Garten.
Friedrich Wilhelm I. besucht erstmals die Synagoge.
1728 Der Prozeß gegen Dorothea Steffin ist der letzte Hexenprozeß in Berlin.
1738 Friedrich Wilhelm I. schenkt das Neue Lusthaus der Berliner Kaufmannschaft zur Einrichtung ihrer Börse.
1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.
Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).
1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.
1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.
1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.
1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.
1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.
1818 Die Berliner Sparkasse wird gegründet.
1828 Die Berliner Universität erhält den Namen Friedrich-Wilhelm-Universität.
1838 Der Volkspark Hasenheide wird nach Plan von Peter Joseph Lenné begonnen.
1848 6. März Beginn der Revolution in Berlin
18. März Barriakdenkämpfe in Berlin
19. März Aufbahrung der "Märzgefallenen"
1868 Berliner Asylverein für Obdachlose gegründet
1878 Hofprediger Adolf Stoecker gründet die Christlich-Sociale Arbeiterpartei.
1888 Dreikaiserjahr: Tod Wilhelms I. und Friedrichs I.
Gründung der Urania
Gustav Krocisius gründet die Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern.
11. September Das Lessing-Theater am Schiffbauerdamm öffnet.
1898 5. Februar Gründung der Künstlervereinigung Berliner Secession
1. April Die Gemeinde Schöneberg wird Stadt.

1908 28. Januar Eröffnung des Hebbel-Theaters
17. Mai Friedrich ARchenhold legt den Grundstein für die Sternwarte für die Volkssternwarte.
10. Juni Eröffnug des Märkischen Provinzialmuseums
1918 Ende des Ersten Weltkriegs
1928 Gründung der BVG
1948 Berliner Luftbrücke
1968 Studentenunruhen

 

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